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Welche Krankheit (A9) ?

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Erkennen Sie diese Krankheit? Erklären Sie, was Sie sehen!

  1. Röhrenbrut (kleine Wachsmotte)
  2. Europäische Faulbrut
  3. Amerikanische Faulbrut
  4. Gesundes Volk
  5. Kalkbrut
  6. Deformed-Wing-Virus: DWV
  7. Nosemose

 

 

Richtige Antwort: 7 (Nosemose)

Der Erreger Nosema spp. ist ein einzelliger parasitischer Pilz. Es gibt zwei Arten: Nosema apis, der früher in ganz Europa verbreitet war und es teilweise noch ist, sowie Nosema ceranae, eine ursprünglich aus Asien stammende, neuere Art. Nosema ceranae verdrängt zunehmend Nosema apis. Letzterer kommt nur selten allein vor, meist in Mischinfektionen mit Nosema ceranae.

 

Die Sporen werden von adulten Bienen mit Nahrung oder Wasser aufgenommen oder beim Reinigen sporenkontaminierter Oberflächen. Sie gelangen in den Mitteldarm und infizieren die Zellen der Darmschleimhaut, wo sie sich vermehren. Neue Sporen werden mit den Exkrementen ausgeschieden. Symptome und Schäden treten vor allem im Frühjahr auf. Nosema ist jedoch ganzjährig im Darm infizierter Arbeiterinnen präsent. Die Schäden äußern sich in einer überdurchschnittlichen Mortalität der Bienen. Befallene Völker schwächen sich oder gehen zugrunde. Erkrankte Königinnen stellen die Eiablage ein und können sterben. Die Nosemose ist eine multifaktorielle Erkrankung: Sie tritt häufig auf, eine spontane Heilung ist jedoch nicht selten. Geschwächte Völker begünstigen weitere Erreger (Mischinfektionen). Nosemose wird häufig zusammen mit Viren diagnostiziert, z. B. dem Black Queen Cell Virus (BQCV).

Symptome und Diagnose im Feld

  • Flugunfähige, krabbelnde oder hüpfende Bienen mit aufgeblähtem Hinterleib.
  • Braune Kotflecken auf dem Anflugbrett, in der Beute und auf den Waben.
  • Darmtest: Den Kopf einer toten Biene abtrennen; den Hinterleib zwischen zwei Fingern halten und die Hinterleibsspitze vorsichtig herausziehen, um den Darm zu entnehmen.
  • Bei Nosemose ist der Mitteldarm trüb, milchig-weiß und geschwollen.
  • Bei gesunden Bienen ist der Mitteldarm durchsichtig und bräunlich.
  • Lückenhafte Brut.
  • Völker entwickeln sich im Frühjahr nur langsam oder schwächen sich und gehen schließlich zugrunde.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Optimale Bedingungen für eine gute Volksentwicklung schaffen, insbesondere im Frühjahr: geeigneter Standort, gute Tracht, saubere Tränke.
  • Schwache, aber gesunde Völker rechtzeitig vereinigen oder bei Zweifel eliminieren.
  • Waben regelmäßig erneuern. Alte oder kotverschmutzte Waben einschmelzen. Keine Waben oder Werkzeuge mit Kotverschmutzung verwenden.
  • Auf hohe Vitalität der Bienen selektieren.
  • Stark geschwächte Völker abtöten. Bei schwächerem Befall optimale Bedingungen für eine spontane Heilung schaffen und die Volksentwicklung fördern; ggf. Kunstschwärme bilden. Wenn nach 4 Wochen keine Anzeichen einer spontanen Heilung auftreten, das Volk auflösen. Es ist kein Therapeutikum gegen Nosema zugelassen.

Was kann der/die Imker*in tun?

Es wird empfohlen, die natürlichen Abwehrkräfte der Bienen gegen Krankheiten zu stärken, indem die Grundsätze guter imkerlicher Praxis angewendet werden. Völker sind gesund, wenn sie sich gut entwickeln (Adultbienen und Brut), ein gutes Hygieneverhalten zeigen und gute Erträge liefern. In der Praxis spricht man von starken oder vitalen Völkern (vgl. Titelbild). Die Vitalität der Völker hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dem/der Imker*in stehen vor allem folgende Einflussfaktoren zur Verfügung:

  • Standort mit guten Trachtbedingungen (kontinuierlicher Nahrungsfluss) und geeignetem Lokalklima.
  • Regelmäßige Bildung junger Völker und Ersatz schwacher Völker.
  • Selektion von Königinnen mit ausreichenden Vitalitätsmerkmalen (Volksentwicklung, Putztrieb).
  • Regelmäßige Erneuerung der Waben.
  • Vorschriftsgemäße Bekämpfung der Varroamilbe – Hygiene im Bienenstand.
  • Vorsicht bei der Übernahme von Bienen aus anderen Standorten (Krankheiten!).
  • Verzicht auf jede Einfuhr von Bienen aus Regionen außerhalb Europas.

 

Poster (PDF): Krankheiten erkennen

 

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