Invasive Pflanze: der Sommerflieder (Buddleja)
Der Sommerflieder ist ein grosser Strauch von 2 bis 5 Metern Höhe, ursprünglich aus China stammend und im 19. Jahrhundert zu Zierzwecken nach Europa eingeführt. Seine prächtige Blüte, die sich von Juni bis September erstreckt, ist sehr reichlich und stark duftend. Die Blütenstände haben die Form 20 bis 50 cm langer, kegelförmiger Ähren und tragen eine Vielzahl etwa 1 cm grosser, purpurvioletter, röhrenförmiger Blüten.
Sehr robust und widerstandsfähig sowie anpassungsfähig an alle Bodentypen, hat sich der Sommerflieder rasch in der ganzen Schweiz ausgebreitet, insbesondere in städtischen und stadtnahen Gebieten. Dies ist auf die Produktion enormer Mengen an Samen zurückzuführen, die selbst unter ungünstigsten und unerwarteten Bedingungen keimen. Sein Wachstum ist so schnell, dass er innerhalb weniger Jahre dichte Bestände bildet, die ein Zusammenleben mit einheimischen Arten verhindern. Er besiedelt sämtliche Lebensräume: Brachen oder steinige Flächen, Böschungen, Strassenränder, Hecken, alte Mauern, Wege usw.
Bienen werden nicht nur vom Duft der Blüten angezogen, sondern auch von visuellen Reizen, die es ihnen ermöglichen, den Nektar reihenweise aus den Blüten zu sammeln. Aufgrund der geringen Länge ihrer Zunge und der engen Form der Blütenkrone können sie diesen jedoch nur eingeschränkt nutzen.
Im Wallis ist der Sommerflieder im gesamten Rhonetal sowie in den Seitentälern in tieferen Lagen verbreitet. Die Pflanzen müssen vor der Samenreife ausgerissen werden, wobei möglichst viele Wurzeln zu entfernen sind. Wie bei anderen invasiven Pflanzen wird empfohlen, ihr Vorkommen den zuständigen Stellen zu melden.
Letztlich ist dieser Strauch für Schmetterlinge und Bienen eher nachteilig als förderlich, da er einheimische nektar- und pollenreiche Pflanzen verdrängt, die ihnen eine bessere Nahrungsgrundlage boten.
Quellen
J. Piquée, Les plantes mellifères mois par mois, 2014
T. Silberfeld, C. Reeb, Les plantes mellifères, 2016
Infoflora.ch
2302_18 Kantonales Konzept zur Bekämpfung invasiver Neophyten.pdf


