Juni am Bienenstand

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Im Juni bleibt am Bienenstand viel in Bewegung, doch die Logik der Saison beginnt sich bereits zu verändern. Zwischen Tracht, Platzmangel, Schwärmen, Jungvolkbildung, Transhumanz (wandern mit den Bienen) und Varroa-Kontrolle muss der Imker zugleich noch sehr starke Völker begleiten und bereits den weiteren Verlauf des Sommers vorbereiten. Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Themen und Arbeiten des Monats Juni in einer Logik, die auf die Realitäten der Imkerei in der Schweiz abgestimmt ist.
1. Die Prioritäten des Monats
- Sehr starken Völkern rechtzeitig Raum geben.
- Jungvölker noch früh genug bilden, damit sie sich ordentlich entwickeln können.
- Den Varroadruck messen, bevor man von einem noch kräftig wirkenden Volk überrascht wird.
- Die Ernte vorbereiten und bereits jetzt die Strategie für die erste Sommerbehandlung festlegen.
- Jede Entscheidung an die tatsächliche Tracht-, Wetter- und Höhensituation anpassen.
- Je nach Kontext: Wanderung und späte Trachten
2. Juni am Bienenstand: der Leitgedanke des Monats
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Ziel |
Im Juni lauern zwei entgegengesetzte Fehler: einem sehr starken Volk zu wenig Raum zu lassen oder zu glauben, ein kräftiges Volk sei vor allen Problemen geschützt. Ersteres begünstigt den Schwarmtrieb, letzteres schläfert die Wachsamkeit in Gesundheitsfragen ein – vor allem beim Varroa, dessen Populationswachstum gerade deshalb rasch zunimmt, weil reichlich Brut vorhanden ist.
Im Juni sind die Völker oft auf ihrem Entwicklungshöchststand. Die Brut ist noch üppig, die Flugbienen sehr aktiv, und die Einträge können bei günstigen Bedingungen beträchtlich sein. Dennoch ist dieser Monat keine blosse Verlängerung des Frühlings: Um die Sommersonnenwende, den 21. Juni, wandelt sich die Dynamik allmählich. Die Eilage der Königin wird danach zurückgehen, die Bautätigkeit nachlassen und der Handlungsspielraum des Imkers sich schrittweise verringern.
Juni ist auch ein sehr uneinheitlicher Monat, was die Ressourcen betrifft. Je nach Region kann er noch schöne Trachten bieten – insbesondere in der Bergregion oder bei bestimmten späten Blüten –, er kann aber auch ein ertragsschwacher oder sogar trachtarmer Monat in der Ebene werden, wenn die grossen Frühjahrsblüten vorbei sind und das Wetter sich verschlechtert. Ein Tieflandstand, ein Hangstand und ein Bergstand folgen nicht zwingend demselben Rhythmus.
Die Massnahmen dürfen daher nicht allein vom Datum geleitet werden, sondern von der Beobachtung der Völker, der Vorräte, des Wetters und der tatsächlich verfügbaren Ressourcen. Mehrere Aufgaben bündeln sich in diesem Monat: Raum bewirtschaften, Jungvölker bilden, das Brutbild überwachen, den Varroadruck messen, die Ernte vorbereiten und die Sommerbekämpfung antizipieren. Einige dieser Aufgaben können nicht auf Juli verschoben werden. Das ist das eigentliche Merkmal des Juni.
Weiterführendes
- Gute Praxis bei der Volksdurchsicht
- Das Brutvolumen
- Integrierte Varroabekämpfung im Jahresverlauf
- Völkerführung: Betriebskonzept
3. Vorrangige Arbeiten des Monats
3.1 Honigzargen aufsetzen und Raum bewirtschaften
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Ziel |
Worauf zu achten ist
Sehr dicht belegter Brutraum, Bienen, die überquellen, ungeordnete Einlagerung von Honig oder Pollen im Brutraum, weisser Wachsneubau auf den Wabenschenkeln oder am Deckbrett. Diese Signale zeigen oft an, dass unverzüglich vergrössert werden muss.
Konkrete Massnahmen
Entsprechend der tatsächlichen Volksstärke und der Trachtstärke Raum geben. Eine Honigzarge aufsetzen, wenn Platzmangel zu einem konkreten Risiko wird. Die tatsächliche Volksentwicklung begleiten, anstatt aus Prinzip Volumen hinzuzufügen. Den Juni auch nutzen, um Waben ausbauen zu lassen, solange die Völker noch sehr aktiv sind.
Worauf besonders zu achten ist
Platzmangel verändert das innere Gleichgewicht des Volkes rasch. Das Brutnest blockiert sich, die Eilage nimmt ab, und der Imker verliert einen Teil seines Betriebsspielraums. Die Honigzarge ist daher nicht nur ein Lagervolumen: Sie trägt dazu bei, einen ausgeglichenen inneren Volksbetrieb zu erhalten. Ein starkes Volk kann manchmal eine, zwei oder sogar mehrere Honigzargen nacheinander benötigen. Zu lange zu warten bleibt ein konkretes Risiko, auch im Juni. Nach der Sommersonnenwende nimmt die Bautätigkeit oft ab.
Weiterführendes
- Merkblatt: 4.12 Dynamische Völkerführung
- Der Rähmchenbau
- Merkblatt: 4.4 Wabenerneuerung
- Schwarmverhinderung
3.2 Jungvölker bilden und Königinnen züchten: ein sich schliessenes Fenster
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Ziel |
Worauf zu achten ist
Tatsächliche Stärke des Ablegervolkes, ausreichende Mengen an Brut, Bienen und Futter, noch verfügbare Ressourcen sowie das vorrangige Ziel des Standes: Ernte, Bestandserneuerung oder Entlastung eines sehr starken Muttervolkes.
Konkrete Massnahmen
Einen Ableger bilden, wenn dies einem klaren Ziel dient. Sehr starke Völker nutzen, um den Bestand zu erneuern, Reserveeinheiten bereitzuhalten und ein zu starkes Muttervolk zu entlasten. Für kleine Stände: einfach und realistisch bleiben – ein Jungvolk mit Brut, Bienen, Futter und guter Wärmeregulation bilden. Für fortgeschrittene Imker bietet der Juni auch die Möglichkeit, eine strukturiertere Zuchtlogik einzubinden: einige Königinnen aus einer guten Herkunft zu produzieren, Begattungskästchen vorzubereiten oder bestimmte Königinnen auf einer Belegstation begatten zu lassen.
Worauf besonders zu achten ist
Wenn eine Tracht im Gange ist und das Hauptziel die Ernte bleibt, muss zuerst Platzmangel und Brutnestsperren vermieden werden. Soll dagegen der Stand erneuert oder ein sehr starkes Muttervolk entlastet werden, kann die Jungvolkbildung vorrangig werden. Die richtige Wahl hängt also sowohl von der tatsächlichen Volksstärke als auch von den verfügbaren Ressourcen und dem Ziel des Imkers ab.
Ab Ende Juni werden einfache Methoden zur Jungvolkbildung mit wenigen Rähmchen zu spät. Ein zu spät gebildetes Jungvolk hat nicht mehr die Zeit, sich ausreichend zu entwickeln, um gut zu überwintern. Danach müssen stärkere Einheiten mit mehr Brut gebildet werden. Das ist nicht unmöglich, aber anspruchsvoller. Besser, die Gelegenheit zu Beginn des Monats nicht verpassen. Die Qualität der Ausgangsherkunft bleibt entscheidend.
Weiterführendes
- Jungvolkbildung und Königinnenzucht
- Jungvolkbildung (Ableger)
- Ableger vermehren
- Grundlagen und Methoden der Königinnenzucht
3.3 Schwärme einfangen und geschwarrmte Völker nachbetreuen
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Ziel |
Worauf zu achten ist
Bekannte oder unbekannte Herkunft des Schwarms, lokale Seuchensituation, Zustand des Muttervolkes nach dem Schwärmen, Futtervorräte, verfügbarer Raum und Räubereirisiko bei abnehmenden Ressourcen.
Konkrete Massnahmen
Einen gesunden Schwarm bekannter Herkunft einfangen und einlogieren. Nach dem Einlogieren darauf achten, dass kein übermässiger Leerraum vorhanden ist, bei Bedarf für Futterversorgung sorgen und die tatsächliche Entwicklung des neuen Volkes verfolgen. Im Muttervolk Honigzargen entfernen oder umverteilen, wenn die Ernte nicht unmittelbar bevorsteht, Futtervorräte kontrollieren und nach ausreichendem Zeitabstand die Weiselrichtigkeit durch Beobachtung der Eilage überprüfen.
Worauf besonders zu achten ist
Schwärme aus einem Europäischen- oder Amerikanischen-Faulbrut-Sperrgebiet dürfen nicht eingefangen werden: Das Ansteckungsrisiko ist erheblich. Im Zweifelsfall ist vor jeder Entscheidung die Einschätzung des Bieneninspektors einzuholen. Ein geschwärmtes Volk ist nicht automatisch «erledigt»: Es tritt in eine neue Betriebsphase ein. Im Hinblick auf die Selektion lohnt es sich, über den Ersatz der Königin eines eingefangenen Schwarms nachzudenken. Eine stark schwarmfreudige Genetik langfristig weiterzuführen ist nicht erstrebenswert. Es ist keine systematische Pflicht, aber eine Entscheidung, die bewusst getroffen werden sollte.
Weiterführendes
- Merkblatt: 1.4.6 Schwarm
- Zur Übertragung der Faulbrut
- Merkblatt: 4.7.4 Führung weiselloser Völker
- Merkblatt: 4.8.3 Räuberei
- Merkblatt: 4.7.3 Gesunde Völker erkennen
3.4 Ernte und unmittelbaren Saisonfortgang vorbereiten
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Ziel |
Worauf zu achten ist
Tatsächliche Reife des Honigs, Zustand der Honigzargen, Verdeckelung, wenn möglich Wassergehalt sowie der tatsächliche Kalender des Standes und der Standort der Völker.
Konkrete Massnahmen
Schleuderraum vorbereiten, Sauberkeit des Materials prüfen und nur ausreichend reife Honigwaben ernten. Die Ernte in erster Linie unter Qualitätsgesichtspunkten planen. Wo Honigzargen die Reife erreichen, muss die Entscheidung vom tatsächlichen Wabenzustand geleitet werden – wenn möglich vom Wassergehalt –, nicht allein vom Datum.
Worauf besonders zu achten ist
Der Juni ist noch ein Vorbereitungsmonat, aber der letzte, in dem mehrere Entscheidungen unaufgeregt getroffen werden können, bevor der Erntedruck und die ansteigende Varroabelastung den Handlungsspielraum einengen. Was im Juni nicht entschieden wird, muss im Juli häufig improvisiert werden – mit weniger Spielraum und grösseren Risiken.
Weiterführendes
4. Gesundheit der Bienen
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Ziel |
Die beste Prävention sind starke und gesunde Völker
Es ist nicht nötig, alle Krankheiten zu kennen. Entscheidend ist, ein gesundes Volk zu erkennen und dann wahrzunehmen, was davon abweicht. Im Zweifelsfall ist es besser, rasch Hilfe zu holen und den Bieneninspektor oder die Bieneninspektorin zu kontaktieren.
Hilfreiches Merkblatt: 4.7.3. Gesunde Völker erkennen
Varroa
Worauf zu achten ist
Das Brutbild, der natürliche Milbenfall, allfällige Auffälligkeiten auf den Rähmchen, Anzeichen von lückenhafter Brut, Europäischer oder Amerikanischer Faulbrut, Kalkbrut, Varroatose oder sonstigen Anomalien.
Konkrete Massnahmen
Den letzten Drohnenschnitt vor der ersten Sommerbehandlung vornehmen, falls diese biotechnische Massnahme im Frühjahr eingeführt wurde. Den natürlichen Milbenfall messen, um eine erste Zähldiagnose zu erhalten. In der Schweiz gilt allgemein: Ein natürlicher Milbenfall von mehr als 10 Milben pro Tag Ende Juni / Anfang Juli bedeutet, dass nicht mehr zugewartet werden darf. Erweist sich der Befall als hoch, die Sommerbehandlung unverzüglich vorbereiten – oder sogar eine Notmassnahme prüfen, statt am Bienenstand zu improvisieren.
Worauf besonders zu achten ist
Der Varroa bereitet nicht nur die Probleme des Herbstes vor. Im Juni kann er bereits die Volksdynamik stören, das Brutbild schädigen und den weiteren Saisonverlauf gefährden. Das schnelle Populationswachstum in dieser Phase – gerade weil reichlich Brut vorhanden ist – macht jede Verzögerung kostspielig. Der Richtwert für den natürlichen Milbenfall ist mit Umsicht zu interpretieren: Er setzt eine korrekt durchgeführte Messung voraus und entbindet nicht davon, die Gesamtsituation des Volkes und des Standes zu beurteilen. Bei Seuchenverdacht ist es besser, eine genaue Einschätzung des Bieneninspektors einzuholen, als eine schlecht verstandene Situation sich festsetzen zu lassen.
Amerikanische Faulbrut und Sauerbrut
Während der vollen Brutzeit sollte jede deutliche Auffälligkeit im Brutnest eine Warnung sein. Ein lückiges Brutbild, schlaffe oder verfärbte Larven, eingesunkene oder perforierte Zelldeckel, ungewöhnlicher Geruch oder ein auffälliger Streichholztest machen deutlich, dass die Situation nicht bagatellisiert werden darf.
Merkblatt: 2.1. Faulbrut / 2.2. Sauerbrut
Sackbrut-Virus (SBV)
Das Sackbrut-Virus kann ebenfalls während der Brutzeit auftreten. Es zeigt sich durch ein lückiges Brutbild und langgestreckte tote Larven, die wie mit Flüssigkeit gefüllte Säckchen aussehen und später schiffchenförmig eintrocknen können.
Merkblatt: 2.11. Sackbrut-Virus (SBV)
Asiatische Hornisse
Im Juni entwickelt sich das Volk der Asiatischen Hornisse zunehmend, doch der Druck vor den Bienenstöcken bleibt oft noch begrenzt. Es ist sinnvoll, die Umgebung des Bienenstands, Wasserstellen und geschützte Orte ohne Dramatisierung zu beobachten. Zu diesem Zeitpunkt besteht grundsätzlich noch kein Anlass, eine Fluglochvoliere oder ein gittergeschütztes Flugloch anzubringen ; bei verdächtigen Beobachtungen dokumentieren und unter www.asiatischehornisse.ch melden.
Weiterführendes
- Merkblatt: 1.5.1 Messung des natürlichen Milbenfalls
- Merkblatt 1.1: Varroakonzept
- Merkblatt: 1.7.1 Notbehandlung – Magazinbeuten
- Bienenkrankheiten erkennen
5. Vorräte und aktuelle Ressourcen
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Ziel |
Worauf zu achten ist
Tatsächliche Futtervorräte des Volkes, Wetter, Blütenentwicklung, Unterschied zwischen Tiefland, Hanglagen und Bergregion, Sammeltätigkeit und Räubereirisiko, wenn die grossen Frühjahrsblüten vorbei sind.
Konkrete Massnahmen
Die Betriebsweise den tatsächlich verfügbaren Ressourcen anpassen. Wo die Tracht gut bleibt, starke Völker weiter begleiten. Wo die Ressourcen abnehmen, auf die Vorräte, die nachlassenden Einträge und das Räubereirisiko achten. Nach dem Einfangen eines Schwarms bei Bedarf für Futterversorgung sorgen und die tatsächliche Entwicklung des neuen Volkes verfolgen.
Worauf besonders zu achten ist
Der Juni kann noch schöne Trachten bieten – insbesondere in der Bergregion oder bei bestimmten späten Blüten –, er kann aber auch ein ertragsschwacher oder sogar trachtarmer Monat in der Ebene werden, wenn die grossen Frühjahrsblüten vorbei sind und das Wetter sich verschlechtert. Ein Tieflandstand, ein Hangstand und ein Bergstand folgen nicht zwingend demselben Rhythmus. Entscheidungen dürfen daher nie allein vom Datum geleitet werden.
Weiterführendes
6. In der Werkstatt / Organisation
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Ziel |
Im Juni ist es oft noch zu früh für die erste Sommerbehandlung, aber nicht zu früh, sie vorzubereiten. Es ist sogar der richtige Zeitpunkt, um zu entscheiden, wie der weitere Saisonverlauf gestaltet werden soll.
Es genügt nicht zu wissen, dass die Behandlung nach der Ernte stattfinden wird: Man muss bereits die Logistik wählen, das Material vorbereiten, den Kalender durchdenken und den Standort der Völker berücksichtigen.
Für die erste Etappe der Sommerbehandlung bieten sich zwei grundlegende Optionen an:
- Behandlung mit Ameisensäure nach dem Abräumen der Honigzargen. Diese Methode ist einfacher durchzuführen, aber stark temperaturabhängig. Bei grosser Hitze kann eine zu schnelle Verdunstung schwieriger zu kontrollieren sein.
- Behandlung mit Oxalsäure bei brutfreiem Zustand, ermöglicht durch einen vorangehenden Brutstopp. Dieser Ansatz ist weniger wetterabhängig und bietet hohe Wirksamkeit, ist aber technisch anspruchsvoller: Er erfordert das Auffinden der Königin, die Einhaltung eines strengen Mehrwochenkalenders und eine gute Beherrschung des Protokolls.
Ist ein Brutstopp durch Käfigung der Königin geplant, muss die Überlegung bereits im Juni angestellt werden – mindestens 21 Tage vor der Oxalsäurebehandlung. Die Durchführung erfolgt dann je nach gewählter Methode, dem Kalender des Standes und dem lokalen Kontext. Der Erfolg hängt weitgehend von der Vorbereitung im Voraus ab: verfügbares Material, aufgefundene Königin, festgelegter Kalender. Diese Entscheidung kann nicht auf den letzten Moment hinausgezögert werden.
Weiterführendes
- Merkblatt: 1.6.1 Brutstopp
- Varroabekämpfung: die sommerliche Brutunterbrechung
- Integrierte Varroabekämpfung im Jahresverlauf
7. Je nach Kontext: Wanderung und späte Trachten
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Ziel |
Wenn die Ressourcen im Tiefland abnehmen, können bestimmte Wirtschaftsvölker von einer Verschiebung zu späteren Standorten profitieren, insbesondere in der Bergregion. Wanderung bedeutet nicht nur mehr Honig. Sie ermöglicht auch, von einer späteren Blütenphänologie zu profitieren, und kann in bestimmten Fällen bestimmte Sommerführungen erleichtern, wenn die Bergtemperaturen gemässigter bleiben als im Tiefland.
Worauf zu achten ist
Tatsächliches Trachtwerbeangebot, Standortwahl, empfohlene Abstände, Einverständnis des Grundeigentümers oder der zuständigen Behörden, Seuchen- und Verwaltungslage, Sperrzonen, Tierseuchen, Feuerbrand, allfällige kantonale Vorschriften, Meldung an die zuständigen Bieneninspektoren, Information der benachbarten Imker, Bestandeskontrollblatt, Bienenstandkennzeichnung, Belüftung, Ladesicherung und tatsächliche Volksstärke.
Konkrete Massnahmen
Den Standortwechsel sorgfältig vorbereiten. Prüfen, ob das Trachtwerbeangebot die Wanderung wirklich rechtfertigt. Den Standort mit Bedacht wählen. Bewilligungen klären. Seuchen- und Verwaltungslage vor der Abfahrt kontrollieren. Das Bestandeskontrollblatt aktuell halten. Starke, gesunde, korrekt belüftete Völker mit ausreichenden Futtervorräten transportieren. Beuten in der Regel früh morgens oder nachts mit geeignetem Material und gut durchdachter Logistik versetzen. Am Zielort regelmässige Kontrollen aufrechterhalten.
Worauf besonders zu achten ist
Der Transport selbst darf nicht improvisiert werden. Die Wanderung muss in seuchenrechtlicher, verwaltungstechnischer und logistischer Hinsicht sorgfältig vorbereitet werden. Sie ist nur dann sinnvoll, wenn der Trachtkontext sie wirklich rechtfertigt.
Weiterführendes
- Merkblatt: 4.9.1 Bienenvölker wandern
- Merkblatt: 4.9 Standortwahl
- Merkblatt: 4.7.3 Gesunde Völker erkennen
- Völkerführung: Betriebskonzept
8. Was noch nicht gemacht wird
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Ziel |
- Man lässt ein sehr starkes Volk nicht aus dem Grund unter Platzmangel leiden, weil die Saison schon fortgeschritten ist: Brutnestsperren und Schwarmtrieb bleiben reale Risiken.
- Man verschiebt die Messung des natürlichen Milbenfalls nicht auf Juli: Bereits im Juni hat jede Woche Diagnoseverzögerung biologische Kosten.
- Man fängt keinen Schwarm aus einem Europäischen- oder Amerikanischen-Faulbrut-Sperrgebiet ein: Das Ansteckungsrisiko ist zu gross.
- Man startet eine einfache Methode zur Jungvolkbildung mit wenigen Rähmchen nicht zu spät: Ab Ende Juni fehlt oft die Zeit, um ein Jungvolk zu bilden, das gut überwintern kann.
- Man improvisiert weder Wanderung noch Ernte noch die Strategie der ersten Sommerbehandlung: Seuchen- und Verwaltungslage, Logistik und Kalender müssen im Voraus durchdacht werden.
Im Juli wird sich der Rhythmus erneut wandeln: Ernte, Sommerbehandlungen und die Vorbereitung der Winterbienen werden mehr Raum einnehmen. Der Juni ist daher der letzte Monat, in dem noch etwas Handlungsspielraum vorhanden ist – vorausgesetzt, man nutzt ihn zum Beobachten, Entscheiden und Vorausplanen.
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