Innere Anatomie: Allgemeines
Drüsensystem, Kreislauf-, Atmungs- und Nervensystem sowie Verdauungs-, Ausscheidungs- und Fortpflanzungssystem werden in den folgenden Merkblättern jeweils einzeln dargestellt. Um über die innere Anatomie der Honigbiene zu sprechen, ist eine anatomische Tafel aussagekräftiger als lange Erläuterungen.
Innere Anatomie der Honigbiene – Überblick über Organsysteme
Die Fiche vermittelt einen systematischen Überblick über die innere Anatomie der Arbeiterin der Honigbiene. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel der wichtigsten Organsysteme, die auf die drei Körperabschnitte Kopf, Thorax und Abdomen verteilt sind. Die Darstellung erfolgt bewusst schematisch anhand einer anatomischen Tafel, da das räumliche Verständnis für das Erfassen der Funktionen zentral ist.
Der Kopf beherbergt das Nervenzentrum mit Gehirn sowie Antennen- und Optiklappen. Über den periösophagealen Ring ist das Gehirn mit dem ventralen Nervensystem verbunden. Mundwerkzeuge, Speicheldrüsen und Hypopharynxdrüsen sind hier angesiedelt und spielen eine zentrale Rolle bei Nahrungsaufnahme, Futtersaftproduktion und Kommunikation.
Der Thorax ist die locomotorische Einheit der Biene. Er trägt drei Beinpaare und die Flügel und enthält eine hochentwickelte Muskulatur. Die meisten Thoraxmuskeln sind quergestreift und unterliegen willkürlicher Kontrolle; die indirekten Flugmuskeln sind dagegen glatt und autonom gesteuert. Diese Organisation erlaubt die hohe Schlagfrequenz der Flügel und damit den energieeffizienten Flug.
Das Abdomen umfasst den Großteil der inneren Organe. Dazu gehören der Verdauungstrakt (Kropf/Jabot, Proventriculus, Mitteldarm/Ventriculus, Enddarm/Rectum), das Ausscheidungssystem mit den Malpighischen Gefäßen sowie das Fortpflanzungssystem. Zusätzlich befinden sich hier mehrere wichtige Drüsen: die Nasanov-Drüse (Orientierung und Kommunikation), die Wachsdrüsen sowie die Verteidigungsdrüsen (Koschevnikov- und Dufour-Drüse) in Verbindung mit dem Stachelapparat.
Das Kreislaufsystem ist offen. Die Hämolymphe zirkuliert im Hämocoel und wird durch ein dorsales Röhrenherz vom Abdomen in Richtung Kopf gepumpt. Das Atmungssystem besteht aus einem Netz von Tracheen, die über Stigmen direkt mit der Außenluft verbunden sind. Der Gasaustausch erfolgt ohne Lungen unmittelbar in den Geweben.
Das Nervensystem verläuft von den Kopfzentren über thorakale und abdominale Ganglien bis zur Stachelbasis. Diese segmentale Organisation erlaubt eine hohe funktionelle Autonomie einzelner Körperabschnitte.
Fazit: Die innere Anatomie der Honigbiene ist funktional stark integriert. Jedes Organsystem ist präzise an Ernährung, Bewegung, Kommunikation und soziale Lebensweise angepasst, was die Leistungsfähigkeit des Superorganismus Bienenvolk ermöglicht.
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Mehr erfahren:
- Innere Anatomie: Der Verdauungsapparat
- Innere Anatomie: Der Kreislaufapparat
- Biologie und Physiologie der Biene
- Die Sinne in den Antennen der Biene
- Pheromone als Akteure der Verhaltensplastizität
Quelle: Abeille & Cie; 2017, Nr. 171; Technisches Merkblatt; http://www.cari.be


