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Palynologie und Pollenanalyse

Die Farbe des Pollens variiert je nach Pflanzenart: Sie reicht von weiss bis schwarz, meist ist der Pollen jedoch gelb oder orange sowie auch hellbraun oder grünlich. Anhand der Farbe lassen sich gewisse typische Pollen erkennen (zum Beispiel ist Mohnpollen schwarz, Phaceliapollen blau), doch nur durch eine mikroskopische Analyse kann der Pollentyp eindeutig bestimmt werden.

Tatsächlich besitzt jedes Pollenkorn eine genau definierte, artspezifische Form und Grösse, die mit dem blossen Auge nicht sichtbar ist, da ein Pollenkorn zwischen 2,5 und 220 Mikrometer (Tausendstel Millimeter) misst. Die Form ist häufig kugelig, eiförmig oder dreieckig, mehr oder weniger deformiert, jedoch stets harmonisch. Die Palynologie (vom Griechischen palyno = verbreiten, bestreuen – selbst abgeleitet von pale = Mehl – und logos = Wissenschaft, Lehre) ist eine Wissenschaft, die sich mit der Suche nach Pollenkörnern und der Untersuchung ihrer Morphologie (äussere Form) befasst. Forschung und Analysen haben zur Erstellung einer Art Datenbank geführt, in der mehrere hundert Pollenarten mit Beschreibungen sowie Zeichnungen oder mikroskopischen Aufnahmen katalogisiert sind und mit den im Honig gefundenen Pollenkörnern verglichen werden können.

Der Imker sieht möglicherweise keinen unmittelbaren Nutzen darin, die Formen der verschiedenen Pollenkörner zu unterscheiden, ist jedoch umso mehr daran interessiert, die Beschaffenheit seines Honigs zu kennen. Honig enthält nämlich neben durch den Wind eingetragenen Pollenkörnern auch Spuren von Pollen der von den Bienen besuchten Blüten: Eine gewisse Anzahl kleiner Pollenkörner gelangt natürlicherweise mit dem von der Biene gesammelten Nektar in den Honig; grössere Pollenkörner bleiben an den Körperoberflächen des Insekts haften und können beim Einlagern des Honigs in den Waben in diesen gelangen.

Die Untersuchung dieser Pollenkörner (Pollenanalyse und Melissopalynologie, welche die im Honig enthaltenen Pollen untersucht) ermöglicht die Bestimmung der geografischen Herkunft und der botanischen Herkunft des Honigs.

 

 

Geografische Herkunft

Da sich im Honig Pollenspuren aller Pflanzenarten der Region finden – unabhängig davon, ob sie von Bienen oder durch den Wind eingetragen wurden –, liefert die Pollenanalyse Hinweise auf die Herkunft des Honigs (z. B. Berg- oder Importhonig). So kann beispielsweise festgestellt werden, ob ein als einheimisch deklarierter Honig tatsächlich in der Schweiz geerntet wurde (er darf keine Pollen exotischer Pflanzen enthalten).

 

Botanische Herkunft

Die Pollenanalyse eines Honigs dient auch – und vor allem – dazu festzustellen, welche Pflanzen den Nektar für die Erzeugung dieses Honigs geliefert haben und in welchen Anteilen. Tatsächlich besteht ein proportionaler Zusammenhang zwischen der Anzahl der Pollenkörner einer bestimmten Pflanzenart im Honig und dem Honiganteil, der aus dieser Pflanze stammt (Ausnahmen bilden insbesondere die Kastanie, deren Pollen überrepräsentiert ist, sowie der Löwenzahn, der unterrepräsentiert ist).

Beim Honigtau hingegen, da die Bienen keine pollenhaltigen Blüten besuchen, können die üblichen Regeln der Pollenkennzeichnung nicht angewendet werden. Es kann lediglich eine Aussage über die Pflanzen der Region (geografische Herkunft) gemacht werden, da sich deren Pollenteilchen auf dem Honigtau ablagern, bevor dieser von den Bienen gesammelt wird.

 

Quellen

Silberfeld, C. Reeb, Les plantes mellifères, 2016

Jean-Prost, Apiculture, 1987

Agroscope, Sources importantes de pollen et de nectar pour les abeilles mellifères en Suisse, 2020

Piquée, Les plantes mellifères mois par mois, 2014

Bieri, S. Bogdanov, L’apiculture – une fascination, Vol.4 Les produits de la ruche, 2014

Revue suisse d’apiculture SAR, mars 2018

Caillas, Le pollen

Donadieu, Le pollen, 1979

Hakim, Le pollen

Autor
Isabella Moretti
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