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Invasive Pflanze: der horizontale Cotoneaster

Der horizontale oder kriechende Cotoneaster (Cotoneaster horizontalis) ist ein aus China stammender Strauch, der Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeführt wurde. Lange Zeit blieb er auf Parks und Gärten beschränkt, wo er geschätzt wird, da er einen dichten Teppich bildet, der Steingärten bedeckt und Böschungen stabilisiert.

Es handelt sich um einen winterharten Strauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), dessen niederliegende Triebe sich beidseitig der Hauptachse dicht verzweigen. Die weiß-rosa gefärbten Blüten erscheinen zwischen April und Juni und entwickeln sich zu kleinen roten Kugeln mit einem Durchmesser von 5–6 mm. Diese für den Menschen giftigen Früchte werden von Vögeln geschätzt, die so zur Ausbreitung der Samen beitragen (3 Kerne pro Beere).

Der Cotoneaster ist sehr anfällig für den Feuerbrand, eine für mehrere Pflanzenarten der Rosengewächse gefährliche Krankheit, insbesondere für Apfel- und Birnbäume. Das verantwortliche Bakterium (Erwinia amylovora) ist hoch ansteckend und wird leicht von einer Pflanze auf die andere übertragen – durch Wind, Regen, Vögel und vor allem durch Insekten. Bienen, die wegen der reichlichen Nektarproduktion von den Cotoneaster-Blüten angezogen werden, sind daher unbeabsichtigt an der Verbreitung der Krankheit in Obstgärten beteiligt. Aus diesem Grund galten im Wallis, das als Schutzgebiet eingestuft ist, bis zum vergangenen Jahr Einschränkungen für das Verstellen von Bienenständen. Obwohl diese Maßnahmen seit 2022 aufgehoben sind, da die Krankheit nicht ausgerottet werden konnte, wird empfohlen, um unnötige Kontaminationen zu vermeiden, die Beuten vor dem Verstellen während zwei Tagen geschlossen zu halten, damit das Bakterium neutralisiert werden kann.

Dieser bereits umstrittene Strauch stellt derzeit eine weitere Bedrohung dar, da er invasive Eigenschaften aufweist: Aus Gärten entkommen, beginnt er sich dank seiner sowohl sexuellen (Samenverbreitung durch Vögel) als auch vegetativen Vermehrung (kriechende Triebe, die Wurzeln schlagen und neue eigenständige Pflanzen bilden können) in Wiesen und Wäldern auszubreiten. So kolonisiert er Trockenwiesen, Weiden und Waldlichtungen bis in Höhenlagen von 1000 m. Große, dichte und undurchdringliche Bestände verdrängen die einheimische Flora in ökologisch wertvollen Lebensräumen.

Die Bienen, all dieser Nachteile ungeachtet, nutzen weiterhin den Nektar des Cotoneasters, der insbesondere im städtischen Raum eine hervorragende Nahrungsquelle im Frühjahr darstellt. Der daraus gewonnene Honig geht in die Zusammensetzung von Blütenhonigen ein.

 

Quellen

Infoflora.ch

T. Silberfeld, C. Reeb, Les plantes mellifères, 2016

www.vs.ch/agriculture

Autor
Isabella Moretti
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