- Röhrenbrut (kleine Wachsmotte)
- Europäische Faulbrut
- Amerikanische Faulbrut
- Gesundes Volk
- Kalkbrut
- Deformed-Wing-Virus: DWV
- Nosemose
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Richtige Antwort: 5 (Kalkbrut)
Kalkbrut: Der Pilz Ascosphaera apis befällt die Brut der Arbeiterinnen und Drohnen. Die Pilzsporen werden von den Larven mit der Nahrung aufgenommen. Sie keimen im Darm aus und bilden Hyphen, die durch die Larven wachsen. Treffen weibliche und männliche Hyphen an der Körperoberfläche der Larven zusammen, bilden sich grau-schwarze Fruchtkörper, in denen neue Sporen entstehen. Die von Pilzen befallenen Larven, auch als Mumien bezeichnet, werden dunkel und sind ansteckend.
Je nach Vitalität der Völker und klimatischen Faktoren (Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Stock) nimmt der Befall zu, die Völker werden geschwächt und können zugrunde gehen – oder sich im Gegenteil spontan erholen. Die sehr widerstandsfähigen Sporen von Ascosphaera apis verbleiben über Jahre, sogar Jahrzehnte, in den Bienenvölkern und können sich entwickeln, sobald die Bedingungen dies erlauben.
Symptome und Diagnose im Feld:
- Auf dem Beutenboden oder frühmorgens vor dem Flugloch bzw. auf dem Anflugbrett liegen Mumien der Kalkbrut: tote, ausgetrocknete Bienenlarven, bedeckt mit einem weißen (seltener grau-schwarzen) Pilzbelag.
- Lückenhafte Brutflächen, aufgerissene Zelldeckel.
- Lebende Präpuppen mit feinem, weißem, watteähnlichem Pilzrasen.
- Tote Präpuppen, bedeckt mit flockigem, weißem Pilzrasen.
- Getrocknete Kalkbrut-Mumien, kreideartig, die sich leicht vom Untergrund lösen.
Vorbeugung und Bekämpfung
- Völker mit guter Vitalität bevorzugen, Stressfaktoren reduzieren.
- Trockenen, warmen Standort mit guten Trachtbedingungen wählen; das Volk nicht hungern lassen; den Raum im Stock an die Bienenzahl anpassen.
- Keine zu alten Königinnen; Selektion nach Hygieneverhalten und Volksentwicklung.
- Keine unkontrollierte Inzucht.
- Schwache Völker rechtzeitig auflösen oder vereinigen.
- Auf Hygiene im Bienenstand achten; Waben regelmäßig erneuern.
- Ausbreitung aus befallenen Völkern oder Ständen vermeiden (Waben, Brut, Bienen).
- Verdächtige Waben können durch Verdampfen von 60%iger Essigsäure oder Ameisensäure mit einem Applikator im Wabenschrank desinfiziert werden (ca. 100 ml für ein Volumen in der Größe einer Schweizer Beute).
Bei geringem Befall:
- Königin durch eine selektierte Königin ersetzen.
- Hygieneverhalten fördern, z. B. durch Besprühen der Waben mit verdünntem Zuckerwasser.
- Stärker befallene Waben entfernen und einschmelzen. Die Sporen überleben die thermische Behandlung bei der Wachsaufbereitung nicht.
Bei starkem Befall:
- Kunstschwärme bilden und in zuvor abgeflammte Beuten mit Mittelwänden und neuen Rähmchen einlogieren; alle befallenen Waben einschmelzen.
- Stark geschwächte Völker eliminieren.
- Völker an günstigere Standorte verbringen.
Was kann der/die Imker*in tun?
Es wird empfohlen, die natürlichen Abwehrkräfte der Bienen gegen Krankheiten zu stärken, indem die Grundsätze guter imkerlicher Praxis angewendet werden. Völker sind gesund, wenn sie sich gut entwickeln (Adultbienen und Brut), ein gutes Hygieneverhalten zeigen und gute Erträge liefern. In der Praxis spricht man von starken oder vitalen Völkern (vgl. Titelbild). Die Vitalität der Völker hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dem/der Imker*in stehen vor allem folgende Einflussfaktoren zur Verfügung:
- Standort mit guten Trachtbedingungen (kontinuierlicher Nahrungsfluss) und geeignetem Lokalklima.
- Regelmäßige Bildung junger Völker und Ersatz schwacher Völker.
- Selektion von Königinnen mit ausreichenden Vitalitätsmerkmalen (Volksentwicklung, Putztrieb).
- Regelmäßige Erneuerung der Waben.
- Vorschriftsgemäße Bekämpfung der Varroamilbe – Hygiene im Bienenstand.
- Vorsicht bei der Übernahme von Bienen aus anderen Standorten (Krankheiten!).
- Verzicht auf jede Einfuhr von Bienen aus Regionen außerhalb Europas.
► Poster (PDF): Krankheiten erkennen

