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Seinen Bienenstand einrichten

Die Wahl des Standorts für den Bienenstand ist zweifellos die wichtigste Entscheidung. Von ihr hängen selbstverständlich der Ertrag, die Zeit, die Sie bei Ihren Schützlingen verbringen werden, sowie die vielfältigen Einsparungen ab, die Sie erzielen können.

Aus gesetzlicher Sicht muss der Bienenstand mindestens 15 m von einer erwähnten Strasse entfernt aufgestellt werden. Artikel 175 über Anlagen lautet:

«An den Rändern öffentlicher Verkehrswege darf keinerlei Anlage und kein Gegenstand aufgestellt oder errichtet werden, deren Bestimmung, Erscheinung, Bewegung, Lärm oder Ausdünstungen geeignet wären, den Verkehr zu behindern, Passanten zu belästigen oder Pferde und andere Zugtiere zu erschrecken. Bienenstände fallen in die Kategorie der vorerwähnten Anlagen.»

Zum Wohl der Nachbarschaft (Stichrisiko, das Angst auslösen kann) ist es daher vorzuziehen, den Bienenstand nicht in der Nähe von Wohnhäusern einzurichten oder andernfalls unbedingt mit den Nachbarn Kontakt aufzunehmen.

Praktische Tipps für die Einrichtung eines Bienenstands:

  • wenn möglich, mindestens 200 m von einem bestehenden Bienenstand entfernt und in Absprache mit dem bereits dort installierten Imker
  • in einer Trachtregion (natürlich!)
  • maximale Höhenlage 1500 m, aber in dieser Höhe ist der Winter sehr lang und es wird schwierig sein, starke Völker für die Tracht zu haben. Es ist besser, höchstens auf 1000 m Höhe zu beginnen
  • windgeschützt (eine Hecke kann als Schutz dienen)
  • nicht zu nahe an einer nach Süden gerichteten Mauer, da grosse Hitze die Bienen beeinträchtigt
  • die Beuten mit dem Flugloch möglichst gegen die aufgehende Sonne ausrichten
  • Achtung bei Böschungen hinter den Beuten:  Im Winter könnte sie starker Schneefall zum Umkippen bringen
  • eine Wasserstelle in der Nähe ist wichtig. Sie kann künstlich angelegt werden
  • ein mit dem Auto zugänglicher Ort (Ihr Rücken wird es Ihnen danken!)
  • die Beuten müssen mindestens 30 cm über dem Boden stehen
  • Beutenständer können aus Betonfundamenten, Holzschwellen oder Metallträgern bestehen und eine oder mehrere Beuten tragen
  • Bienen fürchten die Kälte nicht, überwintern aber schlecht an feuchten Orten
  • Sonne ab Januar ermöglicht den Bienen den Reinigungsflug und hilft so, Nosema (Ruhr) zu vermeiden.
  • ein nicht zu weit vom Haus entfernter Ort erlaubt es Ihnen, mehr Zeit bei Ihren Bienen zu verbringen
  • sobald die Beuten aufgestellt sind, den Bieneninspektor der Region benachrichtigen, der eine Bienenstandnummer ausstellt, die gut sichtbar anzubringen ist
  • jede Verstellung eines Volks muss im Formular «Bestandeskontrolle der Bienenvölker für das Jahr» eingetragen werden

Das notwendige Material


Für die praktische Imkerei ist es unerlässlich, über Material in einwandfreiem Zustand zu verfügen, das der Grösse des eigenen Bienenstands angepasst ist.

   

Grundausrüstung

  • Smoker:  Er ist unentbehrlich, vielleicht sogar das wichtigste Werkzeug des Imkers. Er ermöglicht es, sich den Bienen zu nähern und sie zu beruhigen. Der Blasebalg-Smoker wird am häufigsten verwendet. Als Brennmaterial können trockenes morsches Holz, Rinde, Kiefernnadeln oder anderes dienen, aber keine Materialien, die Leim oder chemische Produkte enthalten. Der Rauch muss kalt, weiss und dicht sein. Man kann auch die Imkerpfeife verwenden. Dann muss Tabak als Brennstoff benutzt werden.
  • Gasbrenner, kleiner Brenner:  Er wird verwendet, um Material zu desinfizieren (Stockmeissel, Schaber, Beuten usw.) und erleichtert das Anzünden des Smokers.
  • Stockmeissel und Schaber:  Sie dienen dazu, Rähmchen zu lösen und zu verschieben, Wachs und Propolis abzukratzen und Varroa-Unterlagen zu reinigen.
  • Bienenbürste:  Sie wird insbesondere verwendet, um Bienen bei der Ernte von den Waben zu entfernen. Sie sollte während des Gebrauchs feucht gehalten werden. Regelmässig mit Bleichmittel zu desinfizieren, da sie ein Krankheitsvektor werden kann. Da sie von den Bienen oft schlecht toleriert wird, kann sie durch eine grosse Vogelfeder ersetzt werden.

Sicherheit, Schutz

  • Kleidung:  Tragen Sie helle Kleidung. Bienen reagieren weniger aggressiv auf helle als auf dunkle Farben. Schutzanzüge werden vor allem bei Allergien verwendet.
  • Schleier:  Er ist für Ihre Sicherheit ratsam. Er ist manchmal störend für die Sicht und bei Hitze unangenehm, dennoch ist es unvorsichtig, das Gesicht nicht zu schützen. Stiche auf Nase, Lippen oder Augenlider sind sehr schmerzhaft. Der Kauf von ein oder zwei zusätzlichen Schleiern für den Bienenstand ist sehr praktisch, um Besucher zu empfangen.
  • Handschuhe:  Die Arbeit mit blossen Händen ist viel präziser und einfacher, dennoch kann ein Paar Handschuhe manchmal nützlich sein (zum Abbürsten von Bienen, wenn sie zu nervös sind). Im Handel gibt es auch eine abwehrende Creme, die Bienen von den Händen fernhält. Latexhandschuhe können bei den ersten Frühjahrsdurchsichten und im Herbst angenehm sein, um zu verhindern, dass Propolis an den Händen klebt.

Die Beuten

Es gibt zahlreiche Modelle, die alle Vorteile und Schwächen aufweisen. Sobald das Modell gewählt ist, ist es ratsam, dabei zu bleiben und nur ein einziges System zu besitzen. Das vereinfacht die Arbeit erheblich. Es gibt auch Beuten aus verschiedenen Materialien:  Holz (am weitesten verbreitet, am solidesten, aber am schwersten) – Kunststoff (leicht, aber nicht einfach zu reinigen) – Polyester oder expandiertes Polystyrol (nicht wirklich robust). Es gibt im Handel auch Bausatz-Beuten zum Selbstmontieren, die daher günstiger sind.

In der Westschweiz findet man sechs Hauptmodelle:

a) Die Dadant-Blatt:  die in unserer Region am häufigsten verwendete, sie besteht aus:

  • einem Dach, das das Volk vor Witterungseinflüssen schützt.
  • einem Futtergeschirr, das das Füttern des Volks ermöglicht. Es gibt mehrere Modelle.
  • einem Deckbrett, das auf dem Brutraum oder dem Honigraum liegt und die Oberseite der Beute schliesst.
  • einem oder mehreren Honigräumen, die als Honigspeicher dienen.
  • einem Trennschied, das dazu dient, das Volk einzuengen und die Handhabung der Rähmchen zu erleichtern.
  • einem Brutraum für zehn oder zwölf Rähmchen je nach Modell. Dort legt die Königin Eier, und dort lagern die Bienen ihre Vorräte.
  • einem Kastenboden oder Bodenbrett, das die Beute trägt, mit Lüftungsgitter, Flugbrett und manchmal mit Varroa-Unterlage (die Unterlage ist unverzichtbar, sie ermöglicht die Kontrolle des Varroabefalls im Volk).
 

b) Die Dadant-Typ (zu vermeiden, da es schwierig ist, Ableger zu finden)

c) Die Langstroth

d) Die Layens

e) Die Burki-Jeker, die sich besonders für Bienenhäuser eignet.

f)  Die Warré

 

Ergänzendes Material

Beutenständer:  Jeder Imker hat seinen eigenen Trick, aber die Beuten müssen mindestens 30 cm über dem Boden stehen, um zu grosse Feuchtigkeit zu vermeiden. Sie können aus Betonfundamenten, Holzschwellen oder Metallträgern bestehen und eine oder mehrere Beuten tragen. Vermeiden Sie die Verwendung von Platten (selbst dicken), da sie unter den Beuten zu viel Feuchtigkeit halten würden.

Königinnengitter:  Es verhindert, dass die Königin im Honigraum Eier legt. Seine Grösse muss dem gewählten Beutentyp entsprechen. Es gibt sie aus Metall oder Kunststoff, und jeder wird das für ihn passende auswählen. Zur Reinigung kann man es einfrieren und anschliessend im kalten Zustand abbürsten.

Bienenfluchtbrett: Es ist eine einfache und wirksame Lösung, um die Honigräume von Bienen zu leeren. Es ermöglicht den Bienen aus dem Honigraum, in den Brutraum hinabzugehen, verhindert aber, dass sie wieder hinaufsteigen. Am Abend einsetzen und am nächsten Morgen in der Frühe entfernen. Es ist wichtig, die Eingänge (Schieber) nach dem Entfernen der Honigräume zu verengen, um Räuberei zu bekämpfen! Es gibt mehrere Modelle auf dem Markt, einige funktionieren besser als andere! Lassen Sie sich von Ihrem Kursleiter oder einem erfahrenen Imker beraten, um die richtige Wahl zu treffen.

Beutenlack:  Gut gepflegte Beuten können zwar eine Quelle des Stolzes sein, vor allem aber helfen sie bei der Bekämpfung von Krankheiten. Die Lacke dürfen keine Insektizide und keine Lösungsmittel enthalten! (Das Innere der Beuten wird nicht lackiert!)

Waage:  Sie ist ein sehr nützliches Beobachtungsmittel, um die gute Entwicklung des Bienenstands sowie Eintrag und/oder Verbrauch des Volks zu verfolgen. Sie ist eine wertvolle Hilfe und kann es ermöglichen, zu entscheiden, wann Honigräume abgenommen werden sollen, wenn die Bienen mehr verbrauchen, als sie eintragen. Es gibt im Handel speziell für die Imkerei geeignete Waagen, aber auch in der Landwirtschaft verwendete Waagen eignen sich sehr gut. Dank ihr werden Sie bei Einträgen nach deren Herkunft suchen und sich so mit der Natur rund um Ihren Bienenstand vertraut machen.

Wassersprühgeräte:  mit einem Fassungsvermögen von ca. 0.5 l. Eines für die Oxalsäurebehandlung von Schwärmen und ein anderes mit Zuckerwasser, um ein Volk zu beruhigen, das unruhig zu werden beginnt, oder um das Einfangen eines Schwarms zu erleichtern. Dem Wasser wird Lavendel- oder Eukalyptusessenz zugesetzt, um Bienen aus verschiedenen Völkern zu vereinigen und so den jeweils eigenen Geruch eines Volks zu neutralisieren.

Zusetzen von Königinnen

Königinnenzusetzer: Ein kleiner Käfig schützt die Königin bei der Einführung in das Volk vor Angriffen der Bienen. Das Ende dieses Käfigs ist mit Futterteig (Zucker-Honig-Gemisch) verschlossen, der, sobald er benagt ist (ca. 24 h), die Freilassung der neuen Königin in ein Volk ermöglicht, das sich in der Zwischenzeit an deren Pheromone gewöhnt hat.

Gerät zum Zeichnen der Königin:  Das Kunststoffmodell mit Kolben und Schaumstoffkissen ist sehr einfach in der Anwendung.

Zeichnen der Königin: Je nach Vorliebe können Marker, Lacke oder auch aufgeklebte und nummerierte Plättchen verwendet werden.

Später (nach 3-4 Jahren Praxis) wird man sich mit dem speziellen Material für die Königinnenzucht ausrüsten:  Zuchtrahmen mit Näpfchen, Umlarvbesteck, Begattungskästchen usw.

 

Gebrauchtes Material: Vorsichtsmassnahmen

Gesundheitsaspekt

  • Sich beim Bieneninspektor der Region, aus der das Material stammt, vergewissern, dass im Bienenstand des Verkäufers keine Krankheit vorhanden ist.
  • Vorsicht beim Kauf von Beuten und fremden Bienen. Viele Imker standen bereits vor kranken Völkern.
  • Trotzdem das Holz abflammen und die Werkzeuge mit Bleichmittel reinigen.
  • Rähmchen mit ausgebautem Wachs sind zu entsorgen.
  • Honigraumrähmchen können aufbewahrt werden, wenn sie keine Brut enthalten haben.
  • Zur Desinfektion einer gebrauchten Beute können Sie Natronlauge mit geeignetem Körperschutz (Handschuhe, Brille …!) oder Virkon-Pulver verwenden, das Sie in gewissen Imkereifachgeschäften finden (starkes Viruzid, Bakterizid und Fungizid). Es ist einfach anzuwenden und hilft, spätere Gesundheitsprobleme zu vermeiden.

Finanzieller Aspekt

  • Sich von einem erfahrenen Imker beraten lassen, um den richtigen Preis zu bezahlen.
  • Vermeiden, zu altes Material zu kaufen, dessen Stabilität und Zuverlässigkeit sehr rasch auf die Probe gestellt werden.
  • Es ist wichtig, mit gutem Material zu beginnen. Wenn Sie nicht sehr handwerklich veranlagt sind, vermeiden Sie gebrauchtes Material. In den meisten Fällen erfordert es viel Arbeit für die Instandstellung!

Aussehen und Normen

Wenn bereits Beuten vorhanden sind:  vermeiden Sie den Kauf von Material eines anderen Typs (ausser wenn dies ausdrücklich gewünscht oder beabsichtigt ist). Andernfalls bleiben Sie bei den lokalen Praktiken (Dadant Blatt oder Schweizer Beuten für Bienenhäuser), das erleichtert den Kauf von Ablegern.

Rechtliche Konformität

Für das Schleudermaterial nur Material aus Edelstahl oder lebensmittelechtem Kunststoff kaufen.

Besetzte Beuten

Der Kauf besetzter Beuten kann für einen Anfänger eine Lösung sein, erweist sich in der Praxis jedoch als nur halb befriedigend. Diese Völker stammen in der Regel von älteren Imkern, die nicht mehr die Energie haben, Königinnen und Rähmchen rechtzeitig zu erneuern. Besser ist entweder:

  • Mit einem bei einem Züchter gekauften Ableger zu beginnen, der eine gute Ausgangsbasis darstellt. Eine sanfte und qualitativ gute Biene ermöglicht einen besseren Einstieg in die Imkerei.
  • Sich von einem erfahrenen Imker begleiten zu lassen und gegebenenfalls die Königin zu ersetzen, die bei einem vertrauenswürdigen Imker gekauft wird, und rasch die Erneuerung allfälliger alter Waben vorzusehen.
  • Eine leere, instand gesetzte und desinfizierte Beute bereitzuhalten, um die Völker rasch umzuwohnen und so die Beuten eine nach der anderen zu «erneuern».
  • Wir können niemanden zwingen, mit dieser oder jener Rasse zu arbeiten, aber wir (die Imkereiberater) empfehlen Ihnen sehr nachdrücklich, die Carnica zu züchten. Diese Biene ist sehr gut an unser Klima angepasst, sie ist sanft, und wenn die Natur grosszügig ist, wird sie einen sehr guten Ertrag liefern. Reservieren Sie Ihre zu ersetzenden Königinnen bei einem Zuchtberater oder einem erfahrenen Imker.

► siehe www.miel.ch


Siehe auch :

Autor
Corinne Gabioud; Huguette Carron; Gilbert Duruz; Joël Favre; Pierre-Alain Mariéthoz; Robert Mottiez; Alain Salamin; Olivier Siggen
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