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Invasive Pflanzen: die Springkräuter (Himalaya-Springkraut)

Das Drüsige Springkraut oder Himalaya-Springkraut (Impatiens glandulifera) asiatischen Ursprungs ist ein typisches Beispiel für Pflanzen, die Imker, Gärtner und Ökologen spalten: sehr nektarreich und äußerst dekorativ, stellt es dennoch eine ökologische Gefahr dar, da es invasiv ist und erhebliche Auswirkungen auf die lokale Biodiversität hat.

Sie ist aus den Ziergärten, für die sie ursprünglich bestimmt war, entkommen und hat alle frischen, leicht feuchten Lebensräume und Standorte besiedelt, etwa Ufer von Wasserläufen, Gräben und Sümpfe. Diese Verbreitung begünstigt ihre Ausdehnung, da die Strömung von Bächen und Flüssen die Ausbreitung ihrer Samen erleichtert.

Es handelt sich um eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Balsaminengewächse (Balsaminaceae); sie wächst sehr schnell und erreicht eine Höhe von 1 bis 2,5 Metern. Die Blüten, deren Kronblätter eine helmähnliche Form bilden, sind purpurfarben, rosa oder weiß.

Da die Reifung der männlichen und weiblichen Organe zeitlich versetzt erfolgt, sind diese Blüten für die Befruchtung auf das Eingreifen von Insektenbestäubern angewiesen: Zunächst verdecken die Staubblätter (männliche Organe) die Narben (weibliche Organe), und die Bienen, die vom Nektar am Grund der Blütenkrone angezogen werden, bestäuben sich mit dem von den Staubblättern produzierten Pollen, den sie anschließend zu einer anderen Blüte transportieren; etwas später welken die Staubblätter und geben die Narben frei, auf denen sich bei einem weiteren Bienenbesuch der Pollen ablagert und so die Bestäubung sicherstellt. Wenn die Frucht reif ist, schwillt sie an, bis der Druck so groß ist, dass sie bei der geringsten Berührung oder einem Luftzug explodiert und die Samen mehrere Meter weit in die Luft schleudert. Aufgrund ihres übermäßigen Wachstums wirkt die Balsamine rasch erstickend und verdrängt die einheimischen Arten.

Bienen werden von dieser Art stark angezogen, und dort, wo sie sich durchsetzen konnte, kann sie zu einer bedeutenden Tracht führen. Der gewonnene Honig ist hell und bleibt aufgrund seines hohen Fruktoseanteils lange flüssig; sein Geschmack ist mild und angenehm.

Die Himalaya-Balsamine ist im Wallis vor allem im Rhonetal verbreitet. Auch wenn sie das Gebiet – im Gegensatz zu anderen Regionen der Schweiz – (noch) nicht flächendeckend erobert hat, wird sie konsequent bekämpft. Die Bekämpfung besteht darin, Einzelpflanzen 3 bis 4 Mal pro Jahr (von Mai bis Oktober) vor der Samenreife auszureißen, während größere Flächen im gleichen Zeitraum mehrfach gemäht werden müssen. Diese Maßnahmen sind über mindestens 5 Jahre fortzuführen.

Während die zweifarbige Balsamine (Impatiens balfourii), eine nahe verwandte Art mit rosafarbenen und weißen zweifarbigen Blüten, ebenfalls zu bekämpfen ist, gibt es auch eine europäische Balsamine, das Wald-Springkraut (Impatiens noli-tangere), das ebenfalls sehr nektarreich ist. Es ist kleiner als sein ausländisches Pendant und zeichnet sich zudem durch gelbe Blüten mit langem Sporn aus.

 

Quellen

2302_18 Kantonales Konzept zur Bekämpfung von Neophyten.pdf

Infoflora.ch

J. Piquée, Die nektarspendenden Pflanzen Monat für Monat, 2014

T. Silberfeld, C. Reeb, Die nektarspendenden Pflanzen, 2016

Autor
Isabella Moretti
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