Biologie und Physiologie der Biene
Die Biene ist ein Insekt aus der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera), zu der auch Wespen, Ameisen usw. gehören. Die Hautflügler besitzen zwei Flügelpaare, drei Beinpaare sowie gegliederte Extremitäten. Ihr Körper besteht aus drei klar voneinander abgegrenzten Abschnitten: Kopf, Thorax und Abdomen.
Biologie der Honigbiene und Organisation der Kolonie – didaktischer Überblick
Das Modul vermittelt eine strukturierte Einführung in die Biologie der Honigbiene (Apis mellifera) und die Funktionsweise der Kolonie als Superorganismus. Es richtet sich an die Ausbildung in Rucherschulen und verbindet biologische Grundlagen mit praxisrelevanten Beobachtungen.
Im ersten Teil werden Systematik und Einordnung der Biene vorgestellt. Apis mellifera gehört zu den Apidae innerhalb der Hymenopteren. Weltweit existieren rund 20.000 Apidenarten, von denen die große Mehrheit solitär lebt. Apis mellifera ist die einzige Art des Genus Apis mit natürlicher Verbreitung in Europa, Afrika und dem Nahen Osten und wurde vom Menschen weltweit verbreitet.
Anschließend werden Herkunft und geografische Rassen erläutert. Apis mellifera gliedert sich in etwa 25 interfertile Unterarten. Für die Imkerei relevant sind unter anderem die Carnica (sanft, gute Überwinterung, schwarmfreudig), die Ligustica (sehr produktiv, hoher Futterbedarf), die Caucasica (lange Zunge, starke Propolisierung), die Dunkle Biene mellifera (regional angepasst) sowie die Buckfast als Zuchtlinie. Verhaltenseigenschaften werden als variabel und zuchtabhängig eingeordnet.
Der Abschnitt Anatomie beschreibt den dreigeteilten Körperbau (Kopf, Thorax, Abdomen). Der Thorax beherbergt die Flug- und Wärmeerzeugungsmuskulatur, die auch für Wintertraube und Ventilation entscheidend ist. Die Biene besitzt zwei Facettenaugen und drei Ocelli, nimmt ultraviolettes Licht wahr und orientiert sich stark über Gerüche, die über die Antennen aufgenommen werden. Die Hämolymphe transportiert Nährstoffe, während die Sauerstoffversorgung über ein Tracheensystem erfolgt.
Die Kastengliederung bildet einen Schwerpunkt. Die Arbeiterin durchläuft eine altersabhängige Arbeitsteilung von Putz- und Pflegearbeiten über Wabenbau, Annahme und Verteidigung bis zur Sammelbiene. Die Königin ist auf Reproduktion spezialisiert, kann bis zu 2000 Eier pro Tag legen und unterscheidet sich allein durch die Ernährung mit Gelée Royale. Der Drohn ist haploid, dient ausschließlich der Fortpflanzung und wird saisonal aus der Kolonie entfernt.
Ein weiterer Teil behandelt die Ressourcen der Kolonie: Nektar und Honigtau als Energiequelle, Pollen als Protein- und Vitaminlieferant, Wasser zur Thermoregulation und Brutpflege sowie Propolis als Baumaterial und antimikrobieller Schutz. Die Verarbeitung zu Honig erfolgt über Trophallaxis, Enzyme und Wasserverdunstung.
Der zweite Hauptteil widmet sich der Organisation der Kolonie. Der Jahreszyklus reicht von der Wintertraube über den Frühjahrsaufbau, die Schwarm- und Reproduktionsphase bis zur Einwinterung. Die Fortpflanzung umfasst Königinnenaufzucht, Begattungsflüge an Drohnensammelplätzen und Mehrfachpaarung. Die Kommunikation erfolgt über Pheromone, Trophallaxis, akustische Signale und die Schwänzeltanzsprache zur Richtungs- und Distanzangabe von Ressourcen.
Fazit: Das Modul bietet eine kohärente, didaktisch aufgebaute Gesamtsicht auf Biologie und Sozialorganisation der Honigbiene und bildet eine solide Grundlage für imkerliche Praxis und weiterführende Ausbildung.
► Quelle: http://mallette-pedagogique.itsap.asso.fr/
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