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Entfernung der Drohnenbrut

Der wirtschaftliche Nutzen für Imkereibetriebe der Entfernung von Drohnenbrut als ergänzende Maßnahme
zur Bekämpfung der Varroamilbe

Seit dem ersten Artikel haben wir sehr viele Anfragen nach Präzisierungen zur praktischen Umsetzung
im Bienenstock erhalten sowie in der Folge zahlreiche sehr positive Rückmeldungen zu den Effekten dieser „mechanischen Behandlung“, die für Bienen und Königin risikolos ist. Nachdem wir den Kontext der Studie und die Art ihrer Durchführung in Erinnerung gerufen haben, präsentieren wir heute die vollständigen Ergebnisse über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Drohenbrut-Entnahme als Varroa-Maßnahme – biologischer Nutzen und ökonomischer Effekt

Die Studie untersucht die systematische Entnahme von Drohnenbrut als ergänzende Maßnahme zur Varroa-Bekämpfung in professionellen Imkereien. Hintergrund ist die hohe Reproduktionsrate der Varroa-Milbe in Drohnenbrut, die deutlich attraktiver ist als Arbeiterinnenbrut. Ziel war es, unter Praxisbedingungen zu prüfen, ob diese Methode die Varroa-Belastung senkt, die Volksentwicklung verbessert und wirtschaftlich rentabel ist.

Die Untersuchung erstreckte sich über zwei Jahre (2016–2017) und umfasste rund 400 Dadant-Völker. Die Völker wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: eine Kontrollgruppe ohne Drohnenbrut-Entnahme und eine Testgruppe mit standardisiertem Einsatz von Drohnenrahmen. Die Drohnenbrut wurde im Frühjahr mehrfach entnommen (April–Mai), jeweils kurz vor dem Schlupf, und die Völker erhielten zusätzlich die übliche Sommer-/Herbstbehandlung gegen Varroa.

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Reduktion der Varroa-Population. Bereits beim ersten Entnahmezyklus fanden sich sehr hohe Varroa-Zahlen in der Drohnenbrut. Modellierungen und Feldbeobachtungen deuten darauf hin, dass durch den Drohnenbrut-Entzug rund 30 % der Varroa-Population mechanisch entfernt werden. In Kombination mit der Standardbehandlung sinkt sowohl das saisonale Maximum als auch das Minimum der Milbenlast signifikant.

Biologisch wirkte sich dies positiv auf die Kolonien aus. Die Völker der Testgruppe waren im Frühjahr stärker, besser besetzt und zeigten geringere Winterverluste. Die Maßnahme beeinträchtigte weder die Begattung junger Königinnen noch die allgemeine Volksentwicklung. Im Gegenteil: Durch die geringere Varroa-Belastung konnten sich die Völker im Verlauf der Saison dynamischer entwickeln.

Auch ökonomisch erwies sich die Methode als vorteilhaft. Die Honigproduktion war in der Testgruppe höher: im Mittel etwa +16 % im Frühjahr und +9 % im Sommer. Zusätzlich fiel hochwertiges Drohnenwachs an, das als Nebenprodukt genutzt werden kann. Dem standen überschaubare Mehrkosten gegenüber, hauptsächlich Arbeitszeit (≈6 Stunden pro 222 Völker). Insgesamt ergab sich ein klar positiver Deckungsbeitrag von rund 35 € pro Volk über zwei Jahre.

Die Autoren betonen, dass die Drohnenbrut-Entnahme kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zur medikamentösen Varroa-Bekämpfung ist. Ihr größter Nutzen liegt in der Frühjahrsphase, da sie den Ausgangsdruck der Milben deutlich senkt und die Wirksamkeit der Sommer-/Herbstbehandlungen erhöht.

Fazit: Die gezielte Entnahme von Drohnenbrut ist eine biologisch wirksame, praxisnahe und wirtschaftlich rentable Ergänzung der Varroa-Bekämpfung, insbesondere in größeren Imkereien mit standardisierten Abläufen.
 

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Autor
Gwenaël Delamarche, La Santé de l'Abeille No 284, avril 2018
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