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Sommerableger mit Bienen aus den Honigräumen

Einen Sommerbrutling aus Bienen der Honigzargen zu bilden mag zur Erntezeit einfach erscheinen. Die Methode kann funktionieren, doch gegen Ende der Saison hängt ihr Erfolg vor allem davon ab, wie rasch die Volksbildung anläuft, welche Ressourcen zur Verfügung stehen und ob das Jungvolk noch rechtzeitig eine tragfähige Herbstpopulation aufbauen kann.

1. Was diese Methode ermöglicht — und was nicht

Ein Sommerjungvolk aus den Bienen der Honigzargen kann beim Schleudern eine interessante Option sein, wenn ein Volk sehr stark ist und ein Teil der in den Zargen befindlichen Bienen bald nicht mehr direkt zur Produktionsdynamik beitragen wird.

Die Methode kann es daher ermöglichen, diese Population für die Bildung eines kleinen Jungvolks mit einer begatteten Königin zu nutzen. Sie sollte jedoch nicht als einfaches «Recyceln» von Bienen verstanden werden: Gegen Saisonende hängt der Erfolg vor allem davon ab, ob das Jungvolk rasch wieder mit der Brut beginnen kann, sofort über ausreichende Vorräte verfügt und rechtzeitig eine tragfähige Herbstpopulation aufbaut.

Mit anderen Worten: Diese Methode kann funktionieren, ist aber enger und anspruchsvoller als ein klassisches Jungvolk mit Brutwaben. Je weiter die Saison fortgeschritten ist, desto geringer wird die Fehlertoleranz.

2. Mindestvoraussetzungen für den Erfolg

Ein Sommerjungvolk aus den Bienen der Honigzargen sollte nicht ausschliesslich mit Leerrähmchen bestückt werden.

In der Praxis muss ihm von Beginn an mindestens eine Pollenwabe und eine Futterwabe mitgegeben werden; anschliessend wird je nach Kontext und Stärke des Jungvolks mit ausgebauten Waben oder Mittelwänden ergänzt.

Ohne diese Grundressourcen riskiert das Jungvolk, sehr schnell die Basis für den Wiederanlauf der Brut, die Ernährung junger Larven und die Unterstützung der ersten Organisationsphasen zu verlieren. Hinzu kommen weitere Mindestvoraussetzungen: eine qualitativ hochwertige begattete Königin, eine ausreichende Volksstärke, eine bedarfsgerechte Fütterung sowie ein Varroabefallsdruck, der die Entwicklung der künftigen Herbstgeneration nicht gefährdet.


3. Vorgehensweise

In der Praxis muss die Methode im Voraus geplant und ohne Improvisation durchgeführt werden. Ziel ist nicht nur, Bienen zusammenzuführen, sondern rasch ein kleines, kohärentes Gebilde zu bilden — mit einer begatteten Königin, zugänglichen Vorräten und einem angepassten Volumen (siehe auch Kapitel 6 des Artikels «Jungvolkbildung»).

Kasten — Vorgehensweise: praktische Jungvolkbildung

  1. Ablegerkasten im Voraus vorbereiten.
    Vor dem Einbringen der Bienen mindestens eine Pollenwabe und eine Futterwabe in den Ablegerkasten einsetzen. Anschliessend mit ausgebauten Waben ergänzen, sofern vorhanden, danach je nach erwarteter Stärke des Jungvolks und Jahreszeit mit Mittelwänden oder Leerrähmchen.

  2. Königin des Produktionsvolks ausfindig machen.
    Vor dem Absammeln der Bienen aus den Honigzargen sicherstellen, dass die alte Königin nicht versehentlich in das Jungvolk eingebracht wird.

  3. Begattete Königin bereithalten.
    Die Methode setzt eine qualitativ hochwertige begattete Königin voraus, die zum richtigen Zeitpunkt verfügbar ist. Je weiter die Saison fortgeschritten ist, desto weniger ratsam ist es, auf eine verzögerte oder unsichere Lösung zu setzen.

  4. Bienen aus den Honigzargen absammeln.
    Die Bienen können nach der gewählten Methode am Bienenstand abgesammelt werden, beispielsweise mithilfe einer Bienenflucht auf einem 6-Rähmchen-Ablegerkasten oder durch Abwischen der Rähmchen aus mind. 2 Honigzargen mittels eines Trichters. Entscheidend ist, eine ausreichende Population (ca. 1,8 kg) zu erhalten, ohne zwischen der Ernte, der Jungvolkbildung und dem Einweiseln zu viel Zeit zu verlieren.

  5. Bienen in den vorbereiteten Ablegerkasten einbringen.
    Sobald die Bienen vereinigt sind, in den bereits mit Vorräten ausgestatteten Ablegerkasten einbringen. Ein zu grosses Volumen sollte vermieden werden: Das Volk muss sich problemlos zusammenfinden, seinen Eingang verteidigen und einen guten Zusammenhalt aufrechterhalten können.

  6. Königin nach einem vorsichtigen Verfahren einweiseln.
    Die Königin wird im Zusetzer oder nach der üblichen Methode der Imkerin bzw. des Imkers eingesetzt. Das Flugloch des Ablegerkastens wird anschliessend geschlossen, und das Jungvolk wird unter möglichst ruhigen und stabilen Bedingungen untergebracht (z.B. ein kühler Keller).

  7. Futterversorgung sofort sicherstellen.
    Wenn die Tracht beendet, schwach oder ungewiss ist, muss unverzüglich mit der Stützfütterung begonnen werden. Gegen Saisonende muss das Jungvolk sofort über alles verfügen, was den Wiederanlauf der Eilage und der Brut ermöglicht.

  8. Jungvolk an seinen endgültigen Standort bringen.
    Am nächsten Tag gegen Abend das Jungvolk an seinen Überwinterungsstandort im Bienenstand stellen, entsprechend der gewählten Betriebsweise und unter Berücksichtigung des Verflugrisikos.

  9. Oxalsäurebehandlung durchführen.
    Falls die gewählte Betriebsweise eine Oxalsäurebehandlung des brutfreien Jungvolks vorsieht, muss diese nach der Bildung, vor dem Auftreten der ersten verdeckelten Brut und gemäss der offiziellen Gebrauchsanweisung des verwendeten Präparats durchgeführt werden.

  10. Wiederanlauf rasch kontrollieren.
    Einige Tage nach der Bildung die Annahme der Königin, das Vorhandensein von Futter, das allgemeine Verhalten des Jungvolks und, sobald möglich, den Wiederanlauf der Eilage überprüfen.


4. Wann besser darauf verzichtet werden sollte

Diese Methode wird riskant, wenn sie zu spät in der Saison angewendet wird, wenn das Pollen- oder Nektarangebot gering ist, wenn die Königin bereits ihre Eilage einschränkt oder wenn der Varroabefallsdruck bereits hoch ist.

In diesen Situationen riskiert das Jungvolk, zu langsam wieder anzulaufen oder rechtzeitig keine qualitativ hochwertige Herbstgeneration hervorzubringen.

Es empfiehlt sich auch zu verzichten, wenn nur Bienen und Leerrähmchen vorhanden sind, ohne die Möglichkeit, sofort eine Pollenwabe und eine Futterwabe bereitzustellen. Ein spätes Jungvolk, das unter diesen Bedingungen gebildet wird, kann den Anschein erwecken, vollständig konstituiert zu sein, bleibt aber biologisch sehr fragil.

Schliesslich gilt: Wenn das Ziel darin besteht, sicher ein überwinterungsfähiges Volk zu bilden, und Zeit, Vorräte oder Gesundheitslage keinen ausreichenden Spielraum mehr lassen, ist eine andere Strategie oft sicherer (klassische Teilung in 2 Jungvölker mit Einweiseln einer legenden Königin in das weisellosen Jungvolk). In einem solchen Kontext ist eine robustere Lösung zu bevorzugen, anstatt eine Methode zu erzwingen, die zu unberechenbar geworden ist.


Siehe auch:

Autor
S. Imboden & C. Pfefferlé
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