Chronische Paralyse
Was ist die chronische Paralyse (Schwarze Krankheit)?
Es handelt sich um eine ansteckende Erkrankung der Honigbiene, die durch ein Virus namens CBPV verursacht wird, eine Abkürzung der englischen Bezeichnung Chronic Bee Paralysis Virus (Virus der chronischen Bienenparalyse). Sie verursacht bei den drei Kasten erwachsener Bienen neurologische Störungen und morphologische Veränderungen (schwarze, unbehaarte Bienen), die meist dem Tod der infizierten Individuen vorausgehen. Synonyme: Schwarze Krankheit, Waldkrankheit, kleine Schwarze.
Wo kommt diese Krankheit vor?
Diese Krankheit ist weltweit verbreitet.
Welche Regelungen gelten für diese Krankheit?
Kein regulatorischer Status in Frankreich.
Wie wird sie übertragen?
Bienen infizieren sich untereinander durch die Aufnahme kontaminierter Materialien (durch Trophallaxis ausgetauschte Nahrung und Ausscheidungen) oder durch Kontakt. Hautläsionen der Kutikula, verursacht durch Reibung während Phasen der Enge oder durch Verletzungen (Varroa destructor, Pollenfallen), erleichtern das Eindringen des Virus in den Organismus der Biene. Eine infizierte Königin kann das Virus an ihre Nachkommen weitergeben.
Das Virus ist häufig in geringer Menge im Bienenvolk vorhanden und vermehrt sich erst beim Auftreten begünstigender Faktoren in größerem Ausmaß, was zum Auftreten der klinischen Krankheitsform führt.
Welche Bedingungen begünstigen ihr Auftreten?
- Alle Faktoren, die zur Enge der Bienen im Stock führen: Schlechtwetterperioden, insbesondere im Frühjahr, fehlende Sammelressourcen, zu hohe Völkerdichte, lange Wanderungen.
- Überbevölkerung, die die Übertragung zwischen Bienen erleichtert, insbesondere bei Enge.
- Die Ernte von Honigtau auf Nadelbäumen, die häufig für die „Waldkrankheit“ prädisponiert.
- Der Verzehr von Honigtau, dessen hoher Mineralstoffgehalt ihn potenziell reizend für den Verdauungstrakt macht und so das Eindringen des Virus in den Organismus erleichtert.
- Läsionen der Kutikula (Pollenfallen, Stiche von Varroa destructor).
- Rasse und Linie. Einige Bienenrassen wie Apis mellifera anatoliaca sind empfindlicher. Eine gezielte Selektion kann die Widerstandsfähigkeit der Bienen gegenüber dieser Krankheit verbessern.
- Bestimmte Pestizide, die durch Beeinträchtigung des Nerven- und Immunsystems synergistisch mit CBPV wirken und die Mortalität verschärfen können.
Wie erkennt man sie?
Diese Krankheit kann sich in zwei unterschiedlichen, jedoch auch gleichzeitig auftretenden Formen zeigen.
- Typ I: Es werden neurologische Störungen (krabbelnde Bienen, Zittern der Flügel und des Körpers, Flugunfähigkeit) sowie Mortalität beobachtet. Diese Form kann über mehrere Wochen oder Monate hinweg zu hohen Verlusten führen und bis zum Verlust des gesamten Volkes reichen.
- Typ II: Es werden schwarze, unbehaarte Bienen mit glänzendem, schimmerndem Aussehen beobachtet, die kleiner wirken und häufig von Wächterinnen am Flugloch abgewiesen werden. Diese Bienen verlieren allmählich ihre Flugfähigkeit, entwickeln neurologische Symptome und sterben schließlich. Der Krankheitsverlauf ist variabel, in der Regel jedoch relativ lang (mehrere Wochen bis mehrere Monate).
Wie lässt sich ein Verdacht bestätigen?
Eine Probe von mindestens 20 symptomatischen oder frisch verendeten Bienen, die innerhalb und außerhalb des Stocks entnommen wurden, kann an ein akkreditiertes Labor geschickt werden, das eine PCR-Analyse durchführt, um das Virus nachzuweisen und die Viruslast zu bestimmen.
Es ist wichtig, sich vor dem Versand der Probe beim zuständigen Referenzlabor des jeweiligen Departements [siehe DD (CS)PP] über dessen Kompetenzen (Vorliegen einer Akkreditierung für diese Untersuchung), die Versandbedingungen sowie die Kosten der Analyse zu informieren, die vom Imker zu tragen sind.
Die Interpretation des Ergebnisses unter Berücksichtigung der ermittelten Viruslast und der beobachteten Symptome ist schwierig, insbesondere bei Verdacht auf eine Vergiftung. In diesem Kontext wird routinemäßig eine Untersuchung auf verschiedene Krankheitserreger, einschließlich CBPV, durchgeführt.
Wie ist die Prognose?
Für betroffene Völker ist die Prognose in der Regel eher ungünstig (insbesondere Typ I), und ohne imkerliche Maßnahmen sind Rückgang und Tod dieser Völker die Regel. Es können jedoch auch Fälle spontaner Genesung beobachtet werden (Typ II).
Wie wird behandelt?
Es gibt keine medikamentöse Behandlung, die gegen CBPV wirksam ist.
Es wird empfohlen, die Königin durch eine Königin aus einer weniger empfindlichen Linie zu ersetzen. Die am stärksten betroffenen Völker sollten aufgelöst werden.
Welche Prophylaxe?
- Einwirken auf begünstigende Faktoren
- Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Völkerdichte und Umweltressourcen einhalten und zu große Ansammlungen vermeiden.
- Alles vermeiden, was zur Abrasion der Kutikula führt (maßvoller Einsatz von Pollenfallen, sachgerechte Behandlung der Varroose).
- Völker nicht auf Honigtau überwintern.
- Die Vermehrung weniger empfindlicher Linien bevorzugen.
Quelle: FNOSAD – Fédération Nationale des Organisations Sanitaires Apicoles Départementales




