Merkblatt: 2.12 Tropilaelaps
Das offizielle Merkblatt 2.12 ordnet Tropilaelaps als zu überwachende Tierseuche ein. Es beschreibt zwei aus Asien stammende parasitische Milbenarten, die die Europäische Honigbiene befallen können, und nennt typische Hinweise wie ein lückenhaftes Brutnest, Löcher in den Brutzelldeckeln oder verkrüppelte Bienen. Für die Schweiz hält das Merkblatt fest, dass bisher kein Vorkommen nachgewiesen wurde und dass Verzicht auf Bienenimporte, regelmässige Kontrolle sowie die Benachrichtigung der BieneninspektorIn bei Verdacht wichtig sind.
Offizielles Merkblatt (BGD / SSA) – Kurzfassung
Merkblatt: 2.12 Tropilaelaps (V 2603)
- Ziel: Überblick zu Aussehen, Diagnose, Vorgehen und wichtigen Punkten zu Tropilaelaps.
- Tropilaelaps clareae und Tropilaelaps mercedesae sind zwei aus Asien stammende parasitische Milbenarten, welche die Europäische Honigbiene befallen können. Erwachsene Tropilaelaps-Milben sind braun-rot gefärbt und, im Gegensatz zu Varroa, länger als breit (mit Beinen ca. 1 x 0,8 mm).
- In der Schweiz wurde bis heute kein Vorkommen festgestellt. T. mercedesae wurde in den letzten Jahren in Osteuropa (u.a. Russland, Georgien) gefunden. Die Konsequenzen einer Einschleppung in die Schweiz können nicht vorhergesagt werden.
- Wie die Varroamilbe ernährt und vermehrt sich Tropilaelaps in den Brutzellen. Es ist unklar, ob Tropilaelaps zwischen zwei Reproduktionszyklen erwachsene Bienen oder andere Futterquellen nutzen kann. Brutfreiheit kann die Milbenpopulation stark reduzieren.
- Die negativen Auswirkungen auf die Bienen sind mit jenen der Varroamilbe vergleichbar: Verringerung des Schlupfgewichts und Verkürzung der Lebensdauer, Missbildungen sowie Übertragung von Viren, insbesondere des Flügeldeformationsvirus.
- Hinweise auf einen Befall sind lückenhaftes Brutnest, Löcher in den Brutzelldeckeln sowie verkrüppelte Bienen mit zu kurzem Hinterleib oder deformierten Flügeln. Die Milben sitzen in den Brutzellen, sind selten auf erwachsenen Bienen zu beobachten und auf Unterlagen schwer sichtbar.
- Zur Diagnose kommen folgende Methoden in Frage: Öffnen von Brutzellen mit einer Pinzette oder einem stark haftenden Klebeband, Puderzuckermethode und Unterlagenkontrolle. Bei Verdacht wird empfohlen, den/die BieneninspektorIn zu benachrichtigen, damit eine Brutprobe zur Analyse im Referenzlabor entnommen werden kann.
- Das Merkblatt weist auf Verwechslungsgefahr mit Sauerbrut und Varroatose hin. Tropilaelaps ist als zu überwachende Tierseuche aufgeführt.
- Zurzeit sind in der Schweiz keine Tierarzneimittel gegen Tropilaelaps zugelassen, und es gibt kein erprobtes Behandlungskonzept. Der effektivste Weg zur Vorbeugung ist der Verzicht auf Importe.
- Weitere vorbeugende Massnahmen sind konsequente Völkerbeurteilung und -Auslese, ausschliesslich starke und gesunde Völker sowie das Minimieren von Verflug und Räuberei.
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Zusammenfassung auf Basis des Merkblatts 2.12 (V 2603). Letzte Prüfung: 04/2026.

