Ein Mitte Februar inaktives Volk: Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?
Eines Ihrer Völker ist Mitte Februar inaktiv. Es hatte im Vorjahr eine schöne Ernte ermöglicht. Beim Öffnen stellen Sie fest, dass das Volk tot ist: Die Zahl der Kadaver auf den Waben und auf dem Kastenboden ist gering, das Brutnest ist lückenhaft und die Futtervorräte sind noch deutlich vorhanden.
- Volk an Kälte gestorben.
- Sauerbrut.
- Varroatose.
- Amerikanische Faulbrut.
- Volk verhungert.
- Buckelbrütiges Volk.
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Richtige Antwort: 3.
Varroatose.
Warum?
Das beschriebene Bild entspricht typischerweise einem Volk, das im Winter nach einem starken Befall durch Varroa destructor zusammengebrochen ist. Die Futtervorräte sind noch vorhanden, was ein Verhungern weniger wahrscheinlich macht. Die geringe Zahl an Kadavern in der Beute deutet ebenfalls darauf hin, dass ein Teil der Bienen das Volk vor dessen vollständigem Absterben verlassen hat.
Ein lückenhaftes Brutnest, löchrige Zelldeckel, teilweise aus den Zellen herausragende tote Bienen und weissliche Kotspuren von Varroamilben an den Zellwänden können diese Diagnose stützen. Die Diagnose bleibt jedoch eine Gesamtinterpretation: Stets sind die Vorgeschichte des Bienenstands, die durchgeführten Varroa-Kontrollen und die im vorangegangenen Sommer oder Herbst angewandte Behandlung zu berücksichtigen.
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Was man verstehen muss
Die Varroatose ist eine wesentliche parasitäre Erkrankung der Honigbiene. Sie schwächt die Bienen, stört das Brutnest und begünstigt die Übertragung von Viren, insbesondere wenn der Befall im Spätsommer stark zunimmt.
Ein Volk kann während der Tracht noch produktiv erscheinen und später zusammenbrechen, wenn der Varroadruck nicht rechtzeitig ausreichend gesenkt wurde. Deshalb gewährleistet eine schöne Ernte im Vorjahr keine gute Überwinterungsfähigkeit.
Zum Merken
Ein im Winter abgestorbenes Volk mit vorhandenen Vorräten, wenigen Kadavern und einem lückenhaften Brutnest lässt stark an ein Varroatose-Problem denken, vor allem wenn die Befallskontrolle oder die Sommerbehandlung unzureichend oder zu spät erfolgt sind.
Die Vorbeugung beruht auf einem ganzjährig verfolgten Varroakonzept: Befallskontrolle, Behandlung zum richtigen Zeitpunkt, Einhaltung der zugelassenen Produkte und regelmässige Erneuerung von Völkern, die korrekt überwintern können.

