Zucht von Drohnen
Innerhalb der Kolonie ist die Funktion der Drohnen oft wenig bekannt oder wird als zweitrangig angesehen. Dabei kommt den Männchen eine grundlegende Rolle bei der Weitergabe der genetischen Vielfalt zu. In sogenannten Drohnenansammlungen, die 1’000–15’000 Individuen umfassen, stammen sie aus zahlreichen unterschiedlichen Kolonien, teils aus Entfernungen von 10–15 km. Während des sogenannten Drohnenfluges begatten sie die Königinnen nacheinander (häufig bis zu 20 aufeinanderfolgende Paarungen) und gewährleisten so eine genetische Durchmischung, die Inzucht verhindert.
Zucht von Bienen Drohnen – Grundlagen für eine kontrollierte Begattung
Die gezielte Aufzucht von Drohnen ist ein zentraler Bestandteil jeder Königinnenzucht. Drohnen übertragen die genetischen Merkmale, weshalb ihre Anzahl, Qualität und der richtige Zeitpunkt ihres Einsatzes entscheidend für eine erfolgreiche und qualitativ hochwertige Begattung sind. Ziel ist es, die Begattungszone genetisch zu sättigen und so die Qualität der Paarung zu sichern.
Die zeitliche Planung ist ausschlaggebend. Eine Königin erreicht ihre Geschlechtsreife etwa sechs Tage nach dem Schlupf, während Drohnen erst nach 15–16 Tagen geschlechtsreif sind. Beide Phasen müssen im Zuchtkalender exakt aufeinander abgestimmt werden. Da Drohnen etwa einen Monat nach dem Schlupf ihre Befruchtungsfähigkeit verlieren, muss früh in der Saison mit der Drohnenzucht begonnen werden.
Drohnen sollten bevorzugt aus sehr starken Völkern (mindestens 6–7 Brutwaben) gezogen werden, da deren Ammenbienen die aufwendige Versorgung der Drohnen sicherstellen. Diese Völker dürfen nicht geschwächt oder geteilt werden und müssen konsequent vor Schwarmstimmung geschützt werden. Alternativ können spezielle Drohnenvölker oder weisellose Einheiten eingesetzt werden, wobei Drohnen aus Arbeiterinnenbrut (von legenden Arbeiterinnen) ungeeignet sind.
Zur Drohnenaufzucht werden regelmäßig (etwa alle 10 Tage) Drohnenrahmen eingehängt. Drohnenzellen sind größer als Arbeiterinnenzellen (ca. 640 Zellen pro dm²). Die Verwendung spezieller Mittelwände oder von Anfangsstreifen fördert den Bau von Drohnenzellen. Eine klare Kennzeichnung der Drohnenrahmen erleichtert die Wiederverwendung.
Eine intensive Fütterung ist notwendig: proteinreiche Nahrung (Pollen oder Pollenersatz) sowie ein stimulierender Zuckersirup (50/50) sichern die Entwicklung und verhindern, dass Drohnen aus Futtermangel vertrieben werden. Ein pollenreiches Trachtumfeld verbessert die Qualität der Drohnen zusätzlich.
Für eine ausreichende genetische Abdeckung werden etwa fünf Drohnenvölker pro 100 Begattungseinheiten empfohlen. Die Drohnenvölker sollten in oder nahe der Begattungszone aufgestellt werden. Optimale Begattungsflüge erfolgen bei 18–20 °C, Sonnenschein und wenig Wind. Drohnen versammeln sich in festen Sammelplätzen (Kongregationszonen), oft mit mehreren Tausend Tieren aus vielen Völkern.
Fazit: Erfolgreiche Drohnenzucht erfordert frühzeitige Planung, starke Völker, konsequente Fütterung und eine präzise zeitliche Abstimmung mit der Königinnenzucht.
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