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Invasive Pflanze: Kap-Greiskraut

Das Kap-Greiskraut (Senecio inaequidens) ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die ursprünglich aus Südafrika stammt und über den Wollhandel unbeabsichtigt eingeführt wurde. Der verzweigte Stängel erreicht eine Höhe von 40 bis 60 cm und trägt gelbe Blüten, die über einen langen Zeitraum vom Frühsommer bis in den Herbst hinein blühen und Bienen vor allem wegen ihres gelben Pollens anziehen.

Die Pflanze bildet bereits ab dem ersten Jahr Keimlinge, deren Anzahl in den folgenden Jahren exponentiell zunimmt. Durch Wind und Tiere (am Fell haftend) verbreitet, behalten die Samen ihre Keimfähigkeit über mehrere Jahrzehnte. Die Vegetationsperiode wird zudem durch zunehmend milde Winter verlängert.

Das Kap-Greiskraut kommt vor allem entlang von Verkehrswegen (Eisenbahnlinien, Straßen, Wege) sowie auf Brachflächen vor. Auch wenn sein Auftreten in landwirtschaftlichen Kulturen bislang noch begrenzt ist, stellt es dennoch ein ernstes Problem für die Landwirtschaft und eine große Bedrohung für die einheimische Flora dar. Seine Ausbreitung erfolgt sehr rasch, was auf seine hohe Reproduktionsfähigkeit sowie auf das Fehlen von Krankheiten und Parasiten zurückzuführen ist, die seine Ausbreitung in seinem Ursprungsgebiet kontrollieren.

Im Wallis ist diese invasive Pflanze, die sowohl auf sauren als auch auf kalkhaltigen Böden gedeiht, häufig in der Rhoneebene sowie an den Hängen bis auf 1'000 m ü. M. anzutreffen. Sie kann mit anderen Korbblütlern verwechselt werden, insbesondere mit dem Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea) und dem Raukenblättrigen Greiskraut (Senecio erucifolia), beides einheimische, ebenfalls sehr nektarreiche Pflanzen, die jedoch aufgrund ihrer starken Ausbreitung als Unkräuter gelten.

Alle drei Greiskrautarten enthalten in sämtlichen Pflanzenteilen erhebliche Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden, die sie für zahlreiche Säugetiere und Vögel hochgiftig machen. Diese Substanzen finden sich auch im von den Bienen gesammelten Pollen und Nektar und können so den Honig kontaminieren, was beim Menschen zu Vergiftungen führen könnte. Auch wenn der Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden in Schweizer Honigen in der Regel nicht hoch genug ist, um ein Risiko für Konsumentinnen und Konsumenten darzustellen, ist dies ein weiterer Grund, die Ausbreitung des Kap-Greiskrauts bei uns zu bekämpfen.


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Quellen

J. Piquée, Les plantes mellifères mois par mois, 2014

T. Silberfeld, C. Reeb, Les plantes mellifères, 2016

Zeitschrift SAR, Januar–Februar 2018

2302_18 Kantonales Konzept zur Bekämpfung invasiver Neophyten.pdf

Autor
Isabella Moretti
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