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Die „resistenten“ Bienen gegen Varroa destructor

Forschende haben beobachtet, dass auf der Insel Gotland in Schweden Bienenkolonien, die über einen Zeitraum von zehn Jahren verlassen und unbehandelt geblieben waren, zur Entstehung und Selektion spontan varroaresistenter Linien geführt haben. In der Folge wurden an weiteren Orten weltweit mehrere natürlich resistente Kolonien entdeckt. Dieser Artikel stellt den Stand der Literatur zu den drei Phänomenen dar, die das Resistenzverhalten der Honigbiene gegenüber der Varroamilbe beeinflussen.

Konsequente Varroa-Behandlung steigert die Überwinterung von Bienenvölkern

Diese Feldstudie untersucht unter realen Praxisbedingungen, wie stark die Einhaltung (Compliance) der empfohlenen Varroa-Bekämpfungsstrategie den Überwinterungserfolg von Bienenvölkern beeinflusst. Grundlage ist das in der Schweiz empfohlene Konzept mit zwei Ameisensäurebehandlungen nach der Honigernte sowie einer Oxalsäurebehandlung im brutfreien Winterzustand.

Über zwei Jahre wurden 300 Völker von 30 Imkern in den Kantonen Jura, Bern und Waadt begleitet. Die Imker wurden anhand der tatsächlich umgesetzten Behandlungen in drei Gruppen eingeteilt: konform (korrekte Anzahl und Timing), fast konform (richtige Anzahl, aber falscher Zeitpunkt) und nicht konform (zu wenige Behandlungen). Erfasst wurden Varroa-Befall, Brutumfang, Honigertrag und Winterverluste.

Die Ergebnisse zeigen einen sehr starken Zusammenhang zwischen Compliance und Überleben. Konform behandelte Völker wiesen nur etwa 2 % Winterverluste auf. Bereits geringe zeitliche Abweichungen erhöhten das Sterberisiko um etwa das Zehnfache, während nicht konforme Behandlungen das Risiko um das 25-Fache steigerten. Entscheidend war der Varroa-Befall im Oktober: Ab etwa 10 Milben pro 100 Bienen lag die Verlustwahrscheinlichkeit bei rund 50 %.

Konforme Behandlung führte zu niedrigeren Varroa-Werten im Herbst, mehr verdeckelter Brut und deutlich höheren Honigerträgen. Die verbreitete Annahme, dass weniger Ameisensäure die Brut schont, bestätigte sich nicht. Vielmehr wirkte eine hohe Varroabelastung stärker negativ auf Brut und Überleben als die Behandlung selbst.

Nach Rückmeldung der Ergebnisse an die Imker verbesserte sich im zweiten Jahr die Compliance, begleitet von geringeren Winterverlusten.

Fazit: Nicht die Behandlung an sich, sondern ihre vollständige und zeitlich korrekte Umsetzung ist entscheidend. Die Studie liefert robuste Feld-Evidenz, dass Abweichungen von den Empfehlungen ein zentraler Treiber von Winterverlusten sind.
 

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