- Drüse, die das Orientierungs- bzw. Sammelpheromon absondert, insbesondere bei Abwesenheit der Königin.
- Drüse, die ein kurzzeitig wirkendes, abstoßendes Markierungspheromon absondert.
- Drüse, die ein Prägepheromon am Eingang des Stocks absondert, das der jungen Königin ermöglicht, nach dem Hochzeitsflug zum Stock zurückzufinden.
- Drüse, die ein Prägepheromon absondert, das die Anwesenheit der Königin im Stock markiert. Dies verhindert den Bau von Weiselzellen durch die Arbeiterinnen.
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Diese Drüse (manchmal auch „Arnhart“ geschrieben) befindet sich im fünften Tarsalsegment der sechs Beine aller drei Bienenkasten, unmittelbar vor dem Klauenpaar und dem Haftpolster (Arolium). Sie produziert ein öliges Sekret, das die Haftung der Beine erhöht und es den Bienen ermöglicht, sich auf sehr glatten Oberflächen festzuhalten.
Die Drüse scheidet zudem ein Markierungspheromon (Fußabdruck) aus. Dieses Sekret ist bei der Königin 10–15-mal reichlicher als bei den Arbeiterinnen, wobei die chemische Zusammensetzung dieses Pheromons zwischen diesen beiden Kasten nahezu identisch ist (im Gegensatz zu jener der Männchen, die deutlich abweicht). Durch ihr Umherlaufen auf den Waben hinterlässt die Königin dieses Pheromon, das – in Verbindung mit der mandibulären Pheromonabgabe – die Arbeiterinnen am Bau von Weiselzellen hindert. Bei der Königin folgen die Entwicklung der Anhardt-Drüsen und die Sekretion des Markierungspheromons der (saisonalen) Legeleistung und nehmen mit dem Alter der Königin ab. Ist die Fläche verdeckelter Brut sehr groß und fehlen leere Zellen, was die Legeleistung bremst, und drängt die große Zahl an Arbeiterinnen die Königin dazu, sich im oberen Bereich der Waben aufzuhalten, entstehen am Wabenboden Schwarmzellen. Dasselbe Phänomen tritt auf, wenn der Imker die Brut durch das Einsetzen einer Mittelwand „in zwei Hälften teilt“. Der weniger von der Königin besuchte Teil der Wabe weist dann bald eine unerwünschte Weiselzelle auf.
Dasselbe tarsale Sekret ermöglicht es den Sammlerinnen, das Vorhandensein einer Nahrungsquelle auf den Sammelplätzen zu signalisieren. Zudem erlaubt dieses am Stockeingang abgesetzte Markierungspheromon einer jungen Königin, nach ihrem Hochzeitsflug zur Kolonie zurückzufinden, und hilft den Sammlerinnen bei der Orientierung sowie bei der Reduktion des Verfluges. Dieses Markierungssekret stimuliert außerdem die Bienen, ihre Nasonov-Drüse zu aktivieren, um am Stockeingang den Sammelruf auszulösen (beobachtet z. B. beim Einlogieren eines Schwarms).
Bei den Männchen ist die Funktion dieser Drüse noch nicht eindeutig geklärt.
Zur Vertiefung:
► Pheromone – echte semiochemische Kommunikation
► Pheromone als Akteure der Verhaltensplastizität
► A Closer Look: Tarsal Glands / Footprint Pheromone

