Asiatische Hornisse: Wie erkennt man sie und was ist im Bienenstock zu tun?

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© ©Brais Seara|braisseara.com
Die Asiatische Hornisse breitet sich in der Schweiz schrittweise aus und sorgt bei Imkerinnen und Imkern zunehmend für Besorgnis. Umso wichtiger wird es, sie sicher zu erkennen, ihre Nester zu unterscheiden und bei Verdacht richtig zu handeln. Dieser Artikel bietet praxisnahe Orientierung dazu, wie man die Art identifiziert, einen Verdachtsfall korrekt meldet und welche Schutzmassnahmen am Bienenstand derzeit am realistischsten sind.
Im Zweifelsfall: 4 sofortige Massnahmen
- Beobachten, ohne sich anzunähern
- Fotografieren oder filmen
- Ort und Kontext notieren
- Melden auf www.asiatischehornisse.ch
1. Warum die Asiatische Hornisse die volle Aufmerksamkeit der Imker verdient
Abb. 1: Potenzielle Verbreitung der Asiatischen Hornisse in der Schweiz gemäss dem bioklimatischen Modell CLIMEX. Rot: hohes Risiko, gelb: mittleres Ausbreitungsrisiko. Quelle: CABI, L. Seehausen. |
Ziel |
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist keine ferne Kuriosität mehr. In der Schweiz zählt sie zu den invasiven gebietsfremden Arten, deren Umweltschäden als erwiesen gelten. 2004 in Europa eingeschleppt, wurde sie 2017 erstmals im Kanton Jura in der Schweiz nachgewiesen, seither in einer wachsenden Zahl von Kantonen: 2023 war sie bereits in 14 Kantonen gemeldet. Zu den am stärksten gefährdeten Ausbreitungsgebieten gehören das Mittelland, der Jurabogen und bestimmte Alpentäler.
Für den Imker ist die Bedrohung unmittelbar spürbar. Die Asiatische Hornisse ist ein aktiver Räuber der Honigbiene: Sie fängt Flugbienen im Schwebeflug vor dem Flugloch. Ab August verstärkt sich der Druck in der Regel, je mehr die Hornissenvölker ihren Entwicklungshöhepunkt erreichen. Gegen Ende der Saison kann auch ein direktes Eindringen in die Beutenstöcke auftreten. Ihre Auswirkungen beschränken sich nicht auf Honigbienen: Auch Wildbienen, Schwebfliegen und andere Insekten werden erbeutet.
Jedes frühzeitig in der Saison entdeckte und gemeldete Nest kann dazu beitragen, den lokalen Druck in den folgenden Monaten zu begrenzen und die regionale Überwachung zu verbessern. In der Praxis werden erste Beobachtungen in einem Gebiet oft von Imkern, Naturkundigen oder aufmerksamen Bürgerinnen und Bürgern gemacht. Am Bienenstand besteht die hilfreichste Reaktion nicht darin, alles selbst lösen zu wollen, sondern zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Reflexe zu zeigen: Erkennen, dokumentieren, melden und die operativen Folgeschritte den zuständigen Stellen überlassen.
Genau das ist das Ziel dieses Artikels: dem Imker helfen, die Asiatische Hornisse zu erkennen, im Zweifelsfall richtig zu reagieren, den Bienenstand mit realistischen Massnahmen zu schützen und die häufigsten Fehler zu vermeiden.
2. Wie erkennt man die Asiatische Hornisse?
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Ziel |
Die Bestimmung ist am zuverlässigsten, wenn man drei Ebenen kombiniert: das äussere Erscheinungsbild des Insekts, sein Verhalten am Bienenstand und die Art des beobachteten Nestes. In der Praxis sollte nie allein aus dem Nest geschlossen werden: Die Dokumentation der Beobachtung mit einem Bild, auf dem ein Individuum klar erkennbar ist, bleibt unerlässlich.
2.1. Das Insekt erkennen
Im Gelände ist es am nützlichsten, die Asiatische Hornisse direkt mit der Europäischen Hornisse (Vespa crabro), der einheimischen Art, zu vergleichen.
| Merkmal | Asiatische Hornisse (Vespa velutina) | Europäische Hornisse (Vespa crabro) |
|---|---|---|
| Gesamteindruck | Körper überwiegend dunkel, schwarzbraun | Insgesamt gelblicher und rötlicher |
| Kopf | Orangefarbenes Gesicht von vorne | Kopf rötlicher, Gesicht gelblicher |
| Hinterleib | Überwiegend dunkel, mit deutlichem orangefarbenem Band | Weitgehend gelb mit braunen Bändern |
| Beine | Spitzen deutlich gelblich | Gleichmässiger bräunlich |
| Aktivität ausserhalb des Nestes bei Nacht | Hört bei Einbruch der Dunkelheit auf | Kann noch nachts fliegen |
Feldmerkmal: Ein überwiegend dunkles Insekt mit orangefarbenem Gesicht, gelblichen Beintips und einem weniger gelben Hinterleib als die Europäische Hornisse verdient eine genaue Überprüfung. Kein einzelnes Merkmal reicht immer aus: Es muss anhand konvergenter Hinweise geurteilt werden.
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Abb. 2: Die Asiatische Hornisse erkennen. Quelle: www.frelonasiatique.ch (Foto: Carine Vogel) |
2.2. Ihr Verhalten am Bienenstand erkennen
Am Bienenstand ist das stärkste Verhaltensindiz der Schwebeflug vor dem Flugloch: ein Insekt, das der Einflugöffnung mehrere Sekunden zugewandt bleibt und dann abfliegt oder versucht, eine Flugbiene zu ergreifen. Für den Imker ist dies ein wichtiges Feldmerkmal, besonders wenn es wiederholt beobachtet wird. Beobachtungen sind an warmen, sonnigen Tagen wahrscheinlicher und bei kaltem oder regnerischem Wetter seltener.
| Zeitraum | Was Sie beobachten | Überwachungsrhythmus |
|---|---|---|
| März – Juli | Junge Königinnen, Primärnester an geschützten Stellen | Gelegentlich, bei Bienenstandbesuchen |
| Ab Juli | Individuen an Tränken, an Nahrungsquellen und vor dem Flugloch | Zunehmende Aufmerksamkeit |
| August – Ende November | Schwebeflug, Fang von Flugbienen im Flug | Mindestens 1x pro Woche, 30 Min., zwischen 9 und 19 Uhr |
| November – Anfang Dezember | Risiko direkter Räuberei im Innern der Beuten | Erhöhte Wachsamkeit |
| Bestätigtes Vorkommen in weniger als 2 km Entfernung | Jedes Jagdverhalten vor den Beuten | Wenn möglich verstärkt |
Schlüsselsignal am Bienenstand: Ein wiederholter Schwebeflug vor dem Flugloch erhärtet den Verdacht erheblich.
2.3 Jahresrhythmus der Asiatischen Hornisse
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Abb. 3: Jahresrhythmus der Asiatischen Hornisse. Quelle: MNHN (Frankreich) Foto: JH = J. Haxaire, MD = M. Duret, QR = Q. Rome, CV = C. Villemant.
| Zeitraum | Was geschieht |
|---|---|
| März – April | Befruchtete Jungköniginnen verlassen die Winterruhe, je nach Region und Witterungsbedingungen, sobald die Temperaturen rund 12 bis 15 °C erreichen. Sie suchen einen geschützten Ort, um ein Primärnest zu bauen. |
| Frühling | Die Königin baut die ersten Zellen, legt einige Eier und zieht die ersten Larven allein auf. |
| Nach 4 bis 6 Wochen | Die ersten Arbeiterinnen schlüpfen. Sie übernehmen Nestpflege und Brutversorgung, während sich die Königin fortan auf die Eiablage konzentriert. |
| Ab Juli | In rund 70 % der Fälle zieht das Volk in ein Sekundärnest um, das meist im Wipfel eines Baumes liegt, häufig mehr als 10 m über dem Boden. |
| Sommer | Das Volk wächst stark. Das Sekundärnest kann deutlich grösser werden als das Primärnest. |
| Frühherbst | Das Volk produziert Drohnen und Geschlechtstiere (zukünftige Königinnen). |
| Oktober – November | Die befruchteten Jungköniginnen verlassen das Nest, um zu überwintern. |
| Spätherbst – Winter | Arbeiterinnen, Drohnen und die letzten Larven sterben ab. Nur die Jungköniginnen überwintern. Das Nest wird nie wiederverwendet. |
| Von Mai bis Ende November, teils bis Dezember | Die Flugperiode erstreckt sich insgesamt über diesen Zeitraum. Die Art ist vorwiegend tagaktiv und stellt ihre Aussenaktivitäten bei Einbruch der Dunkelheit ein. |
2.3. Ein Nest erkennen
Primärnest und Sekundärnest müssen klar unterschieden werden: Sie werden weder zur gleichen Zeit noch an denselben Orten gesucht. In rund 70 % der Fälle zieht das Volk ab Juli in ein Sekundärnest um. Jedes Nest sollte unabhängig von der Jahreszeit gemeldet werden: Selbst ein leeres Nest im Winter ist wertvoll zur Dokumentation der Ausbreitung der Art.
| Merkmal | Primärnest | Sekundärnest |
|---|---|---|
| Wann | März – Juli | Ab Juli, dann bis in den Herbst |
| Wo | Geschützter, oft zugänglicher Ort: Dachvorsprung, Garage, Schuppen, Fensterrahmen, teils Gebüsch | Baumwipfel, oft > 10 m; teils Gebüsch oder Boden |
| Allgemeines Aussehen | Klein, oft kugelförmig, hellgrau | Wesentlich grösser |
| Sichtbarkeit | Oft auf Anhieb oder zufällig entdeckbar | Im belaubten Zustand oft schwer zu sehen; besser erkennbar nach Laubfall |
| Was tun | Rasch melden | Melden, nicht annähern |
Abb. 4: Feldregel: Ein oft birnenförmiges Nest, das frei im Wipfel eines Baumes hängt, häufig mehr als 10 m über dem Boden, manchmal auch in einem Gebüsch oder seltener am Boden, deutet eher auf die Asiatische Hornisse hin; es wird oft wesentlich grösser als ein Primärnest und ist im belaubten Zustand schwer zu entdecken, nach dem Laubfall jedoch besser sichtbar. Ein in einer Höhle verstecktes Nest (Baumstamm, Mauer, Dach) deutet eher auf die Europäische Hornisse hin; im Frühjahr können kleine Nester sich jedoch ähnlich sehen, weshalb nie allein aus dem Nest geschlossen werden darf.
2.4. Häufige Verwechslungen
Zwei Verwechslungen sind besonders häufig und bedeutsam:
- Die Europäische Hornisse: einheimische Art, im Gesamterscheinungsbild gelblicher und rötlicher.
- Das Nest der Europäischen Hornisse: morphologisch sehr ähnlich, besonders zu Saisonbeginn. Ohne fotografiertes Individuum kann es aus der Distanz unmöglich sein, die beiden zu unterscheiden.
Absolute Regel: Nie allein aus dem Nest schliessen. Immer versuchen, ein Individuum zu fotografieren, bevor gehandelt wird.
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Abb. 5: Alle einheimischen Arten sind unbedingt zu schützen! Es ist daher unerlässlich, sie nicht zu fangen und keine Nester zu zerstören, die nicht stören. Quelle: BAFU
3. Was tun bei Verdacht?
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Ziel |
Bei einem verdächtigen Insekt oder Nest besteht das Ziel nicht darin, das Problem selbst zu lösen, sondern die Situation korrekt zu dokumentieren, sicher zu bleiben und die Information rasch weiterzugeben. Je früher und verwertbarer die Meldung, desto grösser die Chancen auf eine wirksame Reaktion.
3.1. Beobachten ohne sich in Gefahr zu bringen
- Kein verdächtiges Nest auf weniger als 5 m annähern.
- Die Unterlage nicht erschüttern, nicht in Richtung des Nestes pusten, ruckartige Bewegungen vermeiden.
- Nicht versuchen, das Insekt mit der Hand zu fangen.
- Am Bienenstand nüchtern beobachten: wiederholte Anwesenheit vor dem Flugloch, Jagdverhalten, Frequentierung einer Tränke.
Wenn Hornissen beginnen, aufgeregt in Ihre Richtung zu fliegen, entfernen Sie sich sofort, ohne zu rennen.
Praktischer Reflex: Beobachten, zurücktreten, dokumentieren. Nicht eingreifen.
3.2. Den Fall korrekt dokumentieren
Foto oder Video: Mindestanforderung
- Mindestens ein klar sichtbares und auswertbares Individuum.
- Ein zu unscharfes oder aus zu grosser Distanz aufgenommenes Bild macht eine Bestimmung oft unmöglich.
- Ein Smartphone genügt: Es ist kein professionelles Gerät erforderlich.
- Nicht auf ein perfektes Bild warten: Ein unvollkommenes, aber brauchbares Foto ist besser als gar kein Bild.
Zu notierende Angaben
- Datum und Uhrzeit
- Genaue Ortsangabe: Gemeinde, Flurname oder GPS-Koordinaten wenn möglich
- Kontext: nahegelegener Bienenstand, Gebäude, Waldrand, Gewässer, ungefähre Höhe des Nestes
3.3. Den Fall melden
Das Verfahren ist öffentlich, kostenlos und mit einem Smartphone durchführbar. Es gilt gleichermassen für die Beobachtung eines Insekts wie für die Entdeckung eines Primärnestes oder eines Sekundärnestes.
Offizielle Plattformen
- frelonasiatique.ch (Französisch)
- asiatischehornisse.ch (Deutsch)
- calabroneasiatico.ch (Italienisch)
Benötigte Angaben: Name, Vorname, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Fotos und Ortsangabe.
Es ist nicht notwendig, die Bestimmung allein zu 100 % zu bestätigen, bevor gemeldet wird: Ein plausibler und korrekt dokumentierter Fall ist besser als eine zu späte Meldung.
3.4. Was nach der Meldung geschieht
In der Regel werden Meldungen rasch bearbeitet. Wird der Fall nicht aufgegriffen, werden Sie darüber informiert. Wird das Vorkommen der Asiatischen Hornisse bestätigt, wird die Information an die zuständigen Stellen weitergeleitet, um das weitere Vorgehen zu koordinieren.
Was vom Imker nach der Bestätigung erwartet wird:
- Die Überwachung des Bienenstandes im betroffenen Bereich verstärken
- Jeden neuen Fall melden
- Die operativen Folgeschritte den zuständigen Stellen überlassen
4. Den Bienenstand schützen: Was belegt ist, was nicht, was noch geprüft wird
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Ziel |
Einen Bienenstand gegen die Asiatische Hornisse zu schützen bedeutet nicht, möglichst viele Massnahmen zu häufen, sondern verhältnismässige Massnahmen entsprechend dem tatsächlichen Druck zu wählen. Die folgende Tabelle fasst den aktuellen Wissensstand zusammen.
| Aktueller Status | Massnahme | Praktische Botschaft |
|---|---|---|
| Am besten belegt | Verstärkte Überwachung des Bienenstandes und der Tränken | Grundmassnahme, bei bestätigtem Vorkommen zu intensivieren |
| Am besten belegt in stark betroffenen Gebieten | Schutzgitter (gittergeschütztes Flugloch) vor dem Flugloch | Konkrete Option, wenn der Druck stark und bestätigt ist |
| Zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen | Fallenstellen rund um die Beuten oder massenhaftes Fallenstellen im Frühjahr | Keine überzeugende Wirksamkeit nachgewiesen, viele Beifänge |
| In Evaluation | Volieren, Elektroharfen, automatisierte Erkennung | Interessante Ansätze, aber noch keine Standardlösung für alle |
4.1. Die heute am besten belegten Massnahmen
Der erste Schutz bleibt die verstärkte Überwachung. Sie erlaubt es, ein Vorkommen früher zu erkennen, den Druck auf den Bienenstand einzuschätzen und das weitere Vorgehen anzupassen.
| Zeitraum | Häufigkeit | Was Sie beobachten |
|---|---|---|
| Juli | Gelegentlich | Erste Individuen an Tränken und in der Umgebung des Bienenstandes |
| August – November | 1x pro Woche, sonnige Tage, 9–19 Uhr, 30 Min. | Schwebeflug vor dem Flugloch, Fang im Flug |
| Bestätigtes Vorkommen in weniger als 2 km | Wenn möglich verstärkt | Jedes Jagdverhalten vor den Beuten |
In stark betroffenen Gebieten können Völker zusätzlich durch ein gittergeschütztes Flugloch vor dem Flugloch geschützt werden. Dies ist heute die materiell am deutlichsten empfohlene Massnahme. Sie kann den Fang im Schwebeflug erschweren, ersetzt aber weder die Meldung von Fällen, noch die Nestsuche oder die Koordination der Einsätze.
Praktische Lektüre: Zuerst Überwachung, gittergeschütztes Flugloch, wenn der Druck es rechtfertigt.
4.2. Zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlene Massnahmen
Flaschenfalten sind keine Standardlösung zum Schutz der Beuten.
- Keine Studie hat überzeugend gezeigt, dass sie den Räubereidruck auf die Völker verringern.
- Sie fangen auch zahlreiche nicht-Zielarten: Wildbienen, Schwebfliegen, einheimische Wespen.
- In einigen Kantonen kann der Fang von Insekten bewilligungspflichtig sein.
Als «selektiv» vermarktete Fallen können zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls nicht empfohlen werden. Ihre Wirksamkeit und Selektivität sind unzureichend quantifiziert.
Das massenhafte Fangen von Königinnen im Frühjahr hat bis heute keine überzeugende Reduktion der Nestanzahl nachgewiesen.
Die robusteste Schlussfolgerung bleibt daher: Fallen sind heute keine Standardmassnahme zum Schutz des Bienenstandes.
4.3. Noch in Evaluation befindliche Geräte
Einige Ansätze erscheinen vielversprechend, befinden sich aber noch in der Evaluationsphase und gehören noch nicht zur gängigen Praxis.
| Gerät | Status |
|---|---|
| Volieren oder Schutznetze | Vielversprechende Ergebnisse, aber erhebliche praktische Einschränkungen |
| Elektroharfen | Untersucht, aber Ergebnisse je nach Kontext noch zu bestätigen |
| Automatisierte Erkennung und Überwachungswerkzeuge | In Entwicklung oder Test, vor allem für Erkennung und Nestsuche |
Diese Ansätze verdienen Beachtung, stellen aber noch keine allgemeinen Empfehlungen für alle Bienenstände dar.
5. Fehler vermeiden: Sicherheit, Meldungen und falsche gute Ideen
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Ziel |
Bei Verdacht: Die zu vermeidenden Fehler
- Kein Nest auf weniger als 5 m annähern
- Nicht versuchen, ein Nest selbst zu zerstören
- Nicht auf «Wundermittel» vertrauen
- Die Meldung nicht verzögern, weil man alles selbst verifizieren will
- Dokumentieren, melden und dann die Folgeschritte den zuständigen Stellen überlassen ►www.asiatischehornisse.ch
Bei der Asiatischen Hornisse besteht der klassische Fehler darin, schnell und allein handeln zu wollen. Die sicherste Vorgehensweise ist jedoch nicht Improvisation, sondern eine einfache Abfolge: Erkennen, dokumentieren, melden und dann Nestsuche sowie Bekämpfung den zuständigen Stellen überlassen.
5.1. Nicht allein in ein Nest eingreifen
Der erste Fehler besteht darin, ein verdächtiges Nest selbst annähern, bearbeiten oder zerstören zu wollen. Bei einem verdächtigen Nest ist mindestens 5 m Abstand zu halten, es nicht zu stören und es zu melden.
- Nicht unnötig annähern noch versuchen, allein zu handeln.
- Das unmittelbare Umfeld des Nestes nicht schütteln, erschüttern oder öffnen.
- Beurteilung und Entfernung den zuständigen Stellen überlassen.
Die Rolle des Imkers ist zentral für die Überwachung und das Melden, nicht für die technische Nestentfernung.
5.2. Nicht auf Wundermittel vertrauen
Im Umlauf sind zahlreiche fehlerhafte Informationen, insbesondere zu Bekämpfungsmethoden. Eine verlockende Methode ist nicht notwendigerweise eine taugliche Methode.
Drei Fragen vor der Anwendung einer Methode
- Wurde sie ernsthaft getestet?
- Wird sie von den zuständigen Stellen empfohlen?
- Ist sie in der Schweiz zugelassen?
Wenn eine dieser Fragen mit Nein oder Unbekannt beantwortet wird, sollte sie besser nicht angewendet werden.
Konkret zu vermeiden
- In sozialen Netzwerken oder auf YouTube kursierende Rezepte
- Kommerzielle Angebote ohne überprüfbare wissenschaftliche Referenz
- Feuer gegen ein Nest
- Schusswaffen
- Nicht zugelassene oder sachwidrig angewendete chemische Substanzen
«Etwas tun» und «das Richtige tun» darf nicht verwechselt werden. Eine unwirksame, gefährliche oder nicht zugelassene Methode kann die Lage verschlimmern, anstatt sie zu lösen.
5.3. Die Meldung nicht verzögern, weil man alles selbst verifizieren will
Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, zu lange zu warten – entweder weil man die Art mit absoluter Sicherheit bestätigen möchte oder weil man hofft, das Problem ohne die Plattform zu lösen. In der Praxis gilt: Ein plausibler und korrekt dokumentierter Fall ist besser, als die Meldung so lange aufzuschieben, bis es zu spät ist.
Dies gilt auch für spät entdeckte Nester. Selbst im Winter ist ein leeres Sekundärnest noch meldepflichtig: Es dokumentiert die regionale Ausbreitung und hilft, die nächste Saison vorzubereiten.
Die einfache Handlungsregel
- Erkennen — dunkles Insekt, orangefarbenes Band, Schwebeflug vor dem Flugloch
- Beobachten — ohne näher als 5 m heranzugehen, ohne zu stören
- Dokumentieren — Foto mit sichtbarem Individuum, Ort, Datum, Kontext
- Melden — über ►www.asiatischehornisse.ch
- Bienenstand schützen — verstärkte Überwachung, gittergeschütztes Flugloch wenn der Druck es rechtfertigt
- Nicht in das Nest eingreifen — die Folgeschritte den zuständigen Stellen überlassen
Bei Fragen empfiehlt es sich, die aktuellen Informationen der offiziellen Plattformen und der zuständigen Akteure des Imkereisektors zu konsultieren.
Mehr erfahren:
- Vespa velutina, Asiatische Hornisse
- Merkblatt: 2.7 Asiatische Hornisse
- Asiatische Hornisse: ein wenig Biologie…
- Merkblatt: 2.7.1 Anleitung für gittergeschütztes Flugloch
- Merkblatt: 2.7.2 Nestsuche per Triangulation
- Merkblatt: 3.4 Fauna am Bienenstand
Ausgewählte Bibliografie (vollständige Liste im Artikel)
Bonnefond, L., Paute, S., & Andalo, C. (2021). Testing muzzle and ploy devices to reduce predation of bees by Asian hornets. Journal of Applied Entomology, 145(1–2), 145–157.
Groupe de travail Frelon asiatique. (2024). Frelon asiatique (Vespa velutina) : Recommandations (mise à jour du 6 mai 2024).
Herrera, C., Williams, M., Encarnação, J., Roura-Pascual, N., Faulhaber, B., Jurado-Rivera, J. A., & Leza, M. (2023). Automated detection of the yellow-legged hornet (Vespa velutina) using an optical sensor with machine learning. Pest Management Science, 79(3), 1225–1233.
O'Shea-Wheller, T. A., Corbett, A., Osborne, J. L., Recker, M., & Kennedy, P. J. (2024). VespAI: a deep learning-based system for the detection of invasive hornets. Communications Biology, 7(1), 354.
Pérez-Granados, C., Bas, J. M., Artola, J., Sampol, K., Bassols, E., Vicens, N., ... & Roura-Pascual, N. (2024). Testing the selectiveness of electric harps: a mitigation method for reducing Asian hornet impact at beehives. Journal of Apicultural Research, 63(2), 360–366.

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