Invasive Pflanzen – Allgemeine Grundlagen
Invasive Pflanzen sind gebietsfremde Pflanzenarten, die vom Menschen absichtlich oder unbeabsichtigt außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets eingeführt wurden und sich stark vermehren sowie ausbreiten – zum Nachteil der einheimischen Arten. Sie stammen meist aus anderen Kontinenten, stören Ökosysteme tiefgreifend und verringern die lokale biologische Vielfalt.
Die wichtigsten Merkmale einer invasiven Pflanze sind:
- Anpassungsfähigkeit an alle Standorte, selbst an sehr ungünstige Bedingungen.
- Ausgeprägte vegetative Vermehrung, die eine rasche Besiedelung des Raums ermöglicht.
- Hohe Samenproduktion, die sich leicht durch den Wind verbreitet.
- Sehr schnelles Wachstum, das die Konkurrenz mit einheimischen Arten verstärkt.
Diese Neophyten stellen somit eine erhebliche ökologische und wirtschaftliche Gefahr dar und müssen konsequent bekämpft werden. Im Wallis wie auch in der gesamten Schweiz werden Maßnahmen ergriffen, um die Bevölkerung zu informieren und zu sensibilisieren, damit dieser schwerwiegenden ökologischen Bedrohung entgegengewirkt werden kann.
Die Schweiz zählt rund 700 gebietsfremde Pflanzenarten, von denen etwa 90 invasiv oder potenziell invasiv sind. Umgekehrt können sich auch einige einheimische Pflanzen lokal invasiv verhalten und damit unerwünscht sein.
Es zeigt sich, dass eine Reihe dieser Pflanzen nektar- und pollenreich, teilweise sogar sehr stark mellifer sind. Der umweltbewusste Imker muss jedoch auf diese problematische Tracht verzichten können und das Vorkommen potenziell problematischer Pflanzen den zuständigen kantonalen Fachstellen melden (www.infoflora.ch/fr/participer/mes-observations/carnet-en-ligne.html), da diese gebietsfremden Pflanzen auch die Vielfalt einheimischer Trachtpflanzen verringern.
Die wichtigsten invasiven, melliferen Pflanzen im Wallis sind der Riesen-Bärenklau, das Kap-Greiskraut, der Götterbaum, der Sommerflieder, nordamerikanische Goldruten, das Drüsige Springkraut, Astern, Asiatische Staudenknöteriche und das Einjährige Berufkraut. Sie werden in den Newslettern der kommenden Monate vorgestellt.
Quellen
J. Piquée, Die Trachtpflanzen Monat für Monat, 2014



