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Königinnenzucht in der Carnica-Population: Genetik, Selektion und Praxis

von Yves Martignoni und Julien Balet 

Was machen Zuchtleiter? Was bedeutet Zucht? Ist das etwas, das auch für mich machbar ist? Dies sind einige der Fragen, die wir in diesem Artikel zu beantworten versuchen.

1. Welche Rasse?

Oft wird uns die Frage gestellt, warum die Zuchtberater der Westschweiz nur mit einer einzigen Rasse (der Carnica) arbeiten, warum nicht mit einer anderen und warum nicht mit mehreren. In diesem Artikel werden wir diese Fragen kurz beantworten und damit für viele Imker einen blinden Fleck klären.

Vor dem Aufkommen der modernen Imkerei (Beuten mit beweglichen Rähmchen, etwa ab dem 19. Jahrhundert) lebten die Bienen ruhig in ihrer Herkunftsregion und passten sich seit Millionen von Jahren an ihre lokale Umwelt an. Diese natürliche Selektion ermöglichte die Entstehung spezifischer Ökotypen entsprechend der Anpassung einer Art an ihre Umwelt. Diese Unterarten nennen wir in der Imkerei Bienenrassen.

Die bekanntesten bei uns sind:

  • Apis mellifera mellifera (die Dunkle Biene oder auch Nigra);
  • Apis mellifera ligustica (die Ligustica oder auch die Italienische Biene);
  • Apis mellifera carnica (die Carnica oder auch die Graue Biene).

Diese Rassen haben jeweils besondere Eigenschaften entwickelt. So legt die Ligustica zum Beispiel nur geringe Vorräte für den Winter an und überwintert mit einer grossen Population. Die Dunkle Biene und die Carnica hingegen überwintern mit grossen Vorräten und einer kleinen Population, was die Überwinterung in kalten Gebieten erleichtert.

Die moderne Imkerei hat Zuchtmethoden entwickelt und dem Menschen ermöglicht, wie in der Viehzucht oder Landwirtschaft zu handeln: Unterarten zu kreuzen, um neue zu schaffen (z. B. afrikanisierte Biene). Diese Kreuzungen haben jedoch nur selten Positives gebracht, denn durch die Verdünnung der in den Genen der verschiedenen Rassen verankerten Eigenschaften traten zahlreiche Mängel auf: Aggressivität, geringe Krankheitsresistenz, schwache Erträge. Und aufgrund der Fortpflanzungsweise der Bienen (die Königin wird von etwa fünfzehn Drohnen begattet) breiteten sich diese schlechten Eigenschaften rasch in der Natur aus. So weit, dass die Société romande d’apiculture (SAR) den Bundesrat aufforderte, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, deren Ziel es war, dieses Hybridisierungsproblem zu bekämpfen. Diese Arbeitsgruppe zeigte auf, dass die einzige Lösung die Rückkehr zu einer reinrassigen Biene war. Das Problem bestand darin, dass die lokale Biene bereits fast vollständig hybridisiert war; man entschied sich deshalb, mit dieser Rasse nicht weiterzuarbeiten (vgl. genomische Vergangenheit der Schweizer Biene). Nach der Prüfung von fünf Unterarten in verschiedenen Bienenständen entschied sich diese Arbeitsgruppe für die Carnica.

Seit inzwischen mehr als siebzig Jahren arbeitet die Zuchtkommission der SAR in Partnerschaft mit den Gruppen der Zuchtberater der welschen Kantone mit grossem Einsatz daran, die Reinheit dieser Rasse zu erhalten, sie zu verbessern (insbesondere hinsichtlich der Krankheitsresistenz) und sie jedem Imker zur Verfügung zu stellen. Auf die Arbeit der Zuchtberater werden wir in den nächsten Artikeln im Detail zurückkommen.

Abschliessend lässt sich sagen, dass die Entscheidung, eine reine Rasse zu erhalten und nur mit einer einzigen Rasse zu arbeiten, nicht vom Himmel gefallen ist. Es war die Folge einer Fehlentwicklung in der Imkerei, auf die wir reagieren mussten und gegen die wir seither kämpfen, um die Qualität dieser Bienen zu erhalten. Zur Frage, warum man nicht mehrere Bienenrassen in einer Region verwenden sollte, ist inzwischen klar, dass dies ein schwerwiegendes Hybridisierungsproblem verursachen würde und uns in dieselbe katastrophale Situation wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurückversetzen würde.

2. Die Genetik der Biene

Diesen Monat beschäftigen wir uns mit der Genetik der Biene. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, werden wir versuchen, ihre Grundprinzipien und ihre Auswirkungen auf die Selektion zusammenzufassen. Interessierte Leser finden online weitere Informationen.

Wie Sie wissen, besteht ein Bienenvolk aus einer Königin, Arbeiterinnen und einigen Männchen, den sogenannten Drohnen. Ihre jeweiligen Entstehungsprozesse sind sehr unterschiedlich.

Die Königin kann entscheiden, ob sie das von ihr gelegte Ei befruchtet oder nicht. Ein befruchtetes Ei ergibt ein Weibchen, ein unbefruchtetes Ei ein Männchen. Nach 3 Tagen schlüpft das Ei. Erst die Nahrung entscheidet dann darüber, ob aus einem befruchteten Ei eine Arbeiterin oder eine Königin wird.

Eine Larve, die zur Königin werden soll, wird bis zur Verdeckelung der Zelle (9. Tag nach der Eiablage) ausschliesslich mit Gelée royale gefüttert. Am 16. Tag schlüpft die junge Königin. Nach einigen Tagen verlässt sie die Beute, um sich von 10 bis 25 Männchen aus anderen Völkern begatten zu lassen und so die genetische Vielfalt ihrer Nachkommen zu sichern.

Die Arbeiterinnenlarve wird dagegen während 3 Tagen mit Futtersaft und danach mit Honig und Pollen ernährt. Während dieser 3 Tage, in denen die weibliche Larve mit Futtersaft versorgt wird, kann sie noch zu einer Königin werden, wenn die Bienen beschliessen, ihr Gelée royale zu geben (zum Beispiel wenn sie in der Zwischenzeit ihre Königin verloren haben und daher eine neue aufziehen müssen). Dieses Phänomen nutzen wir in der Zucht, indem wir sehr junge Larven weisellosen Bienen geben.

Die Drohnenlarven werden auf die gleiche Weise wie Arbeiterinnenlarven ernährt. Im Gegensatz dazu entsteht das Männchen, wie oben erwähnt, aus einem unbefruchteten Ei, was bei den Bienen eine Besonderheit darstellt. Königinnen und Arbeiterinnen haben 32 Chromosomen, 16 von der Mutter und 16 vom Vater. Sie sind diploid wie die meisten Tiere und Pflanzen. Drohnen hingegen haben nur 16 Chromosomen, die ausschliesslich von der Mutter stammen. Sie sind haploid:  ihre Chromosomen liegen jeweils nur in einer einzigen, ausschliesslich von der Mutter geerbten Kopie vor. Folglich sind die Spermatozoen eines einzelnen Männchens streng identisch, also Klone, im Gegensatz zu den Eiern der Königin, die alle verschieden sind:  Jedes Ei ist eine einzigartige Kombination der verschiedenen Gene der Königin und des Vaters.

 

In einer Beute haben wir also eine Königin, die von mehreren Männchen begattet wurde (in der untenstehenden Abbildung blau, gelb, rot und grün). Die Söhne erben ausschliesslich das genetische Erbe ihrer Mutter. Die Töchter sind Halbschwestern oder Vollschwestern väterlicherseits. Halbschwestern haben nicht denselben Vater. Vollschwestern väterlicherseits haben denselben Vater, und da das Männchen haploid ist, haben sie von ihm genau dasselbe genetische Erbe erhalten. 

 

 

Damit wird nur die Genetik der Mutter an die Männchen weitergegeben, und diese geben sie bei der Paarung mit einer jungen Königin vollständig weiter. Unser Selektionsprogramm stützt sich auf diese Besonderheit, um in den Belegstationen die bestmögliche Genetik zu verbreiten. In jeder A-Belegstation sind die Männchen alle Enkel einer im Selektionsprogramm prämierten Königin (Testbienenstände). Dadurch verfügt eine bestimmte Belegstation über denselben genetischen Pool, die Inzucht kann kontrolliert und Kreuzungen zwischen Linien unter Wahrung der genetischen Vielfalt können gesteuert werden. Auf diese Punkte werden wir in den nächsten Ausgaben ausführlicher zurückkommen.

3. Die Reinheit der Carnica-Rasse

Wie bereits in den letzten Kapiteln erläutert, ist das vorrangige Ziel der SAR-Zucht die Erhaltung der Reinheit der vom Liebefeld gewählten Carnica-Rasse. Wie messen die Zuchtberater (ME) diese Reinheit (oder vielmehr das Fehlen von Hybridisierung)? Ist diese seit Jahrzehnten geleistete Arbeit wirksam? Welche Perspektiven gibt es, um die Arbeit der ME zu vereinfachen? Das ist das Programm unseres heutigen Artikels.

Seit Beginn der SAR-Zucht war das einzige von der Wissenschaft verwendete Mittel zur Bestimmung der Rasse einer Biene (Unterart) die morphologische Messung. In der Literatur finden sich mehrere Kriterien:  Kubitalindex, discoidale Verschiebung, Tomentumbreite, Zungenlänge, Färbung des Abdomens usw.

 

In Europa ist der Kubitalindex das am weitesten verbreitete Kriterium. Er ist leicht zu messen und erlaubt es, Hybridisierungen mit der Ligustica (Italienische Biene) und der Mellifera (Dunkle Biene) zu unterscheiden. Der Kubitalindex ist das Verhältnis zwischen den Längen der Segmente «a» und «b» des Vorderflügels:  

 

Mittlere Werte der Kubitalindizes in der Schweiz:

  • Carnica : 2.3 – 3.2
  • Ligustica : 2.0 – 2.7
  • Mellifera : 1.4 – 2.1

Um sicher zu sein, dass keine Kreuzung mit den beiden anderen Rassen vorliegt, haben die ME für unsere Carnica-Selektion einen minimalen Kubitalindex von 2.8 festgelegt. Rasch führten wir ein zusätzliches Kriterium ein, weil fast alle unsere Königinnen diese Kriterien erreichten und wir die Genauigkeit unserer Selektion verbessern wollten. So wurde das Kriterium der Zungenlänge eingeführt.

Jede Königin, die ein züchtender ME für seine Zucht verwenden will, muss diesen Wert erreichen. Dank dieser strengen Grenze konnten wir die Reinheit unserer Bienen über so viele Jahre erhalten. Jedes Jahr muss der ME eine Serie Bienen aus dem Volk entnehmen, das er analysieren lassen will, und diese Probe an das Labor schicken. Dort werden Flügel und Zunge von etwa fünfzehn Bienen gemessen und ein Mittelwert für Kubitalindex und Zungenlänge bestimmt. Wenn alle diese Kriterien das geforderte extrem hohe Niveau erreichen, kann der ME mit dieser Königin züchten und seinen Selektionsprozess fortsetzen. Dieses hohe Selektionsniveau hat es ermöglicht, während mehr als siebzig Jahren jede Hybridisierung auszuschliessen.

Seit rund zehn Jahren verwenden wir auch genetische Analysen, um zu prüfen, ob unsere Vorgehensweise korrekt ist und ob in unseren Linien tatsächlich keine Hybridisierung vorliegt, aber auch um die Sicherheit der Belegstationen zu überprüfen. Dieses Instrument ist zwar komplexer, wird uns aber in naher Zukunft sicher erlauben, die Zahl morphologischer Messungen zu begrenzen und damit die Arbeit der ME zu vereinfachen.

Wie Sie sehen, ist die Gewährleistung der Reinheit unseres Bestands eine langwierige Arbeit, die Jahr für Jahr wiederholt werden muss, denn sonst würden die natürlich vorhandenen Eigenschaften unserer Carnica-Biene verdünnt und in Hybridbienen verloren gehen.

Ergänzung :

Zur Berechnung des Kubitalindex misst man an 100 verschiedenen rechten Vorderflügeln von Arbeiterinnen die beiden Aderabschnitte, die an der hinteren Basis der dritten Kubitalzelle einen stumpfen Winkel bilden, und bildet das Verhältnis Segment a/Segment b.

Der Index der discoidalen Verschiebung wird an den Adern des Vorderflügels einer Arbeiterin gemessen, indem man eine Gerade zieht, die die 2 Endpunkte der Radialzelle verbindet. Anschliessend zieht man eine Senkrechte dazu, die durch den Schnittpunkt der Adern der Radialzelle und der 3. Kubitalzelle verläuft.

 

Wenn diese Gerade durch Punkt A oder links davon (proximal) verläuft, spricht man von negativer discoidaler Verschiebung und damit von einer A.m.mellifera. Verläuft diese Gerade dagegen rechts von Punkt A (distal), spricht man von positiver discoidaler Verschiebung und damit von einer A.m.carnica.  

 

Die Messung der Tomentumbreite (Behaarungszone) erfolgt am 4. Tergit (Rückensegment des Abdomens) und entspricht der Breite der Behaarung dieses Segments.  

4. Die Selektionskriterien

Wie angenehm ist es, mit sanften und produktiven Bienen arbeiten zu können. Ist das nicht das Ziel jedes Imkers? Diese Eigenschaften in einer Bienenpopulation zu erhalten und vor allem zu stabilisieren, geschieht jedoch nicht von selbst. Deshalb muss jedes Königinnenzuchtprogramm auf soliden Bewertungen beruhen. In dieser Februar-Rubrik stellen wir Ihnen die von der Zuchtkommission der SAR (CE-SAR) für die Carnica-Rasse gewählten Selektionskriterien vor.

Die Selektionskriterien der CE-SAR waren ursprünglich fünf:  Sanftmut, Wabensitz, Schwarmträgheit, Krankheitsresistenz und Ertrag. Sie wurden kürzlich durch 3 neue Kriterien ergänzt:  Volksstärke zu Beginn der Einwinterung, Überwinterung und Frühjahrsentwicklung.

Für jedes dieser Kriterien gibt es eine gemeinsame Messskala für alle Züchter.

  • Für die Sanftmut darf es für die Höchstnote kein Auffliegen, keinen Angriff und keinen Stich geben. Diese Beurteilung wird durch den Wabensitz ergänzt, also durch das Ausbleiben von Traubenbildung und Bewegungen auf der Wabe. Die Bewertung dieser beiden Kriterien muss an mindestens 4 Kontrollen erfolgen; anschliessend wird der Mittelwert gebildet.
  • Die Schwarmträgheit wird während der Schwarmzeit alle 5 bis 9 Tage gemessen. Die Höchstnote kann vergeben werden, wenn keinerlei Anzeichen von Schwärmen vorliegen:  keine leeren oder bestifteten Weiselzellen.
  • Zur Beurteilung der Krankheitsresistenz wird das hygienische Verhalten mit dem Nadeltest bewertet:  Mit einer Nadel werden 50 Zellen verdeckelter Brut angestochen (Puppenstadium von rosaäugig bis hellbraun); nach 8 bis 12 Stunden wird der Prozentsatz der ausgeräumten Zellen gezählt.
  • Der Ertrag ist das am einfachsten zu messende Kriterium, anhand der Gewichtsdifferenz zwischen vollem und leerem Honigraum.

3 neue Kriterien wurden eingeführt, um Völker zu selektieren, die im Frühjahr rasch produktiv werden. Dazu muss das Volk zu Beginn der Einwinterung stark sein, mit einer schönen Eiablage im September und vielen schlüpfenden Bienen. Nach der Überwinterung muss das Volk zur Kirschblüte mindestens 5 besetzte Wabengassen aufweisen und sauber sein (keine Ruhr, Boden von den Bienen gut gereinigt). Die Frühjahrsentwicklung wird dann bei den 3 folgenden Kontrollen bewertet. Sie ist optimal, wenn die Brut altersgerecht regelmässig verteilt ist und das Volk die Mittelwände rasch ausbaut, die Population exponentiell vergrössert und bereit ist, wenn die Honigräume aufgesetzt werden.

Und die Varroaresistenz? Kann man sie als Selektionskriterium verwenden? Wie? Bis heute gibt es auf diese Frage leider noch keine klare Antwort. Im Rahmen der SAR-Selektion bemühen wir uns, die Völker mit dem geringsten Varroabefall zu erkennen und dies zu berücksichtigen. Es gibt jedoch keinen wissenschaftlichen Beleg für die Vererbbarkeit einer solchen Resistenz oder entsprechender Verhaltensweisen. Zudem ist eine geringe Varroabelastung nicht zwingend auf das Verhalten des Volkes zurückzuführen;  sie kann auch das Ergebnis von Umweltbedingungen sein, insbesondere des Fehlens befallener Beuten in der Nähe.

Das Kriterium der Varroaresistenz ist daher am schwierigsten zu entwickeln. Hoffen wir, dass wir bald Resistenzverhalten identifizieren können, das vererbbar ist. Unabhängig davon muss die Selektion nach den oben dargestellten anderen Kriterien weitergeführt werden, damit wir auch künftig von sanften und produktiven Bienen profitieren können.

5. Wie man die Herkunft der männlichen Gene kontrolliert

In jeder Zucht ist es notwendig, die Herkunft der Träger männlicher und weiblicher Gene zu kontrollieren, um gezielt bestimmte Eigenschaften zu kreuzen und weiterzugeben. Bei den meisten Nutztieren ist das relativ einfach, weil ein Männchen ein Weibchen begattet. Die Kreuzung lässt sich leicht kontrollieren. Bei der Biene ist die Situation dagegen wegen der Polyandrie völlig anders. Das Weibchen wird nämlich von einer Vielzahl von Männchen begattet (etwa fünfzehn). Wie kann man also die Herkunft der männlichen Gene bei der Biene kontrollieren, um die Kreuzungen genau zu bestimmen?

Es gibt zwei Methoden, um diese Schwierigkeit zu überwinden:

1. Die künstliche Besamung

Dieses Verfahren ermöglicht es, die Königin mithilfe eines Mikroskops und mit Sperma von Drohnen zu besamen. Diese Technik ermöglicht eine 100% sichere Paarung, ist jedoch schwierig, nur wenigen Personen vorbehalten und erreicht selbst bei Experten nur eine Erfolgsquote von etwa 80%. Nur eine geringe Zahl von Königinnen kann auf diese Weise besamt werden, was eine breite Verbreitung der von den Züchtern selektierten Genetik nicht erlaubt.

2. Die Belegstationen

Eine andere Lösung besteht darin, die zu begattenden Königinnen und eine Reihe von Drohnenvölkern, die nur Brüder derselben Familie enthalten, an einem abgelegenen Ort zu isolieren. Die besondere Topografie der Alpen erlaubt es, diese Bienengruppe in abgelegenen Tälern zu isolieren und so vor dem Zuflug unerwünschter Männchen zu schützen. Diese Stationen sind für die Züchter ein wunderbares Arbeitsinstrument, da sie es ermöglichen, auf natürliche Weise eine grosse Anzahl Königinnen zu begatten (Verbreitung der Genetik) und dies mit einem technischen Niveau, das für jeden Imker leicht zugänglich ist. Diese Stationen sind durch das kantonale Landwirtschaftsgesetz geschützt;  es ist daher verboten, in einem Umkreis von etwa 6 km um die Station Beuten aufzustellen, um jede genetische Verunreinigung zu vermeiden.

 

Im Wallis gibt es drei von den Zuchtberatern der SAR betreute Stationen:

  • Bonatchiesse (den Zuchtberatern vorbehalten), am Fuss der Staumauer von Mauvoisin gelegen
  • Les Toules, am Fuss der Staumauer von Les Toules gelegen
  • Moiry, am Fuss der Staumauer von Moiry gelegen (siehe Foto)
 

 

Die Walliser Zuchtberater arbeiten mit grossem Einsatz daran, dass alle Imker jedes Jahr von der Genetik der Linien der Zuchtkommission der SAR (CE-SAR) profitieren können. Eine Linie ist zwei aufeinanderfolgende Jahre in derselben Station vertreten. (Detaillierte Informationen unter https://favr.ch/elevage/stations-de-fecondation/)

Wenn auch Sie diese Stationen nutzen möchten, empfehlen wir Ihnen, den Zuchtberater Ihrer Sektion zu kontaktieren oder am Zuchtkurs Ihrer Region teilzunehmen. So können Sie Ihre Zucht mit selektierter Brut durchführen und erhalten alle notwendigen Informationen, um Ihre Ablegerkästen fachgerecht auf die Belegstation zu bringen.

 

6. Die Testbienenstände

Im vorherigen Kapitel haben wir Ihnen die Belegstationen der SAR und ihre Rolle in der Selektion vorgestellt. Dank der 6 A-Stationen der SAR konnte die Reinheit der Carnica-Rasse seit mehr als siebzig Jahren erhalten werden. Nun zeigen wir Ihnen, wie die beste Genetik unserer Selektion in den Stationen zur Verfügung gestellt wird.

Dank der Testbienenstände werden die leistungsstärksten Königinnen erkannt. Jedes Jahr erhalten zwischen 10 und 15 Testimker, verteilt über die ganze Westschweiz, im Juli 12 zu testende Königinnen. Sie wissen nicht, aus welchen Linien diese Königinnen stammen. Der Test erfolgt somit so unparteiisch wie möglich.

Die Tester setzen diese Königinnen in Bienenpakete oder in standardisierte Nuklei ein. Diese Völker werden im selben Bienenstand aufgestellt und identisch gepflegt, um jede Verzerrung zu vermeiden. Die Tester beurteilen sie während der folgenden 12 Monate anhand der Selektionskriterien, die in unserem Artikel vom letzten Februar vorgestellt wurden:  Sanftmut, Wabensitz, Schwarmträgheit, Krankheitsresistenz, Ertrag usw.

Alle Bewertungen der Tester werden in ihrem Testbuch festgehalten und anschliessend an die Zuchtkommission der SAR übermittelt. Auf dieser Grundlage wird eine Rangliste der getesteten Linien erstellt. Jedes Jahr werden drei bis vier Linien prämiert. Die beste Königin jeder prämierten Linie wird den Verantwortlichen der Drohnenvölker jener Belegstationen übergeben, die ihre Linie erneuern müssen. Dieselbe Linie bleibt höchstens zwei Jahre auf einer Station. 

Die Verantwortlichen der Drohnenvölker der Stationen ziehen dann eine grosse Zahl Tochterköniginnen der erhaltenen prämierten Königin nach. Ziel ist es, über mindestens 40 Völker aus der prämierten Königin zu verfügen, damit in den beiden folgenden Jahren die 20 besten Völker auf die Station gebracht werden können. Im Frühjahr wird dort eine Drohnenwabe eingehängt, damit bei der Eröffnung der Station möglichst viele geschlechtsreife Drohnen in diesen Völkern vorhanden sind.

 

 

Illustrative Tabelle:  Beispiel eines Testbienenstands

 

So verfügt jede Belegstation über einen spezifischen genetischen Pool ausgehend von einer prämierten Königin der Testbienenstände (siehe auch unseren Artikel vom letzten Dezember über die Genetik der Biene). Die Datenbank Beebreed ermöglicht es dann, den Inzuchtgrad dieses genetischen Pools mit jenem der Brut zu berechnen, die von den Zuchtberatern für Ihre Königinnenzucht zur Verfügung gestellt wird. Beebreed erlaubt ausserdem abzuschätzen, wie gross die Chancen sind, ein bestimmtes Merkmal (Sanftmut, Leistung usw.) je nach gewählter Station zu verbessern.

Dieses Jahr werden in den Walliser Stationen folgende neue Linien zur Verfügung gestellt:  SLO97 in Bonatchiesse und CC95 in Les Toules. In Moiry finden wir im zweiten Jahr die SM89. Zögern Sie nicht, einige Kilometer weiterzufahren, um eine andere A-Station der SAR zu nutzen:  Hongrin (oberhalb von Aigle VD), Petit-Mont (oberhalb von Charmay FR) oder Vermeilley (oberhalb von Nyon VD). Die Zuchtberater stehen Ihnen bei der Wahl gerne beratend zur Seite.

 

7. Die Zucht für den Eigenbedarf

Der Monat Mai ist da, und mit ihm ist die Schwarmzeit in vollem Gange! Die Bienen ziehen auf natürliche Weise neue Königinnen auf, um das Volk in zwei oder sogar mehrere Schwärme zu teilen und so das Überleben der Population zu sichern. Das Schwärmen ist eine der drei Situationen, in denen die Beute Königinnen aufzieht. Im Fall einer Umweiselung oder des plötzlichen Todes einer Königin zieht sie ebenfalls nach.

Der Züchter nutzt diese natürlichen Voraussetzungen und ergänzt sie um einige Techniken, um die Zucht für den Eigenbedarf zu vereinfachen und zu fördern. Der Mensch wird zum auslösenden Element der Zuchtarbeit der Bienen und lenkt diese so, dass er am Ende mehrere Königinnen gewinnen kann, die er zum Ersetzen alternder Königinnen, zur Bildung von Nuklei oder auch zum Ersetzen einer ungenügenden Königin verwenden kann.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen eine einfache Methode, mit minimalem Arbeitsaufwand und mit grundlegenden technischen Kenntnissen mehrere Königinnen zu erhalten. Im nächsten Monat geben wir Ihnen umfassendere Informationen zu einer weiterentwickelten Zuchtmethode, mit der mehr Königinnen gewonnen und auf eine Belegstation gebracht werden können.        

Zunächst ist das Ziel, F1 zu erhalten (Tochterköniginnen einer reinen F0-Königin, die am Bienenstand begattet werden); wir brauchen also ein schönes, starkes, gesundes Volk mit einer F0 als Königin. Ausserdem muss ein leerer 6-Rähmchen-Ablegerkasten vorbereitet werden.

Wir machen das Muttervolk weisellos, indem wir 2 Futterwaben, 2 Waben verdeckelter Brut und 1 Pollenwabe entnehmen, wobei wir die F0-Königin selbstverständlich mitnehmen. Diese Waben werden in den leeren Ablegerkasten gesetzt, den man weiter weg im Bienenstand aufstellt. Je nach Wetter und Tracht kann man dem Muttervolk etwas Reizsirup geben. Wichtig ist zu kontrollieren, dass sich im Muttervolk frische Brut (Eilage oder sehr junge Larven) befindet, damit es neue Königinnen gut aufziehen kann.

2-3 Stunden später beginnt dieses Volk auf natürliche Weise mit der Aufzucht zahlreicher Königinnen. Bereits am nächsten Tag kann man eine Reihe von angesetzten Weiselzellen feststellen, die mit Gelée royale gefüllt sind.

6 Tage später sind die Zellen verdeckelt, und man kann sie in zuvor bevölkerte Nuklei oder Begattungskästchen überführen. Um die Weiselzellen zum Überführen auszuschneiden, können Sie ein kleines Messer verwenden, dessen Klinge Sie mit Ihrer Lötlampe regelmässig erwärmen. Sie können ohne Weiteres einen guten Wachsrand um die Zelle stehen lassen. Ein Zahnstocher kann verwendet werden, um die Zelle an einem der Rähmchen des Nukleus zu befestigen. Ein wenig Sirup für unsere Völker, die sich noch 6 weitere Tage um die Zellen kümmern werden, ist ratsam. Die Königinnen sollten ungefähr 12 Tage nach Beginn der Massnahme schlüpfen. Am 13. oder 14. Tag kann man die Öffnung der Weiselzellen kontrollieren. Im Problemfall (wenn zum Beispiel eine Königin nicht geschlüpft ist) hat man entweder eine andere Weiselzelle oder Königin zur Hand und kann sie zusetzen, oder man kann diesen Nukleus mit einem anderen vereinigen. Sind sie geschlüpft, genügt es, geduldig gute 2 Wochen zu warten, bis die Königin begattet ist und mit der Eiablage beginnt.

Im Internet und in der Literatur findet man zahlreiche Varianten dieser Methode:  mit Ausschneiden des Brutrahmens, um das Ausschneiden der Zellen zu erleichtern, mit Teilung des Volks, um die Methode noch einfacher zu machen, wobei man dann aber nicht mehr als 1-2 Nuklei bilden kann… Es liegt an Ihnen, die Methode auszuprobieren und jene zu finden, die Ihnen am besten entspricht.

8. Die Zucht mit einem «starter»

Wie der Mai ist auch der Juni ein günstiger Monat für die Königinnenzucht. Es ist zugleich der Monat der Öffnung der Belegstationen. In unserem Artikel vom Mai haben wir eine einfache Zuchtmethode vorgestellt, die darin besteht, ein Volk zu teilen und dann die Weiselzellen auszuschneiden, um sie in Nuklei oder in Begattungskästchen zu überführen. Heute stellen wir Ihnen eine andere Methode vor, mit der mehr Königinnen aufgezogen werden können. Ausserdem erinnern wir an die Regeln, die für die Auffuhr auf die Belegstation einzuhalten sind, und an deren Zweck.

Die Zucht beginnt mit der Weisellosigkeit eines Teils der Beute:  man bildet einen « starter ». Dieser muss genügend Ammenbienen, Honig, Pollen, Wasser und vor allem junge Larven einer guten F0-Königin enthalten. Grundsätzlich wird der Starter an einem Freitagnachmittag oder spätestens an einem Samstagmorgen gebildet. So kann man zwei Wochen später auf die Belegstation auffahren (die Stationen sind samstags geöffnet).

Eine einfache Art, einen Starter zu bilden, besteht darin, aus einem starken Volk die Königin mit 3-4 Waben junger Brut zu entnehmen (Eier und kleine Larven). Die Königin und die Waben mit junger Brut werden zusammen mit den Bienen in einen 6-Rähmchen-Ablegerkasten gesetzt, den man am Bienenstand belassen oder zu einem anderen Bienenstand bringen kann. Der Rest des Volks bildet den Starter. Eine andere Möglichkeit, einen Starter zu bilden, besteht darin, im Ausgangsvolk ein dichtes Trennschied einzusetzen oder eine Doppelbeute zu verwenden:  auf der einen Seite die Königin mit der jungen Brut und auf der anderen Seite den Rest des Volks (Starter).

In beiden Fällen muss darauf geachtet werden, dass sich im Starter möglichst wenig junge Brut befindet. Dazu kann man eine Woche zuvor ein vertikales Königinnengitter einsetzen, damit sich in dem Teil, der den künftigen Starter bildet, keine junge Brut befindet. Es gibt mehrere weitere Methoden, einen Starter zu bilden, die Sie im Internet oder in Band 3 von L’Apiculture, une fascination finden können.

Je mehr Ammenbienen sich im Starter befinden, desto mehr Weiselzellen entstehen. Ammenbienen sitzen in der Regel auf den Waben mit junger Brut. Sie können Ihren Starter verstärken, indem Sie aus einem anderen Volk eine Wabe mit junger Brut entnehmen;  achten Sie darauf, dass sich die Königin nicht auf dieser Wabe befindet;  fegen Sie die Bienen in den Starter ab und hängen Sie die Brutwabe anschliessend wieder in ihr ursprüngliches Volk zurück.

Ein bis zwei Stunden später müssen junge Larven in den Starter gegeben werden. Dazu gehen Sie mit einem Zuchtrahmen und neuen Kunststoffnäpfchen zu einem Zuchtberater. Er kann Ihnen junge Larven aus seiner besten F0-Königin umlarven. Sie können dies auch selbst tun, wenn Sie sich zuvor im Umlarven (picking) geübt haben. Der Zuchtberater übergibt Ihnen zudem das Meldeformular für die Auffuhr auf die Belegstation, unterschrieben als Bestätigung der Reinheit der zur Verfügung gestellten Brut und damit als Zugangsnachweis zu einer A-Carnica-SAR-Belegstation.

 

   

Anschliessend muss der Zuchtrahmen mit einem feuchten Tuch eingewickelt werden, damit die Larven während des Transports nicht austrocknen. Danach wird der Zuchtrahmen in Ihren Starter eingesetzt. Wenn Sie Ihren Starter mitgenommen haben (oder einen Teil davon beispielsweise in einer Schwarmkiste), können Sie den Zuchtrahmen direkt einsetzen und alles zusammen wieder an Ihren Bienenstand zurückbringen. Füttern Sie Ihren Starter gut, wenn es wenig natürlichen Eintrag gibt, besonders zu Beginn der Zuchtphase und sogar schon davor.

24 Stunden später können Sie Ihren Starter öffnen, um die Zahl der angesetzten Weiselzellen zu überprüfen. Bei Bedarf können Sie erneut zum Zuchtberater gehen, weitere Larven umlarven lassen und die Näpfchen zur Ergänzung in Ihren Starter einhängen.

5-6 Tage später sind die Weiselzellen verdeckelt. Dann können Sie Schutzkäfige um die Weiselzellen anbringen, damit die zuerst schlüpfende Königin die übrigen nicht zerstört. Nutzen Sie auch die Gelegenheit, allfällige « wilde » Weiselzellen auf den anderen Waben zu zerstören. Wichtig ist, die Schutzkäfige genau zu diesem Zeitpunkt anzubringen und nicht später, denn die Nymphen treten danach in eine Metamorphosephase ein, in der sie sehr empfindlich auf Erschütterungen und Kälte reagieren. In den folgenden Tagen (Tage 7 bis 9) sollte der Starter daher nicht mehr geöffnet werden.

In der Zwischenzeit, oder schon vorher, wenn Sie vorausschauend handeln, müssen die Begattungskästchen vorbereitet werden. Die kleinen Rähmchen werden mit einem Wachsleitstreifen aus Mittelwand von etwa 1/3 der Höhe des kleinen Rähmchens versehen. Er wird durch leichtes Anschmelzen von Wachs befestigt. Jedes Kästchen muss 3 kleine Rähmchen enthalten. Anschliessend wird das Futtergeschirr mit Futterteig gefüllt. Dieser Futterteig darf keinen Honig enthalten, um die Übertragung von Krankheiten auf der Belegstation zu vermeiden (Honig kann Faulbrutsporen enthalten). Man kann honigfreien Futterteig im Handel kaufen oder selbst herstellen (10 kg Puderzucker, 3.8 kg Invertsirup).

 

      10 Tage nach der Bildung des Starters ist es Zeit, die Begattungskästchen zu bevölkern. Die Bienen werden aus verschiedenen Völkern und/oder aus dem Zuchtvolk entnommen. Sie werden mit etwas Oxalsäure besprüht, um keine Varroamilben in die Belegstationen einzubringen. Dann werden sie vorsichtig in einen grossen Trichter abgefegt, der über einem 6-Rähmchen-Ablegerkasten steht, auf dem ein Honigraum mit einem Königinnengitter dazwischen aufgesetzt ist. Die Zahl der abzufegenden Waben hängt von der Zahl der zu bevölkernden Begattungskästchen ab.

Man rechnet ungefähr eine Wabenseite pro Kästchen. Anschliessend werden die Bienen mit einem Brett und etwas Rauch vorsichtig zum Boden des Honigraums geschoben;  so gehen sie durch das Königinnengitter und gelangen in den 6-Rähmchen-Ablegerkasten. Dadurch werden die Drohnen ausgesiebt:  sie können das Königinnengitter nicht passieren. Sie werden erst freigelassen, wenn die Begattungskästchen bevölkert sind. So verhindert man, dass sie in die Begattungskästchen gelangen. Diese müssen unbedingt frei von Drohnen sein, um genetische Verunreinigung auf der Belegstation zu vermeiden.

 

       

Zum Bevölkern der Begattungskästchen entnimmt man pro Kästchen etwa einen Joghurtbecher voll Bienen. Man dreht das Begattungskästchen auf den Kopf, öffnet den Boden und schüttet die Bienen hinein. Danach wird alles rasch geschlossen, ohne Bienen zu quetschen. Anschliessend wird das Kästchen wieder richtig herum gestellt. Diese Arbeiten lassen sich zu zweit leichter ausführen. Die Begattungskästchen werden dann an einen kühlen Ort gestellt (Keller). Während der Nacht fühlen sich die Bienen weisellos. So sind sie am nächsten Tag bereit, eine neue Königin aufzunehmen.

Am 11. Tag werden die Weiselzellen aus dem Starter entnommen und in die Begattungskästchen eingesetzt. Die Königinnen schlüpfen am 12. oder 13. Tag. Wichtig ist dann, die Kästchen noch geschlossen zu lassen, damit sich der Zusammenhalt des Volks um die neue Königin am 13. und 14. Tag bilden kann. Am 15. Tag kann man die Kästchen auf die Belegstation bringen und die Natur wirken lassen. Die Kästchen werden zwei Wochen später wieder abgeholt. Vergessen Sie nicht, vor Ihrer Ankunft den Stationsverantwortlichen zu kontaktieren und das Meldeformular für die Auffuhr auf die Station mitzunehmen.

 

        Der Zuchtkalender ist ein wesentliches Hilfsmittel, um die Zucht gut zu planen und im richtigen Moment einzugreifen; andernfalls misslingt die Zucht. Er steht Ihnen in elektronischer Form (xlsx) zur Verfügung. Sie können in Zelle D1 das gewünschte Datum der Auffuhr auf die Station eingeben. Hier ist der Kalender für unseren Zuchtkurs vom kommenden 1. Juni.

 

Weitere Einzelheiten und Informationen zu dieser Zuchtmethode finden Sie im Dokument « Devenir Apiculteur Éleveur » von Julien Balet, das Sie kostenlos herunterladen können.

Wir wünschen Ihnen viel Freude und viel Erfolg bei Ihrer Zucht.

 

       QR-Code Zuchtkalender

 

       

QR-Code Devenir Apiculteur Éleveur 

 

9. Die Führung der Kästchen nach der Rückkehr von der Station und das Zusetzen der Königinnen

Auf der Station sieht man durch das Plexiglas des Kästchens bereits, ob die Waben gut gebaut sind, manchmal sogar mit Bau im Futtergeschirr. Die Königin ist wahrscheinlich vorhanden und in Eilage. Sind die kleinen Rähmchen jedoch nur wenig ausgebaut und gibt es nur wenige Bienen, ist wahrscheinlich keine Königin vorhanden. Sie hat sich beim Begattungsflug verirrt oder wurde von einem Vogel gefressen.

Nach der Rückkehr von der Station stellt man die Kästchen zu Hause oder am Bienenstand auf, möglichst nicht zu stark der Sonne ausgesetzt. Die schwach bevölkerten Kästchen werden zuerst kontrolliert. Wenn keine Eilage vorhanden ist, die kleinen Rähmchen nur wenig ausgebaut sind und Drohnenzellen aufweisen, gibt es keine Königin. Dann kann man das Kästchen leeren, indem man die Bienen nach draussen abfegt. Sie werden in anderen Beuten oder Kästchen Zuflucht suchen.

Anschliessend können die anderen Kästchen vorsichtig kontrolliert werden. Achtung, die jungen Königinnen dürfen nicht erschreckt werden:  sie könnten auffliegen und verloren gehen. Man muss also sehr behutsam vorgehen und nur das erste kleine Rähmchen anheben. Wenn Eilage vorhanden ist, ist alles in Ordnung. Es wird nicht weiter kontrolliert, und das Kästchen wird wieder geschlossen.

Denken Sie anschliessend daran zu kontrollieren, ob die Kästchen genügend Futter haben. Ab Mitte Juli nimmt der äussere Eintrag ab, und die Kästchen müssen regelmässig mit Futterteig nachgefüttert werden:  kontrollieren Sie dies mindestens alle 2 Wochen.

Bevor man eine Königin aus einem Kästchen entnimmt, um sie in eine Beute einzusetzen, wartet man besser, bis die ersten Töchter dieser Königin geschlüpft sind oder zumindest verdeckelte Brut im Kästchen vorhanden ist. Die Königin wird leichter angenommen, als wenn sie gerade erst mit der Eiablage begonnen hat.

Seien Sie beim Entnehmen der Königin aus dem Kästchen vorsichtig. Sie darf nicht erschreckt werden, sonst fliegt sie auf und geht verloren. Ansaug-Röhrchen zum Aufnehmen der Königin sind sehr praktisch, insbesondere wenn die Königin nicht auf einem kleinen Rähmchen sitzt und sich am Boden des Kästchens versteckt. Sobald die Königin entnommen ist, wird sie gezeichnet und in einen Käfig gesetzt. Wenn Sie sie nicht noch am selben Tag einsetzen, geben Sie 3 Bienen in den Käfig, die sie begleiten.

Es gibt mehrere Methoden zum Zusetzen von Königinnen. Zunächst muss sichergestellt sein, dass das Volk wirklich weisellos ist. Es kann zwei Königinnen enthalten, wenn eine Umweiselung stattgefunden hat und die alte Königin mit ihrer Tochter zusammenlebt. Wenn man in diesem Fall nur die alte Königin entnimmt, bleibt die Tochter zurück und die Stationskönigin, die zugesetzt werden soll, wird nicht angenommen. Ein guter Weg, um solche unangenehmen Überraschungen zu vermeiden, ist, nach dem Entfernen der alten Königin 7 bis 9 Tage zu warten, bevor man die Stationskönigin zusetzt. So kann man kontrollieren, ob Weiselzellen vorhanden sind, als Beweis dafür, dass die Beute wirklich weisellos ist und auf eine neue Königin wartet. Dann kann die Stationskönigin in einem mit Futterteig verschlossenen Zusetzkäfig zugegeben werden. Sie können die Weiselzellen zerstören, zwingend notwendig ist dies jedoch nicht.

1 bis 2 Tage nach dem Zusetzen des Käfigs muss kontrolliert werden, ob die Königin tatsächlich herauskommen konnte. Es kommt vor, dass der Futterteig zu trocken ist und die Bienen ihn nicht fressen. In diesem Fall entfernt man den grössten Teil des Futterteigs und setzt den Käfig wieder ein. Kontrollieren Sie am nächsten Tag, ob die Königin herauskommen konnte. Es ist auch möglich, die Königin vorsichtig zwischen zwei Waben freizulassen.

Warten Sie danach mindestens eine Woche, bevor Sie die Annahme der Königin kontrollieren. Auch bei dieser Kontrollvisite muss vorsichtig vorgegangen werden, um die Königin nicht zu erschrecken. Geben Sie keinen oder nur sehr wenig Rauch. Es ist nicht nötig, die Königin zu sehen. Sobald Sie frische Eilage sehen, ist alles in Ordnung. Sie können die Beute ruhig wieder schliessen.

 


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