Gelee Royale: einer von mehreren Faktoren bei der Königinnenbildung
Die wichtigsten umweltbedingten Determinanten der Kastendifferenzierung bei Bienen gehen von der Larvennahrung aus: Gelée Royale stimuliert die Differenzierung der Larven zu Königinnen, während Bienenbrot zur Entwicklung von Arbeiterinnen führt. Diese Determinanten sind jedoch bislang nicht vollständig charakterisiert.
Die Autorinnen und Autoren des Artikels berichten, dass pflanzliche RNA, insbesondere miRNA, die in Pollen und Bienenbrot stärker konzentriert sind als in Gelée Royale, die Entwicklung verzögern und die Körper- sowie Ovarialgröße der Larven verringern. Dadurch wird die Differenzierung zu Königinnen verhindert und die Entwicklung zu Arbeiterinnen induziert. Mechanistische Studien zeigen, dass amTOR, ein stimulierendes Gen bei der Kastendifferenzierung, ein direktes Ziel von miR162a ist. Interessanterweise zeigt sich derselbe Effekt auch bei nicht sozialen Drosophila-Fliegen. Werden solche pflanzlichen RNA und miRNA an Drosophila-Larven verabreicht, führen sie zu einer Verlängerung der Larvenentwicklungszeit, einer Reduktion von Gewicht und Körperlänge des Insekts sowie der Ovarialgröße und der Fertilität. Diese Studie identifiziert eine bislang nicht charakterisierte Funktion pflanzlicher miRNA, die die Kastendifferenzierung bei Bienen feinreguliert, und liefert Hypothesen zum Verständnis der Interaktion und Ko-Evolution zwischen dem Tier- und dem Pflanzenreich.
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