Die einfache Regel lautet: nicht allein und nicht zu schnell beginnen. Bevor man Bienen kauft, muss man prüfen, ob man genug Zeit hat, sich regelmässig um sie zu kümmern: Ein lebendes Volk braucht Betreuung, besonders im Frühjahr, im Sommer und vor der Einwinterung. Der gute Einstieg besteht darin, Kontakt zu einem lokalen Imkerverein aufzunehmen, einen Grundkurs zu besuchen, einen geeigneten Standort zu finden, den Bienenstand beim Kanton zu melden und dann bescheiden mit einigen gut betreuten Völkern zu starten.
Was zu tun ist
- Kontakt zu einem Imkerverein oder einer regionalen Sektion aufnehmen: Deutsche und italienische Schweiz, Französische Schweiz.
- Sich für einen Grundkurs anmelden; in der Westschweiz ist er in der Regel auf zwei Jahre angelegt.
- Mehrere Bienenstände besuchen, bevor man Material oder Völker kauft.
- Die verfügbare Zeit gut einschätzen: Von März bis September lassen sich bestimmte Eingriffe nicht lange aufschieben.
- Verstehen, dass das Halten von Bienen eine Verantwortung gegenüber den Völkern, der Nachbarschaft und der Gesundheit der übrigen Bienenstände bedeutet.
- Einen geeigneten Standort suchen: zugänglich, ruhig, gut ausgerichtet, mit der Nachbarschaft und den lokalen Regeln vereinbar.
- Sich vor der Aufstellung beim Bieneninspektor oder beim zuständigen kantonalen Dienst erkundigen.
- Den Bienenstand gemäss den kantonalen Vorschriften melden und registrieren lassen.
- Zu Beginn ein einziges Beutensystem wählen, möglichst eines, das in der Region verbreitet ist.
- Das Grundmaterial bereithalten: Beute, Rähmchen, Schutzkleidung, Smoker, Stockmeissel, Futtergeschirr, Material zur Varroa-Kontrolle und Bestandeskontrollblatt.
- Mit einigen Völkern beginnen, idealerweise 2 bis 3, statt mit einem einzigen.
- Lokale, gesunde und rückverfolgbare Völker aus einer zuverlässigen Quelle kaufen.
- Von Anfang an eine einfache Betriebsweise vorsehen: Beobachtung, Schwarmverhinderung, Varroa-Kontrolle, Fütterung und Vorbereitung auf die Einwinterung.
Wenn es nicht wie geplant läuft
Ist der Standort noch nicht geklärt, steht keine Begleitung zur Verfügung, fehlt die Zeit oder sind die kantonalen Pflichten nicht abgeklärt, wartet man besser, bevor man Bienen kauft. Eine Saison, die man in einem Lehrbienenstand oder bei einer erfahrenen Person verbringt, erspart viele Fehler. Wird rasch ein Volk angeboten, etwa ein Schwarm oder ein zu übernehmendes Volk, sind zuerst seine Herkunft, sein Gesundheitszustand, das verwendete Material und die Bedingungen des Standortwechsels zu prüfen.
Zu vermeiden
- Bienen kaufen, bevor man einen Standort und eine Bezugsperson hat.
- Ein Volk «zum Ausprobieren» kaufen, ohne sicher zu sein, dass man Zeit hat, es zu betreuen.
- Allein beginnen, nur mit Videos oder verstreuten Ratschlägen.
- Beuten ohne Meldung oder ohne Abklärung der kantonalen Regeln aufstellen.
- Schon in der ersten Saison das Beutensystem wechseln.
- Altes Material kaufen, das schwer zu reinigen oder von zweifelhafter Herkunft ist.
- Einen Bienenstand aufstellen, ohne an die Nachbarschaft, an Durchgangswege und an die kantonalen Pflichten zu denken.
- Die Zeit von April bis August unterschätzen: Oft müssen gerade dann die Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt getroffen werden.
- Denken, ein Volk könne ohne sanitäre Betreuung, insbesondere gegen Varroa, sich selbst überlassen werden.
- Vergessen, dass eine unbeaufsichtigte Beute zu einem sanitären Problem für die benachbarten Bienenstände werden kann.
Merke
Imker oder Imkerin zu werden bedeutet nicht nur, eine Beute aufzustellen. Es bedeutet, die Verantwortung für lebende Völker zu übernehmen, mit regelmässiger Betreuung, sanitären Pflichten und Aufmerksamkeit gegenüber der Nachbarschaft. Der beste Einstieg ist einfach: Ausbildung, Begleitung, verfügbare Zeit, registrierter Bienenstand, guter Standort, eine kleine Anzahl Völker und stimmiges Material.


