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Die Qualitäten eines guten Imkers

Welche Eigenschaften sind erforderlich, um ein guter Imker zu sein? Sie sind zahlreich, da die Imkerei auf sehr unterschiedliche Techniken und Fachgebiete zurückgreift. Einige sind von Anfang an vorhanden, andere werden im Laufe der Zeit erworben.

Im Rhythmus der Natur leben


In der Imkerei gibt es einen wichtigen Faktor, den der Imker nicht beherrscht: die Umwelt. Man kann pflanzen, aber man hat keinen Einfluss auf Winde sowie auf die Unwägbarkeiten von Wetter und Klima.
Die Biene lebt in Symbiose mit ihrer Umwelt. Sie passt sich ihr an, und Sie müssen es ebenfalls tun.
Um zu wissen, was zu einem bestimmten Zeitpunkt zu tun ist, sollten Sie sich nicht an einen Kalender halten, sondern vielmehr die Entwicklung der Natur um Sie herum beobachten. Natürlich sind Blühzeiten, ihr Vor- oder Zurückliegen, die Niederschlagsmenge, die nächtlichen Temperaturen usw. entscheidend. All diese Elemente sind für die Führung eines Bienenstandes wesentlich.
Sie sind nicht deren Herr und müssen sich daran anpassen. Nach ein oder zwei Saisons kennen Sie die Reihenfolge der Blühphasen in Ihrer Umgebung. Wenn Sie Notizen machen, können Sie das Vor- oder Zurückliegen im Vergleich zu anderen Jahren bestimmen. Nach ein oder zwei weiteren Jahren werden Sie die wichtigen Maßnahmen in Abhängigkeit von den Blühzeiten festlegen.
Kurz gesagt: Sie werden die Natur mit den Augen eines Imkers betrachten.

 

Ein starkes Nervenkostüm haben

Wer Imkerei betreibt, erlebt nicht nur Erfolge. Ganz im Gegenteil.
Zu Beginn sind es häufig das Schwärmen oder sogar der Verlust eines Volkes, die Enttäuschungen verursachen. Es kommt auch vor, dass das Wetter nicht mitspielt. Viele Frühjahrsernten scheitern aufgrund von Kälte oder Trockenheit. Anfangs ist das entmutigend. Eine Königin, die nicht von ihrem Begattungsflug zurückkehrt und dadurch die Nachschaffung verhindert. Ganz zu schweigen von Völkerverlusten durch Pestizide und andere Bienenkrankheiten. Die Imkerei erfordert zu bestimmten Zeiten Mut, um mit diesen Unwägbarkeiten umzugehen. Motivation ist wichtig, aber auch der Wunsch zu lernen, sich zu verbessern, eigene Fehler zu verstehen und Wege zu finden, sie zu beheben, sind Erfolgsfaktoren. Und schließlich hilft auch die Solidarität unter Imkern, schwierige Zeiten zu überstehen und die Begeisterung zu bewahren. Die zukünftigen Freuden sind dann umso größer.

 

Ruhe

Die Durchsicht eines Bienenvolkes erfolgt in Ruhe. Wenn Sie gestresst oder nervös sind, spüren das die Bienen. In diesem Fall ist es besser, darauf zu verzichten und die Durchsicht auf den nächsten Tag zu verschieben.
Eine Völkerdurchsicht wird mental vorbereitet. Überlegen Sie sich, was Sie tun wollen und welche Ziele Sie haben. Bereiten Sie auch das benötigte Material vor. Benötigen Sie Mittelwände, eine zusätzliche Honigzarge, ein Schied, wenn Sie eine Teilung durchführen? Eine gute Vorbereitung des Materials stellt sicher, dass die Durchsicht nicht unterbrochen werden muss. Zu wissen, was Sie tun werden, sollte Ihnen Selbstvertrauen geben. Begreifen Sie die Durchsicht des Bienenvolkes immer als ein Vergnügen.
 

 

Geduld

Sie ist das Gegenstück zur Ruhe. Es kommt vor, um nicht zu sagen häufig, vor allem zu Beginn, dass man bei einer Durchsicht nicht alle Ziele erreicht. Dies gilt insbesondere bei der Suche und dem Zeichnen der Königin.


Wir alle haben das erlebt. Manche Königinnen, insbesondere wenn sie jung sind und noch nicht in Eiablage, sind wahre Versteckkünstlerinnen. Man muss dies akzeptieren und an einem anderen Tag zurückkommen. Manche Techniken erfordern eine Geschicklichkeit, die man anfangs noch nicht besitzt. Man kann üben, zum Beispiel zunächst Drohnen zu zeichnen, bevor man sich an die Königin wagt.

 

Lernbereitschaft

Unerlässlich in der Imkerei. Auch wenn Sie mit einem guten Kurs in einem Lehrbienenstand beginnen, müssen Sie anschließend weiterlernen. Die Imkerei entwickelt sich weiter und erfordert regelmäßige Auffrischungen und Anpassungen.
Zum einen, weil sich die Techniken weiterentwickeln: Die Brutunterbrechung zur Bekämpfung der Varroa ist relativ neu.
Vor allem aber erfordert die Imkerei Kenntnisse, die man nicht zwingend von Anfang an besitzt: Botanik, Insektenbiologie usw.
Zum Lernen ist es am besten, gemeinsam mit erfahreneren Imkern zu arbeiten, Vorträge zu besuchen und gute Imkereibücher zu lesen.
So werden Sie eines Tages Ihrerseits Ihr Wissen an weniger erfahrene Imker weitergeben.

 

Beobachtung

  Genau hinsehen, Auffälligkeiten erkennen – Abweichungen vom „Gewohnten“ –, interpretieren: all dies gehört zu den Qualitäten eines guten Imkers. Die Beobachtung entwickelt sich mit der Zeit.
Nehmen Sie sich Zeit zu beobachten, bevor Sie die Beute öffnen. Am Flugloch sind viele Informationen verfügbar. Halten Sie nach dem Öffnen der Beute einige Sekunden inne. Die Art, wie sich die Bienen bewegen, ist aufschlussreich. Sind sie ruhig, nervös, beschäftigt?

Wenn Sie beispielsweise die Geburt einer Königin erwarten und die Bienen hektisch umherlaufen, bedeutet dies oft, dass keine Königin vorhanden ist. Überprüfen Sie ruhig, ob das Volk die Möglichkeit zur Nachschaffung hat (junge Larven oder Weiselzellen). Sind die Bienen hingegen ruhig, ist die Königin vermutlich geschlüpft. Am besten lässt man sie zunächst mit der Eiablage beginnen, bevor man versucht, sie zu zeichnen.

 

Handwerkliches Geschick

Es gibt keinen Imker ohne einen Handwerker im Hintergrund. Man muss kein Profi im Handwerken sein, auch wenn manche so weit gehen, ihre Beuten selbst zu bauen.
Ihre Kreativität erledigt den Rest, und Ihre Grenze ist das Maß Ihrer eigenen Geschicklichkeit.

 

Methodisches Vorgehen

Unverzichtbar. Die Bienen warten nicht. Sie leben in Symbiose mit der Natur, und jede Verzögerung bei einem Eingriff wird unmittelbar spürbar.
Es ist unerlässlich, die Völker zum richtigen Zeitpunkt zu kontrollieren. Die Häufigkeit der Durchsichten hängt von vielen Faktoren ab, wie Wetter, Tracht, Alter der Königin, Bienenrasse, Beutentyp usw.
Achten Sie eher auf die Entwicklung der Natur, auf die klimatischen Bedingungen und die Wettervorhersagen. „Denken Sie wie eine Biene“. Ist Tracht vorhanden, haben sie genug Platz, ist es nachts nicht zu kalt? Wenn Sie ein Schwärmen befürchten, beugen Sie vor, indem Sie einen Kunstschwarm bilden.
Und vergessen Sie nicht, Ihre Arbeiten zu dokumentieren. Unabhängig von der Methode (Excel-Datei, Kalender oder ein Blatt Papier unter dem Deckel der Beute) – halten Sie alles fest. Wenn die Dinge nicht wie erwartet verlaufen, können Sie vielleicht nachvollziehen, was passiert ist. So lernt man und gewinnt an Erfahrung.

 

Hygiene und Pflege der Völker

Ihre Bienen sind wertvoll. Für Sie, aber auch für die Natur. Pflegen Sie sie. Zunächst durch eine konsequente Hygiene der Werkzeuge, die Sie in den Beuten verwenden. Diese lassen sich leicht desinfizieren. Tun Sie dies mehrmals pro Saison. Hitze durch die Flamme eines Brenners ist ein hervorragendes Desinfektionsmittel. Brennspiritus (nicht gleichzeitig mit dem Brenner) ist wirksam, um den Stockmeißel zu reinigen und anhaftende Propolis zu lösen. Bei einer Kontamination eines Volkes oder auch nur bei Verdacht sollten Sie dieses Volk immer zuletzt bearbeiten. Desinfizieren Sie das Material anschließend unbedingt.  

Um die Hygiene der Völker zu erhalten, kratzen Sie alle Rückstände ab, die sich auf dem oberen Rand der Zarge oder der Honigräume befinden. Häufig bleiben dort Propolis oder sogar zerdrückte Bienen zurück. Kratzen Sie diese mit dem Stockmeißel ab.
Es ist auch sinnvoll, das Absperrgitter mit dem Stockmeißel zu reinigen, um Wachsstegen zwischen Gitter und Oberträgern zu entfernen.
Vergessen Sie schließlich nicht die Reinigung des Bodens, die in der Regel an den ersten schönen Tagen, noch vor der Frühjahrsdurchsicht, erfolgt.

 

Zusammenfassung

Das sind viele Eigenschaften für einen einzelnen Imker (eine einzelne Imkerin). Es ist oft schwierig, in all diesen Bereichen gut zu sein. Seien Sie sich der notwendigen Qualitäten bewusst, versuchen Sie, die Ihnen angeborenen weiterzuentwickeln und die anderen zu erwerben oder zumindest aufmerksam zu berücksichtigen.

 

Nach : http://unrucheraujardin.blogspot.ch/2017/09/qualites-apiculteur.html

Autor
C. Pfefferlé
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