September am Bienenstand
Im September treten die Bienenvölker in eine entscheidende Phase ein: Gesundheit, Vorräte, Qualität der Königinnen und die Auslese der Völker sind nun wichtiger als die Ertragsproduktion. In diesem Monat wird bereits die Überwinterung vorbereitet: Eine wirksame Varroa-Behandlung, das rechtzeitige Auffüllen der Vorräte und der Verzicht darauf, aussichtslose Völker künstlich am Leben zu erhalten, sind Entscheidungen, die sich direkt auf das kommende Frühjahr auswirken werden.
1. Prioritäten des Monats
- Die Winterbienen-Generation schützen, indem der Varroabefallsdruck unverzüglich reduziert wird.
- Die Futtervorräte früh genug und regelmässig ergänzen, ohne die Eilage zu blockieren oder Räuberei auszulösen.
- Völker sortieren, bevor weitere Investitionen getätigt werden: zusammenführen, was noch überwinterungsfähig werden kann; Serbelvolker nicht künstlich bis zum Frühling durchbringen.
- Die Situation der Jungvölker und Königinnen klären, solange eine Entscheidung noch möglich ist.
- Honigzargen und Rähmchen sauber einlagern, brauchbare Altwaben einschmelzen und unnötige Wachskontaminationen vermeiden.
2. September am Bienenstand: der Leitgedanke des Monats
|
Ziel |
Im September ändert sich die Logik am Bienenstand. Die Völker bleiben aktiv, aber es geht nicht mehr darum, die Saison zu verlängern: Ziel ist es, mit kohärenten, ausreichend stark besetzten Völkern in den Herbst einzutreten, die eine gute Wintertraube bilden können.
Der zentrale Punkt des Monats ist einfach: die Winterbienen-Generation schützen, die Gesundheitsführung nicht hinauszögern, die Futtervorräte rechtzeitig ergänzen und die Völker nüchtern beurteilen, bevor weitere Investitionen getätigt werden. Ein noch lebendes Volk ist nicht zwangsläufig ein Volk, das künstlich bis zum Frühling gestützt werden muss.
Je nach Höhenlage, Wetter und Spättracht kann dieses Zeitfenster kürzer oder länger ausfallen. Je weiter der Monat fortschreitet, desto geringer wird der Korrekturspielraum.
Weiterführende Informationen
- Vitellogénine und die Schlüssel zum Volk
- Das winterliche Überleben der Honigbienenvölker
- Das Lebenspotenzial der Bienen erhalten
- Die Winterbiene
- Merkblatt: 4.3 Überwinterung
3. Prioritäre Arbeiten des Monats
3.1 Varroa zum richtigen Zeitpunkt behandeln und die Situation nach der Behandlung neu beurteilen
|
Ziel |
Worauf zu achten ist
Die tatsächliche Situation des Volkes nach der Ernte: Brutvorhandensein, bekannter oder vermuteter Befallsgrad, Begründung für die gewählte Behandlung, Allgemeinzustand der Bienen und Wiederaufnahme der Eilage nach dem Eingriff. Im September reicht es nicht, zu behandeln: Es ist auch nötig, einige Tage später zu kontrollieren, wie das Volk diese 2. Sommerbehandlung verkraftet hat.
Konkrete Massnahmen
Auch wenn die 1. Sommerbehandlung brutfrei mit Oxalsäure nach einem Brutstopp durchgeführt wurde, bleibt die 2. Sommerbehandlung im ApiService-Konzept notwendig und darf nicht weggelassen werden. In der Praxis beginnt die 2. Sommerbehandlung häufig zwischen Mitte August und Anfang September, abhängig von der 1. Sommerbehandlung, den lokalen Gegebenheiten und dem gewählten Behandlungsschema; sie sollte idealerweise spätestens Mitte September abgeschlossen sein. Ziel ist es, die für die Winterbienen nutzbare Legezeit nicht übermässig zu verkürzen. Nach der Behandlung die Wiederaufnahme der Eilage kontrollieren, die bei bestimmten Ameisensäure-Schemata etwa vierzehn Tage ausgesetzt sein kann, und sicherstellen, dass kein problematisches Umweiseln einsetzt.
Worauf besonders zu achten ist
Diese Arbeit hinauszuzögern bedeutet, die Winterbienen stärker dem Varroa auszusetzen. Eine alte oder bereits geschwächte Königin kann die Behandlung ebenfalls schlecht vertragen: Im September begnügt man sich deshalb nicht damit, eine Methode anzuwenden, sondern besucht das Volk danach. Bleibt die Situation inkohärent, muss rasch entschieden werden.
Weiterführende Informationen
- Merkblatt: 1.2 Übersicht der Sommerbehandlungsmethoden
- Entwicklung und Dynamik von Bienen und Varroa im Jahresverlauf
- Notbehandlung im Herbst: mit oder ohne Brut ist nicht die einzige Frage
3.2 Futtervorräte abschliessen, ohne die Eilage zu blockieren
|
Ziel |
Worauf zu achten ist
Das tatsächliche Gewicht der Beute, die bereits vorhandene Futtermenge, die Volksstärke, der noch für die Eilage verfügbare Raum, das Verhalten am Bienenstand sowie die Pollenvorräte. Im September zählen die Eiweissvorräte (Pollen) ebenfalls für die Qualität der Winterbienen, insbesondere bei Jungvölkern. Wirtschaftsvölker und Jungvölker haben weder dieselben Vorräte noch denselben Bedarf.
Konkrete Massnahmen
Als Richtwert sollte ein Wirtschaftsvolk Ende September über etwa 15 bis 20 kg Futtervorräte verfügen, entsprechend rund 4 gut gefüllten Brutraumwaben; in höheren Lagen werden häufig eher 5 Futterwaben angestrebt. Regelmässiges Füttern ist besser als das Einfüllen des gesamten Sirups auf einmal. Fehlen schätzungsweise 10 kg Futtervorräte, entspricht dies etwa 14 l Zuckerlösung 3:2 oder 12 l Invertsirup mit 72 % Trockensubstanz. Ein konzentrierter Sirup ist zu dieser Jahreszeit besser geeignet, da er den Bienen einen Teil der Verdunstungsarbeit abnimmt.
Worauf besonders zu achten ist
Zu spätes oder schlecht durchgeführtes Füttern kann die Bienen erschöpfen, die Aktivität unnötig verlängern oder durch Platzmangel die Eilage blockieren. Umgekehrt verringert zu langes Zuwarten bei unzureichenden Vorräten den Korrekturspielraum schnell. Jede Öffnung des Stocks und jeder Futtereingriff müssen auch im Hinblick auf das Räubereirisiko geplant werden.
In Jahren mit Waldhonigernte sollte auch die praktische Verwertbarkeit der Vorräte überprüft werden. Bei Melezitose-reichem Honig, der in den Waben schnell kristallisiert, sollte ein Bienenvolk nicht ausschließlich von diesen Vorräten überwintern. Bestätigt sich dieses Risiko, kann es erforderlich sein, mehrere betroffene Waben auszutauschen und die Vorräte anschließend durch eine geeignete Fütterung aufzufüllen.
Weiterführende Informationen
- Merkblatt: 4.2 Fütterung
- Bienen mit Eiweiss füttern: sinnvoll oder überschätzt?
- Sommerjungvölker mit Bienen aus den Honigzargen
- Welcher Sirup für die Winterfütterung
3.3 Völker sortieren, Vereinigung, Umweiseln oder Abtöten entscheiden
|
Ziel |
Worauf zu achten ist
Die tatsächliche Volksstärke, die Qualität der Königin, die Regelmässigkeit der Eilage, der Zustand der Futtervorräte, die Kohärenz des besetzten Raums und jedes gesundheitlich bedenkliche Anzeichen. Es ist zu unterscheiden zwischen einem schwachen Volk mit noch vorhandenem Potenzial, einem für die Überwinterung zu schwachen Volk, einem weisellosen oder buckelbrütigen Volk und einem kranken oder verdächtigen Volk: Diese erfordern jeweils unterschiedliche Entscheidungen.
Konkrete Massnahmen
Vereinigen, wenn die entstehende Einheit tatsächlich stärker und für die Überwinterung glaubwürdiger wird. Späte Jungvölker, die sich noch im Aufbau befinden, engmaschig begleiten. Umweiseln nur dann zulassen, wenn noch ein realistisches Zeitfenster besteht. Auf weitere Investitionen in Serbelvolker, Völker ohne klare Entwicklungsperspektive oder stark geschwächte Einheiten verzichten. In bestimmten klar definierten Situationen – insbesondere bei Krankheit, sehr hohem Varroabefall oder wenn eine Weiterführung keinen Sinn mehr ergibt – kann das Abtöten eines Volkes die kohärenteste Entscheidung sein.
Worauf besonders zu achten ist
Das Vereinigen zweier schwacher Völker ergibt nicht automatisch ein starkes Volk. Ein sehr schwaches Volk erfordert nicht dieselbe Vorgehensweise wie ein buckelbrütiges Volk oder ein gesundheitlich verdächtiges Volk. Bei gesundheitlichem Zweifel wird es nicht mit einem gesunden Volk vereinigt; bei Verdacht auf Faulbrut ist das übliche Verfahren einzuhalten und der Bieneninspektor beizuziehen.
Weiterführende Informationen
- Merkblatt: 4.7.1 Völker vereinen
- Merkblatt: 4.7.2 Völker abtöten
- Das buckelbrütige Volk
- Merkblatt: 4.7 Völkerbeurteilung und -selektion
3.4 Jungvölker begleiten und Königinnen ersetzen, wo dies noch sinnvoll ist
|
Ziel |
Worauf zu achten ist
Die Annahme der Königin, das Vorhandensein einer Eilage, die Aufbaugeschwindigkeit des Jungvolkes, die verfügbare Bienenmasse und die tatsächliche Fähigkeit, ausreichende Futtervorräte aufzubauen. Im September reicht es nicht, dass eine Einheit noch lebt: Sie muss eine glaubwürdige Entwicklungsperspektive haben.
Konkrete Massnahmen
Bei Sommerjungvölkern sollte geprüft werden, ob die Königin angenommen ist und ob sie legt. Wenn ein noch brauchbares Sommerjungvolk seine Organisation abschliessen oder noch einige wenige Waben fertig ausbauen muss, kann eine angepasste Fütterung dies unter Umständen begleiten, aber nur bei weiterhin günstiger Witterung, mit einer legenden Königin, ausreichender Volksstärke und einer glaubwürdigen Perspektive für die Überwinterung. Das Hauptziel bleibt dabei der Aufbau der Winterreserven und nicht die Anregung der weiteren Entwicklung des Volkes. In den ApiService-Schemata gilt in der Praxis ein Sommerjungvolk erst dann als ernsthaft überwinterungsfähig, wenn es etwa 6 Waben erreicht hat.
September ist auch eine günstige Zeit, um alte, schwache oder unbefriedigende Königinnen zu ersetzen: Die Annahme ist häufig besser als zur Haupttracht. Es können eigene begattete Königinnen verwendet oder bei einem vertrauenswürdigen Züchter oder Zuchtwart gekauft werden. Wird eine neue Königin eingeweiselt, sollte sie idealerweise seit mindestens drei Wochen in Eilage sein; das Volk muss über Futter verfügen, das Einweiseln erfolgt im Königinnenzusetzer mit Futterteigverschluss, und eine Varroabehandlung sollte in den drei folgenden Wochen unterbleiben.
Worauf besonders zu achten ist
Im September ist das Umweiseln noch möglich, aber die Ungewissheit darf nicht in die Länge gezogen werden. Eine zu spät angenommene junge Königin, ein Jungvolk ohne tatsächliche Eilage oder eine Einheit, die keine Herbstbienenpopulation mehr aufbaut, bieten nur noch sehr geringen Spielraum. Vor dem Einweiseln muss zudem sichergestellt werden, dass weder eine Restkönigin noch eine Weiselzelle noch eine buckelbrütige Situation vorliegt.
Weiterführende Informationen
3.5 Honigzargen wegräumen, letzte Reformwaben einschmelzen und die Nacherntezeit sauber abschliessen
|
Ziel |
Worauf zu achten ist
Noch vorhandene Honigzargen, einzulagernde oder auszusortierende Rähmchen, allfällige Spuren von Wachsmotten, den Allgemeinzustand des Materials und alles, was am Bienenstand oder in der Werkstatt unnötig offen zugänglich bleibt.
Konkrete Massnahmen
Honigzargen abnehmen, sortieren und einlagern, ohne sie herumstehen zu lassen. Eine einfache und wirksame Praxis besteht darin, Rähmchen oder Zargen 48 Stunden ins Tiefkühlfach zu legen und sie dann in einem belüfteten Stapel an einem hellen Ort aufzustapeln. Um das Eindringen von Insekten (Bienen, Wespen usw.) oder Nagern zu verhindern, werden Ober- und Unterseite des Zargenturms mit einem bienensieberen Gitter abgedeckt. Die Honigzargen-Rähmchen überprüfen und allfällige Pollenbereiche oder risikobehaftete Rähmchen sorgfältig entfernen. Die letzten Reformwaben können zu diesem Zeitpunkt ebenfalls eingeschmolzen werden, um das Wachs zu recyceln und den Wabenkreislauf schrittweise zu sanieren.
Futterwaben erfordern eine gesonderte Behandlung. Sie eignen sich vor allem zur vorübergehenden Lagerung: Ausserhalb des Tiefkühlfachs sollten sie während der Saison rasch wiederverwendet und nicht länger als einige Wochen aufbewahrt werden. Überzählige Futterwaben aus gesunden Völkern, die im Herbst eingelagert werden (Tiefkühlschrank), sollten im folgenden Frühling verwendet werden – etwa zur Jungvolkbildung oder zur Ergänzung unzureichender Futtervorräte – und danach eingeschmolzen werden. Futterwaben müssen getrennt von Honigzargen-Rähmchen gelagert werden, um Wachsmottenschäden zu begrenzen. Rähmchen aus kranken oder toten Völkern, schlecht gebaute Rähmchen oder solche mit wenig Futter sollten nach der Ernte unverzüglich eingeschmolzen werden. Bei Verdacht oder Vorliegen einer Tierseuche sind die Anweisungen des Bieneninspektors zu befolgen. Das Material schliesslich unter sauberen, trockenen und gut belüfteten Bedingungen einlagern und notieren, was später repariert, erneuert oder wieder in Betrieb genommen werden muss.
Worauf besonders zu achten ist
Schlecht gelagertes Material oder liegengelassene Ausrüstung verursachen schnell Wachsmottenprobleme, Kontaminationen oder Räuberei. Hausmittel, Lösungsmittel sowie duftende oder nicht für diesen Zweck vorgesehene Produkte sind zu vermeiden: Wachs absorbiert Fremdstoffe rasch. Besser sauber lagern, falls nötig im Kühlen, dann an einem hellen und kühlen oder gut belüfteten Ort. Im September ist ein sauberer Abschluss der Nacherntezeit bereits Teil einer guten Vorbereitung auf das folgende Imkereijahr.
Weiterführende Informationen
- Merkblatt: 4.4.2 Wabenlagerung
- Die Wachsmotte
- Pflege des Imkereibedarfs
- Merkblatt: 4.4.1 Waben einschmelzen
4. Volksgesundheit / Varroa / Asiatische Hornisse
|
Ziel |
Worauf zu achten ist
Das Gleichgewicht zwischen offener und verdeckelter Brut, die Brutaktivität, die Volksaktivität, das allgemeine Erscheinungsbild der Bienen, allfällige Anzeichen von Rückinvasion, Verflug oder Abschwächung sowie jede Anomalie, die sich nicht allein durch den Saisonverlauf erklären lässt. Ein deutlich lückenhaftes Brutnest verdient eine sorgfältige Untersuchung.
Konkrete Massnahmen
Sorgfältige Beurteilung der Volksdynamik im September: Brutbild normal oder nicht, Eilage vorhanden oder nicht, Volk stabil oder nicht. Bei Anzeichen, die auf eine Brutkrankheit hindeuten, die Situation nicht bagatellisieren. Besteht der Verdacht auf Faulbrut, ist das übliche Verfahren einzuhalten und der Bieneninspektor beizuziehen.
Worauf besonders zu achten ist
Der saisonbedingte Brutrückgang darf nicht als automatische Erklärung für alles herhalten. Ein sehr schwaches Volk, ein deutlich lückenhaftes Brutnest, abnormale Larven oder ungewöhnliches Verhalten erfordern eine ernsthafte Überprüfung des Gesundheitszustands. Am Saisonende werden keine Diagnosen erfunden und keine verdächtigen Völker mit gesunden vereinigt.
Der saisonale Rückgang des Brutumfangs darf nicht automatisch alles erklären. Ein sehr schwaches Volk, ein deutlich lückenhaftes Brutbild, abnorme Larven oder ein ungewöhnliches Verhalten verlangen eine echte gesundheitliche Beurteilung. Kalkbrut pilzlichen Ursprungs kann in geschwächten Völkern oder in Völkern, deren Raum nicht gut zur Stärke passt, ebenfalls sichtbarer werden, besonders bei Feuchtigkeit oder Auskühlung. In solchen Fällen versucht man zuerst, die Situation am Bienenstand zu korrigieren: wenn nötig einengen, die Ursache des Problems begrenzen und eine stark betroffene Wabe entfernen, wenn das sinnvoll ist. Die Frage, ob die Königin oder sogar das Volk behalten werden soll, stellt sich vor allem dann, wenn das Problem anhält, sich verschlimmert oder mit anderen Schwächesignalen zusammen auftritt.
Asiatische Hornisse
Im September kann der Jagddruck der Asiatischen Hornisse in den betroffenen Regionen vor den Bienenstöcken weiterhin hoch bleiben. Die Beobachtung des Fluglochs bleibt daher sehr wichtig. Über die sichtbaren Beutefänge hinaus kann dieser Druck auch erheblichen Stress im Volk auslösen: Die Bienen fliegen weniger aus, der Sammelflug kann stark abnehmen, und die allgemeine Aktivität am Bienenstand kann sich deutlich desorganisieren. Hält diese Situation an, kann sie wesentlich zur Schwächung eines Volkes beitragen, und zwar gerade in einer Phase, die für die Vorbereitung auf die Überwinterung entscheidend ist. Bei bestätigten Angriffen kann ein vergitterter Fluglochschutz sinnvoll sein; er sollte jedoch nicht vorsorglich angebracht werden, da er den Flug der Bienen erschwert. Beobachten, fotografieren, auf frelonasiatique.ch melden; weder das Aufstellen von Fallen als Standardmassnahme noch ein direktes Eingreifen an einem Nest werden empfohlen.
Weiterführende Informationen
- Bienenkrankheiten erkennen
- Merkblatt: 2.7 Asiatische Hornisse
- Merkblatt: 2.7.1 Anleitung für gittergeschütztes Flugloch
- Asiatische Hornisse: Erkennen und Vorgehen am Bienenstand
- Zur Ansteckung der Faulbrut
5. Futtervorräte und aktuelle Ressourcen
|
Ziel |
Worauf zu achten ist
Die tatsächlich eingelagerten Vorräte, die noch rund um den Bienenstand verfügbaren Ressourcen, das Pollenangebot, die Volksstärke und die korrekte Abstimmung zwischen Volksstärke, besetztem Raum und dem Raum, den das Volk realistischerweise überwintern kann. Den Pollenvorräten ist eine echte Beachtung zu schenken: Sie spielen eine wichtige Rolle beim Aufziehen und für die physiologische Qualität der Winterbienen, und ihre Kontrolle ist bei Jungvölkern besonders nützlich.
Konkrete Massnahmen
Die Dynamik einschätzen, ohne blindlings auf einen idealen Saisonabschluss zu hoffen. Wo Ressourcen tatsächlich vorhanden sind, sind Einträge wahrscheinlich; wo diese Ressourcen nicht objektiviert wurden, dürfen Einträge nicht einfach vorausgesetzt werden. Konkret bedeutet das: nicht nur Honig oder eingelagerter Sirup wird betrachtet, sondern auch der Futterkranz rund um die Brut und das Vorhandensein ausreichender Pollenwaben. Dieser Punkt ist besonders für Jungvölker relevant, die weniger Spielraum haben, wenn die Eiweissversorgung knapp wird.
Worauf besonders zu achten ist
Spättracht-Ressourcen variieren je nach Region, Lage und Wetter erheblich. Sie können ergänzen, aber allein selten eine sorgfältige Beurteilung der tatsächlichen Vorräte ersetzen. Ein Volk, das für seine verfügbaren Ressourcen zu stark besetzt ist, oder umgekehrt zu schwach für den ihm zur Verfügung stehenden Raum, wird schlecht überwintern, auch wenn es gefüttert wird.
Weiterführende Informationen
- Grundsätze der Bienenfütterung
- Das winterliche Überleben der Honigbienenvölker
- Pollenverbrauch und Volksentwicklung
- Merkblatt: 3.2 Trachtlücken
6. In der Werkstatt / Organisation
|
Ziel |
September ist auch ein Organisationsmonat: Stockkarten aktualisieren, zu beobachtende, zu vereinigende, umzuweiselnde oder abzutötende Völker klar kennzeichnen, Honigzargen und Rähmchen einlagern und das allfällige Einschmelzen der letzten Reformwaben einplanen, solange die Entscheidungen noch klar im Gedächtnis sind.
Eine saubere Werkstatt und präzise Aufzeichnungen vermeiden im Oktober viele Fehler. Das Ziel ist nicht, alles zu erledigen, sondern den Monat mit einem aktualisierten Bienenstand abzuschliessen.
Weiterführende Informationen
- Bienenstandführung: Betriebskonzept
- Völkerdurchsichten: Worauf achten
- Merkblatt: 4.8.1 Fluglochbeobachtung
- Merkblatt: 4.8.2 Gemüllkontrolle
7. Was jetzt nicht zu tun ist
|
Ziel |
- Die Gesundheitsführung nicht auf später verschieben in der Hoffnung, die Situation löse sich von selbst.
- Nicht blindlings füttern, ohne Futtervorräte, Volksstärke, Pollenvorräte und Räubereirisiko zu beurteilen.
- Ein gesundheitlich verdächtiges Volk nicht mit einem gesunden vereinigen.
- Sehr schwache Völker ohne realistische Überwinterungsperspektive nicht künstlich bis zum Frühling stützen.
- Buckelbrütige oder weiselloses Volk, sehr schwaches Volk und krankes Volk nicht verwechseln: Die zu treffenden Entscheidungen sind unterschiedlich.
8. Je nach Kontext
|
Ziel |
In höheren Lagen ist das Interventionsfenster oft kürzer: Fütterung, Sortierung und Saisonabschluss müssen manchmal unter Zeitdruck erfolgen. Das Anhalten von Spättracht-Ressourcen kann einen gewissen Beitrag leisten, darf aber die grundlegenden Entscheidungen nicht künstlich verzögern.
Jungvölker, die bei der Zargenabnahme gebildet wurden, der Druck der Asiatischen Hornisse, die Dichte benachbarter Bienenstände und die lokale Gesundheitssituation können die Septemberführung ebenfalls beeinflussen. Die richtige Grundhaltung bleibt dieselbe: sich an der tatsächlichen Situation am Bienenstand orientieren und keinem abstrakten Kalender folgen.
► Die anderen Monate...
| Januar | Februar | März | April | Mai | Juni | Juli | August | September | Oktober | November | Dezember |


