Zucht in der teilbaren Doppelbeute
Gilbert Duruz ist Imker in der Schweiz, im oberen Rhonetal. Er ist Ausbildner in der Imkerei, Königinnenzüchter, Tester im welschschweizerischen Zuchtprogramm der Carnica-Biene und Präsident der Association Suisse Romande des Éleveurs de Reines (ARAE). Er stellt hier seine Zucht- und Erneuerungsmethode unter kontinentalen und montanen Bedingungen vor.
Die Bi-Beuten
Ich arbeite mit teilbaren Dadant-Bi-Beuten mit 12 Rähmchen nach der Methode des ersten Präsidenten der ANERCEA, Charles Goetz, mit einer zentralen Trennwand. Im Winter stehen die Bi-Beuten auf drei Honigräumen, wobei sich die Kolonien gegenseitig wärmen. Im Frühjahr entferne ich den leeren unteren Honigraum; die zentrale Trennwand teilt dann die winterliche Brutkugel in zwei Hälften. Anschließend vertausche ich die beiden verbleibenden Honigräume (siehe Schema 1). Der Zwischenraum zwischen den beiden Brutnestern wird rasch bestiftet, was die Entwicklung der Kolonien beschleunigt. Ist eine Kolonie stark und die benachbarte mittelstark, genügt es, die Kolonien platzmäßig zu vertauschen, um die Kräfte auszugleichen, da die Flugbienen auf derselben Seite bleiben. Im Sommer in der Wanderimkerei lege ich über den zweiten Honigraum ein Absperrgitter und setze zwei bis drei gemeinsame Honigräume ohne zentrale Trennwand zur Einlagerung der Ernte auf. Die Königin ist auf einen begrenzten Raum beschränkt, was zu weniger Brut und zu mehr Flugbienen führt, die weniger Energie in die Brutpflege investieren mussten. Zusammengefasst erlaubt die Arbeit mit teilbaren Beuten eine deutlich feinere Steuerung, erfordert jedoch mehr Zeit.
Mein Bestand setzt sich zusammen aus:
- 50 Produktions-Bi-Beuten (Carnica F1 mit 1- und/oder 2-jährigen Königinnen),
- 3 Zucht-Bi-Beuten (Starter/Finisher),
- 12 Beuten mit reinrassigen, selektierten Carnica-Königinnen
Die Zuchtvölker
| Für die Zucht arbeite ich mit „Bi-Beuten“ mit einem weisellosen Abteil (siehe Schema 2). Sie sind wie folgt aufgebaut: Auf einem Boden stehen zwei Honigräume mit jeweils 12 Rähmchen und einer zentralen Trennwand, die an den Seiten und am Boden bienendicht abschließt. Zwischen dem ersten und dem zweiten Honigraum befinden sich zwei halbe Absperrgitter, wodurch vier Abteile mit je sechs Honigrähmchen entstehen. |
Die Königin ist in einem der beiden unteren Abteile eingeschlossen; die andere Hälfte der Beute ist weisellos, mit dem Starterbereich oben. Auf der weisellosen Seite verhindert ein Absperrgitter das Eindringen einer von der Begattung zurückkehrenden Königin, die von der weisellosen Einheit angezogen würde und die Annahme der Weiselzellen beeinträchtigen könnte. Ein dritter Honigraum wird oben aufgesetzt, um Vorräte zu lagern. Die Rähmchenrotation erfolgt wöchentlich wie folgt: – rechte Seite (mit Königin): Die larvenhaltigen Rähmchen ohne Königin aus dem ersten Honigraum werden in den zweiten Honigraum gehängt; – rechte Seite: Die Brutrahmen aus dem zweiten Honigraum werden auf die linke Seite des zweiten Honigraums umgesetzt; – linke Seite (weisellos): Die verdeckelten Brutrahmen aus dem zweiten Honigraum werden in den ersten Honigraum links gehängt; – linke Seite: Die leeren Rähmchen aus dem ersten Honigraum ersetzen die Rähmchen im ersten Honigraum rechts. So findet die Königin stets Platz zum Eierlegen, und auf der weisellosen Seite ist immer schlüpfende Brut vorhanden. Diese Rähmchenumsetzungen erfolgen mit den aufsitzenden Bienen. Sie werden mit Milchsäure besprüht, um eine Varroavermehrung zu verhindern. Es werden keine neuen Weiselzellen angesetzt, da auf der Finisher-Seite das Königinnenpheromon dies verhindert und auf der Starter-Seite nur zu alte Larven vorhanden sind. Der Zuchtrahmen im Dadant-Honigraum besteht aus zwei Mal zwei Metallstiften, die von alten Absperrgittern stammen (siehe Foto 2). Auf zwei Leisten eines Zuchtrahmens bringe ich 38 Näpfchen an. Ich schneide die Ränder der Näpfchenhalter ab, um ihre Breite zu verringern (siehe Foto 3), wodurch der Abstand zwischen zwei Näpfchen kleiner wird und sich dem natürlichen Brutnest annähert. Die Näpfchenhalter tragen Unterscheidungsmerkmale (1, 2, 3 Löcher usw. – siehe Foto 3), die es mir ermöglichen, Serien zu bilden. Ich notiere die Serie, das Umlarvdatum und die Mutterkönigin. So habe ich allein anhand des Näpfchenhalters alle für die neue Königin relevanten Informationen mit minimalem Schreibaufwand.
Die Zucht
Die Mutterlinien sind mindestens zwei Jahre alte Königinnen der Rasse Carnica, die in einer Belegstelle begattet und während einer Produktionssaison sowie zwei Wintern selektiert wurden. Ab dem dritten Jahr werden die Muttervölker in Form von Ablegern weitergeführt, um die Königinnen nicht zu stark zu beanspruchen. Meine Ehefrau entnimmt die Larven mit Hilfe des chinesischen Umlarvlöffels. Der Zuchtrahmen wird in den zweiten Honigraum auf der linken, weisellosen Seite (Starter) eingesetzt. Zur Förderung der Annahme der Larven wird Futterteig auf die Zellen gelegt. Nach 24 Stunden wird der Zuchtrahmen auf die rechte Seite über die Königin (Finisher) umgesetzt. Die Zellen verbleiben nur fünf Tage im Finisher, wobei es kaum zu Wachsbrücken zwischen den Zellen kommt. Fünf Tage später, wenn die Zellen verdeckelt sind, überführe ich sie in einen Swienty-Brutschrank. Dieser wurde durch das Anbringen von Drahtbarrieren (Draht zwischen zwei Nägeln) modifiziert, die Gänge bilden und so den Dominoeffekt verhindern, wenn ein Lockenwickler umkippt (siehe Foto 4).
Das Herunterfallen einer Zelle kann für diese tödlich sein. Die Kapazität des Schranks wurde erhöht, gleichzeitig wurde die Handhabungssicherheit verbessert. Es kann vorkommen, dass bereits am 11. Tag eine Königin schlüpft; sie würde nur wenige Stunden überleben, wenn man nicht vorsorglich etwas Futterteig auf den Boden des Lockenwicklers gegeben hätte. Am 11. Tag werden die Zellen in Apidéa-Nuclei eingesetzt. Nach zehn Tagen erfolgt eine Legekontrolle. Die Königinnen werden ab dem 20. Tag per Post im Prioritätsversand verschickt. In der Schweiz wird für 1 € eine vor 18 Uhr am Schalter aufgegebene Sendung am nächsten Morgen im Briefkasten des Imkers zugestellt. Verzögerungen sind sehr selten und treten meist nur bei Fehlern des Absenders auf. Es ist wichtig, die Sendungen am Schalter aufzugeben, da der Postangestellte manuell zu sortierende von maschinell zu sortierenden Sendungen trennt. Den Königinnen lege ich eine Anleitung zur Einführung bei.
| Foto 5 zeigt einen Apidéa-Nucleus in Winterkonfiguration mit einer kleinen Zarge und einem Futterspender (insgesamt 10 Rähmchen). Dies ermöglicht die Überwinterung einiger Königinnen sowie die Teilung der Nuclei im Frühjahr, um den gesamten Bestand wieder aufzufüllen. |
Bestandserneuerung
Bildung von Ablegern im Frühjahr: Zur Verjüngung des Bestands werden alle Völker, die nicht in die Sommerwanderung gehen oder für die Zucht vorgesehen sind, im Laufe des Monats Mai in Ableger umgewandelt. Diese bestehen aus drei Dadant-Honigrähmchen mit einem Zusetzkäfig, der eine legende Königin ohne Begleitbienen enthält. Es folgt die Erweiterung des Volkes sowie dessen Fütterung zwischen Mai und Mitte Juli. Erweist sich die Königin als zufriedenstellend (nach zwei Monaten kann ihre Qualität bereits beurteilt werden), wird dieser Ableger, der dann auf sechs Honigrähmchen sitzt, mit einem weisellos gemachten Produktionsvolk vereinigt. Ein Blatt Papier zwischen den beiden Völkern ermöglicht eine sanfte Vereinigung. Der Vorteil von Frühjahrsablegern besteht darin, dass keine minderwertigen Völker überwintert werden. Zudem ist es möglich, dass Maiköniginnen besser sind als Königinnen aus anderen Monaten, da sie dem biologischen Kalender der Biene entsprechend erzeugt werden. Bildung von Nuclei im Sommer. Mitte Juli müssen die Honigräume abgenommen, gefüttert und gegen Varroa behandelt werden. Auf eine Augusttracht zu hoffen, würde den Verlust der Völker riskieren, da sich die Varroa zu dieser Zeit sehr schnell vermehrt und die Winterbienen schwächen würde. Die Bienen aus den Honigräumen sind überschüssig und sterben rasch ab. Ich nutze diese Bienen, um Kunstschwärme zu bilden und ihnen ein neues Leben zu geben. Anstatt eine Bienenflucht einzusetzen und die Honigräume abzunehmen, fege ich 1,8 kg dieser Bienen in eine Beute mit zehn Mittelwänden (oder fünf Brutraumrähmchen). Da die Bienen rasch eingeschlossen werden, entsteht im Bienenstand keine besondere Unruhe (ich arbeite die meiste Zeit ohne Schutzkleidung). Es genügt, gegen Varroa zu behandeln (35 ml Oxalsäure 3,5 % durch Träufeln), zu füttern und eine Königin zuzusetzen (die Annahme liegt bei 99,9 %). Einen Monat später, nach Zugabe von zwei Rähmchen (oder eines Brutraumrähmchens) und ausreichender Fütterung, sind die Ableger bereit für die Überwinterung, mit geringer Varroabelastung. Diese Ableger dienen zum Ausgleich von Winterverlusten oder werden verkauft.


