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Erfolgreiche Überwinterung

Der Winter ist zweifellos die belastendste Zeit für die Bienen. Dennoch hat die Natur vorgesorgt und den sogenannten „Winterbienen“ Eigenschaften verliehen, die es ihnen ermöglichen, den Strapazen der kalten Jahreszeit standzuhalten. So verfügen Winterbienen über größere Fettreserven als Sommerbienen, sie weisen eine stärker ausgeprägte Behaarung auf, die ihnen eine natürliche Isolation bietet, und die Kontraktion der Thoraxmuskulatur erzeugt eine deutlich höhere Wärmefreisetzung als bei Sommerbienen. Ihre Konstitution sowie ihr Verhalten ermöglichen es ihnen, länger zu leben und den Härten des Winters zu begegnen.

Erfolgreiches Überwintern von Bienenvölkern – zentrale Faktoren und Praxisregeln

Der Winter ist die anspruchsvollste Phase im Jahreszyklus eines Bienenvolkes. Dank spezieller Winterbienen mit erhöhten Fettreserven, dichter Behaarung und ausgeprägter Wärmeerzeugung sind Honigbienen grundsätzlich gut an diese Zeit angepasst. Entscheidend für das Überleben ist jedoch die richtige Vorbereitung durch den Imker.

Im Zentrum steht die Wintertraube. Je größer das Volk, desto stabiler kann die Traube die notwendige Temperatur aufrechterhalten und desto geringer ist der individuelle Energieverbrauch. Honig dient dabei nicht nur als Nahrung, sondern auch als „Brennstoff“ zur Wärmeerzeugung. Er muss qualitativ gut und in ausreichender Menge vorhanden sein, da minderwertige oder ungeeignete Honige (z. B. Wald- oder Heidehonig) zu Verdauungsstörungen führen können.

Die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Überwinterung sind: eine starke Population von Winterbienen, ausreichende und gut platzierte Futterreserven, eine gesunde Königin, geringe Varroabelastung, ein angepasstes Beutenvolumen, gute Isolierung nach oben sowie ein ruhiger, trockener Standort ohne Zugluft.

Nach der letzten Honigernte (meist Ende Juli/Anfang August) müssen die Futterreserven überprüft, das Brutnest sinnvoll reorganisiert und – falls nötig – durch frühzeitiges Auffüttern ergänzt werden. Gleichzeitig ist eine konsequente Varroabehandlung zwingend erforderlich, da stark befallene Völker kaum eine Überwinterungschance haben. Frühzeitige Maßnahmen erhöhen statistisch deutlich die Überlebenswahrscheinlichkeit.

Besondere Aufmerksamkeit gilt schwachen Völkern: Sie sollten vereinigt oder in angepasstem Volumen (z. B. Ablegerkasten mit isolierenden Schieden) überwintert werden. Drohnenbrütige Völker dürfen nicht eingewintert werden.

Auch Beutenstand und Umgebung spielen eine große Rolle. Schutz vor Feuchtigkeit, ausreichende Belüftung bei gleichzeitiger Wärmedämmung, reduzierte Fluglöcher, windgeschützte und sonnige Lage sowie regelmäßige Kontrolle während des Winters sind entscheidend.

Fazit: Erfolgreiches Überwintern ist kein Zufall, sondern das Ergebnis frühzeitiger, konsequenter und durchdachter imkerlicher Maßnahmen. Der Wintererfolg wird bereits im Spätsommer vorbereitet.

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Autor
Robert Hummel & Maurice Feltin
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