Innere Anatomie: Der Verdauungsapparat
Innere Anatomie der Honigbiene – Der Verdauungsapparat
Der Verdauungsapparat der Honigbiene ermöglicht die Aufnahme, den Transport, die Verdauung und die Ausscheidung von Nahrungsbestandteilen. Er ist eng mit spezialisierten Drüsen verbunden, die die Nahrungsverwertung unterstützen.
Der Weg der Nahrung beginnt im Ösophagus, der als Verbindung zwischen Mund und Honigmagen (Jabot) dient. Der Honigmagen ist eine stark dehnbare Tasche mit einem Fassungsvermögen von etwa 40–70 µl. Er dient nicht der Verdauung, sondern dem Transport und der kurzfristigen Speicherung von Nektar, Wasser oder Honig. Der Inhalt wird im Stock durch Muskelkontraktionen wieder abgegeben.
Der Proventrikulus wirkt als Ventil zwischen Honigmagen und Darm. Er verhindert, dass der Honig unkontrolliert in den Verdauungstrakt gelangt, und ermöglicht eine gezielte Weiterleitung kleiner Nahrungsmengen.
Die eigentliche Verdauung findet im Mitteldarm (Ventriculus) statt. Dort werden Zucker, Proteine und Fette mithilfe von Verdauungssäften aufgeschlossen. Pollen wird hauptsächlich im Mitteldarm verdaut, wobei Nährstoffe gelöst und über die Darmwand aufgenommen werden. Unverdauliche Bestandteile verbleiben im Darminhalt.
Die Malpighischen Gefäße übernehmen Ausscheidungs- und Regulationsfunktionen. Sie regulieren den Wasser- und Ionenhaushalt der Hämolymphe und leiten stickstoffhaltige Abfallstoffe (Harnsäure) in den Darm.
Der Enddarm (Rectum) kann sich stark ausdehnen und ermöglicht den Bienen, während langer Winterperioden Stoffwechselabfälle zu speichern. Die rektalen Papillen (sechs Stück) entziehen dem Darminhalt Wasser und führen es dem Körper osmotisch wieder zu. Unverdauliche Nahrung oder minderwertiges Futter kann jedoch zu Gärungen und Durchfall führen.
Fazit: Der Verdauungsapparat der Honigbiene ist hoch spezialisiert und optimal an Transport, Nahrungsverwertung und lange Phasen ohne Kotabgabe angepasst.
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Quelle: Abeille & Cie; 2017, Nr. 172; Technisches Merkblatt; http://www.cari.be
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