Safran
Safran, ein in der Küche sehr geschätztes Gewürz, besteht aus den getrockneten Griffeln einer Krokusart, Crocus sativus oder Kultursafran. Es handelt sich um eine mehrjährige, krautige Zwiebelpflanze, deren Blüte sechs Tepalen (Tepalen = blütenbildende Organe, die den Blütenblättern ähneln) aufweist, die malvenfarben und violett gestreift sind.
Die Blüte des Safrankrokus erfolgt im Herbst. Eine einzelne Pflanze bringt während des gesamten Monats Oktober Blüten hervor, die nach und nach aus dem Boden erscheinen. Während einerseits täglich neue Blüten aufgehen, welken sie andererseits sehr schnell (sofern sie nicht geschnitten werden) innerhalb von ein bis zwei Tagen und machen so Platz für die nachfolgenden. Nach Abschluss der Blütezeit bleiben die Blätter den ganzen Winter und bis ins Frühjahr hinein grün und ähneln schönen Grasbüscheln. Anschließend verschwinden auch sie wieder und hinterlassen im Boden die Knollen, die im Herbst erneut austreiben. Durch das Ausgraben der Knollen und das Trennen der Tochterknollen können diese wieder eingepflanzt werden, um entsprechend viele neue Pflanzen zu erhalten.
Im Wallis wird Safran nicht nur in Mund angebaut, sondern gedeiht auch an den kalkhaltigen Hängen des rechten Rhôneufers, insbesondere in Ayent oder Savièse.
Da Safran keinen Nektar produziert, liegt sein imkerlicher Wert im Pollen. Dieser ist goldgelb, in großer Menge auf den drei Staubblättern unterhalb der Griffel vorhanden und stellt eine gute Nahrungsquelle für die Bienen im Hinblick auf die Überwinterung dar. Leider können die Bienen davon jedoch nicht in vollem Umfang profitieren, da die Blüten in der Regel täglich, sobald sie erscheinen, geschnitten werden, um das wertvolle Gewürz zu ernten.
Andere Krokusarten, Crocus chrysanthus oder Winterkrokus und Crocus vernus oder Frühlingskrokus, die in Wiesen, an Straßenrändern und Böschungen vorkommen, blühen zu Beginn des Frühlings. Gelb (C. chrysanthus) oder violett (C. vernus) gefärbt, stellen sie eine ausgezeichnete Pollenquelle für den Start in die neue Saison dar.
Quellen
Silberfeld, C. Reeb, Die nektarspendenden Pflanzen, 2016
Piquée, Die nektarspendenden Pflanzen Monat für Monat, 2014
Foto: Aufnahme vom 11.10.2021, Bienenstand Les Iles, Sitten


