- Röhrenbrut (kleine Wachsmotte)
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- Gesundes Volk
- Kalkbrut
- Deformed-Wing-Virus: DWV
- Nosemose
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Richtige Antwort: 6 (Deformed-Wing-Virus: DWV)
Das Deformed-Wing-Virus (DWV) kommt in allen Entwicklungsstadien der Bienen vor – vom Ei bis zur adulten Biene. Infizierte Ammenbienen übertragen das Virus über das Larvenfutter (Gelée larvaire) auf junge Larven. Erwachsene Bienen übertragen das Virus zudem durch Trophallaxis.
DWV ist in der Regel nur schwach pathogen. Daher kann es vertikal (von einer Generation zur nächsten) übertragen werden. Eine infizierte Königin stirbt nicht rasch und überträgt das Virus auf die Eier. Ebenso gilt die Übertragung des Virus von einem Muttervolk auf einen Schwarm als vertikaler Übertragungsweg.
DWV wurde außerdem im Sperma, im Honig, in den Exkrementen und im Pollen nachgewiesen. Es wurde festgestellt, dass sich DWV nicht nur in der Biene, sondern auch in der Varroa-Milbe vermehren kann. Mit DWV infizierte Völker zeigen oft über lange Zeit keine offensichtlichen Schäden. Häufig jedoch – insbesondere in Kombination mit weiteren Infektionen – entwickeln sich die Völker sehr langsam oder gehen zugrunde. Am gefährlichsten für die Bienen ist die Kombination mit Varroa destructor. Es wird angenommen, dass DWV beim Wirtswechsel vom Varroa zur Biene virulenter wird.
Symptome und Diagnose im Feld:
Typische Symptome dieser Krankheit sind deformierte Flügel bei den Bienen. Darüber hinaus zeigen die Bienen weitere Symptome wie einen verkleinerten Körperbau sowie Pigmentierungsstörungen.
Vorbeugung und Bekämpfung
- Völker rechtzeitig und sachgerecht gegen Varroa behandeln.
- Vitalen und starken Völkern den Vorzug geben. Schwache Völker rechtzeitig vereinigen (nur wenn sie gesund sind) oder auflösen.
- Auf Vitalität und Reinigungsverhalten selektieren. Keine zu alten Königinnen behalten.
- Waben regelmäßig erneuern.
- Kontaminierte Waben einschmelzen. Viren überleben den Wachsschmelzprozess nicht. Starke Völker als Schwärme in saubere Beuten einlogieren und Mittelwände ausbauen lassen. Schwache Völker eliminieren.
- Mehr Jungvölker bilden und diese in ausreichender Distanz zu Wirtschaftsvölkern aufstellen.
- Dasselbe Imkereimaterial nicht auf verschiedenen Bienenständen verwenden (Stockmeißel, Handschuhe usw.).
Was kann der/die Imker*in tun?
Es wird empfohlen, die natürlichen Abwehrkräfte der Bienen gegen Krankheiten zu stärken, indem die Grundsätze guter imkerlicher Praxis angewendet werden. Völker sind gesund, wenn sie sich gut entwickeln (Adultbienen und Brut), ein gutes Hygieneverhalten zeigen und gute Erträge liefern. In der Praxis spricht man von starken oder vitalen Völkern (vgl. Titelbild). Die Vitalität der Völker hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dem/der Imker*in stehen vor allem folgende Einflussfaktoren zur Verfügung:
- Standort mit guten Trachtbedingungen (kontinuierlicher Nahrungsfluss) und geeignetem Lokalklima.
- Regelmäßige Bildung junger Völker und Ersatz schwacher Völker.
- Selektion von Königinnen mit ausreichenden Vitalitätsmerkmalen (Volksentwicklung, Putztrieb).
- Regelmäßige Erneuerung der Waben.
- Vorschriftsgemäße Bekämpfung der Varroamilbe – Hygiene im Bienenstand.
- Vorsicht bei der Übernahme von Bienen aus anderen Standorten (Krankheiten!).
- Verzicht auf jede Einfuhr von Bienen aus Regionen außerhalb Europas.
► Poster (PDF): Krankheiten erkennen

