Invasive Pflanze: der Götterbaum
Der Götterbaum (Ailanthus altissima), auch als Japanischer Scheinlackbaum bekannt, ist ein Baum aus der Familie der Simaroubaceae, der eine Höhe von 25 bis 30 Metern erreichen kann. Er stammt aus Ostasien und wurde im 18. Jahrhundert gezielt nach Europa eingeführt, zunächst zu Zierzwecken, vor allem jedoch im Zusammenhang mit der Seidenproduktion, da die Pflanze als Nahrung für einen Schmetterling, den Ailanthus-Seidenspinner (Samia cynthia), diente, der den Maulbeerseidenspinner (Bombyx mori) ersetzen sollte.
<p>Dieser Baum weist alle Merkmale einer invasiven Pflanze auf: Er passt sich an alle Situationen und alle Standorte an, selbst an belastete Böden; er produziert eine große Menge geflügelter Samen, die seine Ausbreitung durch den Wind begünstigen; er vermehrt sich außerdem durch Wurzelausläufer, wobei jedes Wurzelstück zur Entstehung eines neuen Individuums führen kann; sein rasches Wachstum und sein ausladendes Laub verstärken die Konkurrenz mit einheimischen Arten.</p>
<p>Der Götterbaum ist eine zweihäusige Art, das heißt, männliche und weibliche Organe befinden sich in getrennten Blüten, die auf unterschiedlichen Bäumen getragen werden (es gibt also männliche und weibliche Bäume). Die Blüten von weißlich-grüner Farbe sind in Rispen an den Enden der Zweige angeordnet; sie entfalten sich von Juni bis September und sind übelriechend, bedingt durch geruchsintensive – zudem stark allergene – Moleküle, die von allen Pflanzenteilen produziert werden. Dennoch ziehen sie zahlreiche Bestäuber an, darunter die Honigbiene, die den Nektar intensiv sammelt, häufig zum Nachteil anderer einheimischer Trachtpflanzen.</p>
<p>Der aus diesem Nektar gewonnene Honig ist von geringer Qualität, da sein Geschmack deutlich unangenehm ist, selbst wenn er nur in geringen Anteilen in Blütenhonigen vorkommt. Der Imker hat somit einen zusätzlichen Grund, den Götterbaum zu bekämpfen – eine echte ökologische Plage!</p>
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<p><em>Quellen</em></p>
<p><em>J. Piquée, Les plantes mellifères mois par mois, 2014</em></p>
<p><em>T. Silberfeld, C. Reeb, Les plantes mellifères, 2016</em></p>


