Erneuerung von Bienenvölkern und Königinnen
Ausgangssituation: Ein Bienenstand mit 10 Völkern und einer durchschnittlichen geschätzten Winterverlustrate von rund 30 %.
Zusätzliches Material:
- Zuchtmaterial
- 10 Apidea-Begattungskästchen + 3 Aufsatzrähmchen (5 Rähmchen) mit 3 Futtertrögen
- 3 leere 6-Waben-Beuten ohne Bienen
Mitte Mai wird eine starke 12-Waben-Kolonie für die Zucht vorgesehen. Diese Kolonie wird fünf Tage vor dem Umlarven weiselrichtig gemacht und anschließend durch vollständiges Abkehren aller Waben von angesetzten Nachschaffungszellen befreit, um sicherzustellen, dass keine Weiselzellen übersehen werden. Die Brut wird von einem Zuchtbetreuer entnommen. Ziel ist es, 14 Weiselzellen (WZ) zu erhalten. Neun Tage nach dem Umlarven (Tag +9) werden 10 Apidea-Kästchen mit Futter und etwa 80 g Bienen (gegebenenfalls mit wenigen Drohnen) besetzt und in den Keller gestellt. Am folgenden Tag wird jeweils eine Weiselzelle in jedes Apidea eingebracht. Die Kästchen verbleiben anschließend weitere drei Tage im Keller, bevor der Schlupf der Königin kontrolliert wird. Erfolgt die Begattung an einer Belegstelle, müssen die Bienen zuvor von Drohnen befreit werden.
Die Waben der Zuchtkolonie werden mitsamt den Bienen mit Milchsäure besprüht. Anschließend wird die Zuchtkolonie in vier Ableger zu je drei Waben aufgeteilt, darunter mindestens eine Brutwabe (verbleibende Brut wird entfernt), eine Leerwabe sowie eine Weiselzelle. Die Honigraumwaben werden abgekehrt, um den vierten Rahmen zu besetzen. Die Ableger und die Apidea-Kästchen werden anschließend an einen anderen Bienenstand verbracht.
Mitte Juni sollten vier Ableger und zehn Apidea-Kästchen in Eilage sein. Es wird jedoch angenommen, dass eine Königin nicht geschlüpft ist und eine weitere nicht von der Begattung zurückgekehrt ist. Es verbleiben somit zwölf legende Königinnen.
Erweisen sich die Ableger als nicht zufriedenstellend, wird die Königin durch eine Königin aus einem Apidea ersetzt. Am Ende der Saison sollten die Ableger auf sechs Waben sitzen. Dabei ist darauf zu achten, regelmäßig, aber in kleinen Mengen zu füttern.
Aus den verbleibenden Königinnen werden fünf bis sechs der besten anhand der Brutbildkompaktheit ausgewählt. Diese Königinnen ersetzen einen Teil der Königinnen in den neun Wirtschaftsvölkern des Bienenstandes.
Die Apidea-Kästchen werden ausgeglichen, sodass jedes mindestens ein Rähmchen mit Eiern enthält. Anschließend wird der natürlichen Entwicklung Raum gegeben, sodass Mitte Juli acht F2-Königinnen in Eilage sind. Diese F2-Königinnen dienen dazu:
- weisellose Völker zu retten
- Königinnen von Schwärmen zu ersetzen
- leistungsschwache Königinnen zu ersetzen
- Königinnen zu ersetzen, die infolge von Varroa-Behandlungen verendet sind
- Sommerableger zu bilden (Bienen aus den Honigräumen, siehe Artikel)
Die Apidea-Kästchen werden zu drei Apidea mit Aufsatz und Futtertrog vereinigt (10 × 3 Rähmchen ergeben 3 × 10 Rähmchen). Dies ermöglicht es, F2-Königinnen über den gesamten Herbst hinweg und sogar bis zum Ende des Winters zu erhalten. Achtung: Im Dezember muss erneut Futterteig gegeben werden.
Am Ende des Sommers verfügt der Imker über neun Völker, von denen etwa die Hälfte mit F1-Königinnen des laufenden Jahres besetzt ist, sowie über vier Ableger. Im darauffolgenden Frühjahr besteht der Bienenstand nach den Winterverlusten wieder aus zehn Völkern, ergänzt durch F2-Reserveköniginnen.
Plan B: Imker mit 3–4 Völkern
Eine mögliche Lösung besteht darin, eine kleine Gemeinschaft von drei Imkern mit jeweils drei bis vier Völkern zu bilden. Jedes Jahr widmet im Wechsel ein Imker ein Volk der Zucht und behält am Ende zwei Ableger sowie zwei F1- und zwei F2-Königinnen. Die beiden anderen Imker erhalten jeweils einen Ableger, zwei F1-Königinnen sowie zwei F2-Königinnen.
Es ist empfehlenswert, die Ziele und Mittel dieser Zusammenarbeit schriftlich festzuhalten.


