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Invasive Pflanzen: nordamerikanische Goldruten

Unter den verschiedenen Goldrutenarten mit invasivem Charakter finden sich die Späte beziehungsweise Riesen-Goldrute (Solidago gigantea) sowie die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis). Es ist relativ schwierig, diese beiden aus Nordamerika stammenden invasiven Arten voneinander zu unterscheiden, zumal sie sich leicht miteinander hybridisieren.

Die Kanadische Goldrute unterscheidet sich von der Riesen-Goldrute vor allem durch ihre samtig behaarten Blätter und ihre größere Wuchshöhe (bis zu 2,5 m), im Gegensatz zu dem, was der Name der zweiten Art vermuten lässt, die selten mehr als 1,2 m erreicht. Die Blütenstände, bestehend aus zahlreichen goldgelben Blüten, die in überhängenden Rispen angeordnet sind, lassen sich hingegen nur schwer unterscheiden. Beide ausdauernden Pflanzenarten besiedeln die gleichen Lebensräume (Wälder, Brachflächen, Feuchtgebiete, Straßen- und Eisenbahnränder, Böschungen, Wiesen usw.) und sind sehr nektarreich.

Die Kanadische Goldrute war eine der ersten Pflanzen, die nach Europa eingeführt wurden, da sie bereits 1645 in die botanischen Gärten Englands gelangte. Anschließend verbreitete sie sich rasch auf dem gesamten Kontinent als Zierpflanze. Im Wallis ist sie bis auf 800 Meter Höhe sehr häufig und blüht von Juli bis September, während die verwandte Art von August bis Oktober blüht und deutlich seltener vorkommt. Beide stehen aufgrund ihres dominanten Wuchses, der der einheimischen Flora schadet, auf der «Schwarzen Liste» der zu bekämpfenden Arten.

In ihren Herkunftsgebieten sind diese beiden ausdauernden krautigen Pflanzen Ursprung einer bedeutenden Tracht und liefern einen monofloralen Honig mit besonderem Geschmack. Bei uns müssen sie jedoch bekämpft werden, zumal es eine einheimische Goldrutenart gibt, die Gemeine Goldrute (Solidago virgaurea), die ebenfalls nektarreich, aber nicht invasiv ist; sie bleibt kleiner (10–80 cm), besitzt größere und weiter auseinander stehende Blüten und ist daher kaum mit den exotischen Arten zu verwechseln. Ihre reiche und späte Blüte (Juli bis Oktober) stellt eine interessante Nahrungsquelle für die Bienen am Ende der Saison dar und muss nicht eingeschränkt werden!

 

Quellen

Infoflora.ch   

J. Piquée, Les plantes mellifères mois par mois, 2014

T. Silberfeld, C. Reeb, Les plantes mellifères, 2016

Autor
Isabella Moretti
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