- Röhrenbrut (Wachsmotte)
- Europäische Faulbrut
- Amerikanische Faulbrut
- Gesundes Volk
- Kalkbrut
- Deformationsflügelvirus: DWV
- Nosemose
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Richtige Antwort: 1 (Röhrenbrut (Wachsmotte))
Von dem Geruch der Waben angezogen, dringen die Falter der Wachsmotten in die Bienenstöcke oder in das Lager alter Waben ein und legen dort ihre Eier ab. Die daraus schlüpfenden Larven ernähren sich von Pollenresten und Kokonrückständen, die am Boden der Zellen verbleiben. In der Natur spielen Wachsmotten eine wichtige Rolle, da sie alte, verlassene Waben (Quellen von Krankheitserregern) zerstören.
Die Röhrenbrut oder auch Kahlbrut ist durch den Bau eines Wachswulstes im oberen Bereich der Zelle gekennzeichnet, der nicht verdeckelt wird. Die mehr oder weniger alte Puppe ist im Inneren sichtbar. Das Krankheitsbild wird den Larven der Kleinen Wachsmotte (Achroea grisella) zugeschrieben, einem Schmetterling aus derselben Familie wie die Große Wachsmotte (Galleria mellonella), die Waben im Larvenstadium befällt. Die Larven graben Gänge an der Basis der Zellen, wodurch der verfügbare Raum für das Wachstum der Bienenlarven eingeschränkt wird. Diese befinden sich dadurch höher und werden nicht immer verdeckelt.
Symptome und Diagnose im Feld:
- Ein Befall mit Wachsmotten ist leicht an den schwarzen Kotspuren zu erkennen, die man auf den Unterlagen am Boden des Wabenschranks oder der Magazinbeuten findet. Zudem weisen mehrere gewölbte oder geöffnete Zelldeckel benachbarter Zellen (Röhrenbrut) auf das Vorhandensein eines von der Wachsmotte gegrabenen Ganges hin.
- Wachswulst um Zellen, die nicht verdeckelt sind.
- Beim Herausziehen dieser Puppen aus den Zellen findet man häufig Kot der Wachsmottenlarven (grauliche Stäbchen) auf ihrem Körper.
Vorbeugung und Bekämpfung
Nur Honigwaben ohne Pollenanteil aufbewahren, die niemals Brut enthalten haben.
- Futter- und Honigwaben getrennt lagern. Waben, die Brut enthalten haben, einschmelzen und nicht einlagern. Brutwaben, die mit chemisch-synthetischen Varroaziden in Kontakt gekommen sind, müssen entsorgt oder können für die Kerzenherstellung verwendet werden.
- Lagerung von Waben: kühl (unter +12 °C), in einem gut belüfteten, hellen Raum
- Alte Waben regelmässig einschmelzen
- Keine schwachen Völker
- Während der Lagerung regelmässig auf Kotspuren der Wachsmotte kontrollieren
Was kann die Imkerin / der Imker tun?
Es wird empfohlen, die natürlichen Abwehrkräfte der Bienen gegen Krankheiten zu stärken, indem die Grundsätze der guten imkerlichen Praxis angewendet werden. Völker sind gesund, wenn sie sich gut entwickeln (erwachsene Bienen und Brut), ein gutes Hygieneverhalten zeigen und gute Erträge erzielen. In der Praxis spricht man von starken oder vitalen Völkern (vgl. Titelbild). Die Vitalität der Völker hängt von zahlreichen Faktoren ab. Die Imkerin bzw. der Imker verfügt insbesondere über folgende Einflussfaktoren:
- Standort mit guten Trachtbedingungen (kontinuierlicher Nahrungsfluss) und geeignetem Lokalklima.
- Regelmässige Bildung junger Völker und Ersatz schwacher Völker.
- Auswahl von Königinnen mit ausreichenden Vitalitätsmerkmalen (Volksentwicklung, Hygieneverhalten).
- Regelmässige Erneuerung der Waben.
- Vorschriftsgemässe Bekämpfung der Varroamilbe – Hygiene im Bienenstand.
- Vorsicht bei der Übernahme von Bienen aus anderen Standorten (Krankheiten!).
- Verzicht auf jede Einfuhr von Bienen aus Regionen ausserhalb Europas.

