iManagement

Newletter abonnieren

powered by dodeley

Wachs und Waben

Bienen, die ihre eigenen Waben bauen, neigen weniger zum Schwärmen, da die bei der Wachsproduktion freigesetzten Pheromone die Königin über die Zunahme des Volumens des Bienenstocks informieren.

Das Wachs stammt aus spezialisierten Drüsen, die sich im Abdomen junger Wachsdrüsenbienen im Alter von etwa 12 Tagen befinden, welche sich in einer Umgebung mit Temperaturen zwischen 33 °C und 36 °C entwickeln. Die Wachsdrüsenbienen nehmen für die Wachsproduktion große Mengen Zucker auf, etwa 7.5 kg für 1 kg Wachs. Dieses liegt in Form kleiner Schuppen mit einem Gewicht von weniger als 1 mg vor. Mithilfe ihrer Hinterbeine transportiert die Biene diese zu ihren Mandibeln, knetet sie und fügt sie zum Bau der Wabenzellen zusammen.


 

 

Wachs besteht aus mehr als 300 verschiedenen Substanzen, darunter:

 

Monoester 35 %

Kohlenwasserstoffe 14 %

Diester 14 %

freie Säuren 12 %

Hydroxy-Polyester 8 %

Hydroxy-Monoester 4 %

Triester 3 %

Polyestersäuren 2 %

Estersäuren 1 %

freie Alkohole 1 %

nicht identifiziert 6 %

 

In den Waben findet man zudem Propolis und Pollenkörner. Die Bienen mischen 5 bis 10 % Pollen sowie Propolis unter die Wachsplättchen. Diese Waben besitzen eine enorme Tragfähigkeit: 20 Gramm Wachs können bis zu 2 Kilogramm Honig tragen!

Die hexagonale Form: Die Bienen bauen zunächst Zylinder um sich selbst herum, wobei ihr Körper als Grössenreferenz dient. Die sechseckige Form entsteht durch die Erwärmung des Wachses durch das Volk. Je stärker das Wachs erhitzt wird, desto formbarer wird es. Bei etwa 40 °C kann es modelliert werden, oberhalb von 45 °C schmilzt es.

Die beim Bau durch die Biene beobachteten Phasen lassen sich künstlich reproduzieren: Bündelt man kleine Wachsröhrchen und erhitzt sie auf 40 °C, so lässt sich beobachten, wie sich die runden Zellen allmählich automatisch in Hexagone umformen. Es handelt sich somit eher um ein physikalisches Prinzip als um eine ausgeklügelte mathematische Konstruktion. Die Biene optimiert das Verhältnis von Gewicht zu Stabilität der Wabe.

 

Beim Bau der Waben, von Mitte März bis Mitte Juli, geben die Bienen Pheromone ab, die der Königin Auskunft über die Erweiterungskapazität des Volkes geben. Dieses Signal stellt in Kombination mit dem Eintrag von Pollen und Nektar einen wichtigen Indikator für die Legetätigkeit der Königin dar. In dieser Zeit muss der Imker darauf achten, leere Rähmchen oder Leisten bereitzustellen, um die Ausdehnung des Volkes und den Aufbau von Honigvorräten zu ermöglichen.

Der sichtbare Teil jeder Zelle ist ein regelmäßiges Sechseck mit einer Seitenlänge von ~3 mm, einer Breite von ~5 mm und einer Fläche von ~23 mm².

Die Tiefe einer Zelle beträgt ~11,5 mm. Die Dicke ihrer Wände liegt bei etwa einem Zwanzigstel Millimeter. Der Boden jeder Zelle ist über eine aus drei Rauten (Rhomben) gebildete Fläche mit drei weiteren Zellen verbunden.

 

Der Zelldeckel (Operculum) ist ein feiner Wachsverschluss, der die Zellen verschliesst. Der Honigdeckel ist weiss und wasserundurchlässig. Derjenige, der die Brut verschliesst, ist gelb-orange gefärbt und durchlässig, damit die Puppen atmen können. Die Maurerbienen entnehmen die Wachskugel, die sie zu diesem Zweck am Rand der Zelle gelagert hatten, und verschliessen die Zelle zum gegebenen Zeitpunkt (9 Tage nach der Eiablage bei der Brut und bei einem Wassergehalt von 18 % beim Honig).

 

Quellen:

 

Autor
C. Pfefferlé
Zurück zur Übersicht