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Die Isolierung von Bienenstöcken im Lichte der kollektiven Thermoregulation der Honigbienen

Die Isolierung von Bienenstöcken im Winter ist seit Langem Gegenstand einer Debatte innerhalb der Imkerschaft. Während einige Studien ihre positiven Effekte auf die Reduktion des Energieverbrauchs und das Überleben der Völker hervorheben (St. Clair et al., 2022; Alburaki & Corona, 2021), weisen andere auf ihre Grenzen und potenziellen Nebenwirkungen hin, insbesondere wenn sie die natürlichen Mechanismen der Thermoregulation des Superorganismus stört (Mitchell, 2023; Minaud et al., 2024).

0. Abstract

Dieser Artikel bietet eine kritische Analyse der jüngsten Arbeiten zur Thermoregulation der Honigbienen (Apis mellifera) und zu den Auswirkungen der Isolierung unter unterschiedlichen klimatischen und imkerlichen Kontexten. Gestützt auf biophysikalische, ökophysiologische und evolutionsbiologische Forschung zeigt er, dass das Volk über eine bemerkenswerte Fähigkeit zur Selbstregulation verfügt, die auf kollektiver Wärmeproduktion, der Regulation von CO₂ und Feuchtigkeit sowie auf adaptivem kooperativem Verhalten beruht.

Die Ergebnisse der Literatur zeigen, dass eine Isolierung in kalten Regionen oder bei kleinen Völkern einen Vorteil bieten kann, jedoch kontraproduktiv wird, wenn sie die Winterruhe verhindert oder die natürliche Selektion schwächt. Der Artikel plädiert daher für einen kontextuellen und evolutiven Ansatz des Wintermanagements: Eine nachhaltige Imkerei beruht auf einem Gleichgewicht zwischen Intervention und Vertrauen in die natürliche Resilienz der Bienen.

1. Einleitung – Warum die Frage weiterhin relevant ist

Die Isolierung von Bienenstöcken während des Winters bleibt eine alte und umstrittene Praxis, sowohl unter Imkerinnen und Imkern als auch in der imkerlichen Forschung. Einige Studien berichten von einer messbaren Reduktion des Energieverbrauchs und der Winterverluste bei Völkern in isolierten Beuten (St. Clair et al., 2022; Alburaki & Corona, 2021). Andere Arbeiten betonen jedoch, dass Honigbienen (Apis mellifera) über bemerkenswert effiziente kollektive Mechanismen der Thermoregulation verfügen, wodurch eine solche Intervention mitunter überflüssig, ja langfristig sogar kontraproduktiv sein kann (Oskin et al., 2022; Seeley, 2019).

Diese Kontroverse spiegelt eine grundlegende Spannung zwischen zwei Logiken wider: der technischen Kompensation von Umweltbelastungen und der natürlichen Selektion, welche die Resilienz von Linien formt. Auf der einen Seite wird Isolierung als rationales Mittel verstanden, um thermischen Stress zu mindern und Honigreserven zu schonen; auf der anderen Seite kann sie die Prozesse evolutiver Anpassung stören, indem sie das Überleben genetisch weniger kälteresistenter Kolonien begünstigt (Neumann & Blacquière, 2017).

Jüngere Forschung in Biophysik und Ökophysiologie hat das Verständnis des inneren Mikroklimas der Beute deutlich verfeinert. Cook et al. (2021) zeigten, dass bestimmte imkerliche Praktiken – wie die Reduktion der thermischen Masse durch das Entfernen von Rähmchen – vorübergehend die Wärmeverluste erhöhen können, was einen zusätzlichen Energieaufwand erfordert, um das thermische Gleichgewicht wiederherzustellen. Oskin et al. (2022) bestätigen, dass die Temperatur im Kern der Wintertraube vor allem von Dichte und metabolischer Aktivität der Bienen abhängt – weit stärker als von den Eigenschaften der Beutenwände. In derselben Linie beschreiben Stabentheiner et al. (2021) das Volk als homöothermen Superorganismus, der die Produktion und Abgabe von Wärme aktiv regulieren kann – eine unter sozialen Insekten einzigartige Eigenschaft.

Die Debatte um die Isolierung steht heute zudem in einem sich wandelnden Klimakontext. Desai & Currie (2016) und DeGrandi-Hoffman et al. (2025) zeigen, dass mildere Herbstperioden und verkürzte Winter die Brutphase verlängern und dadurch den Ressourcenverbrauch sowie die Anfälligkeit gegenüber Parasiten erhöhen. Parallel dazu betonen Smoliński et al. (2021), dass der saisonale Temperaturanstieg die Vermehrung von Varroa destructor verstärkt und damit das thermische Management der Völker zusätzlich verkompliziert. Isolierung kann daher in kalten Regionen einen adaptiven Vorteil bieten, in gemäßigteren Klimaten jedoch metabolische oder parasitäre Ungleichgewichte verstärken.

Ziel dieses Artikels ist es, anhand der jüngeren wissenschaftlichen Literatur die tatsächlichen und potenziellen Effekte der Beutenisolierung auf Thermoregulation, Winterüberleben und die evolutive Dynamik der Völker zu prüfen. Dabei sollen die empirischen und theoretischen Argumente, die dieser Praxis zugrunde liegen, kritisch bewertet werden, um zu bestimmen, inwieweit sie in unterschiedlichen klimatischen und imkerlichen Kontexten eine Hilfe, neutral oder ein Hindernis für die Bienen darstellt.

2. Die biologischen Grundlagen der Thermoregulation

Das Honigbienenvolk funktioniert als Superorganismus, der trotz äußerer Schwankungen eine bemerkenswert stabile Innentemperatur aufrechterhalten kann. Diese thermische Homöostase beruht auf einer komplexen Interaktion zwischen individueller Physiologie, Traubendichte sowie der kollektiven Regulation von Ventilation und Feuchtigkeit (Stabentheiner, Kovac, Mandl & Käfer, 2021). Im Gegensatz zu den meisten Insekten können adulte Bienen durch endotherme Muskelthermogenese Wärme erzeugen. Im Winter schließen sich die Arbeiterinnen zu einer dichten Traube zusammen, deren Kerntemperatur – abhängig vom Vorhandensein von Brut – zwischen 25 °C und 35 °C liegt, während die Peripherie bis auf 10 °C abkühlen kann. Dieser interne Temperaturgradient ist ein zentraler Energiesparmechanismus für das Überleben (Seeley, 2019).

Die Aufrechterhaltung dieses Mikroklimas wird durch kollektive Koordination gewährleistet: Die Bienen im Zentrum erzeugen aktiv Wärme durch Muskelkontraktionen, während jene an der Peripherie die Wärmeverluste regulieren, indem sie die Dichte der Traube je nach lokalem Auskühlungsgrad anpassen. Diese rhythmische Ausdehnung und Kontraktion sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung und verhindert die Bildung tödlicher Kältezonen.  

Illustration 2: Die Aufrechterhaltung des Mikroklimas wird durch eine kollektive Koordination gewährleistet (Oliver, 2016)

Wenn sich das Volk in der Winterruhe ohne Brut befindet, bleiben die Bienen im Zentrum nahezu unbeweglich und gehen in einen Zustand von Torpor oder kollektivem Schlaf über, während jene an der Peripherie intermittierend die Wärmeproduktion übernehmen. Bei vorhandener Brut hingegen konzentriert sich die Thermogenese im Kern der Traube und hält eine stabile Temperatur von etwa 34 °C aufrecht. Dieser dynamische Wechsel zwischen Wärmeproduktion und Isolation verdeutlicht die bemerkenswerte Flexibilität des Superorganismus, der seine Energiestrategie an interne und externe Bedingungen anpassen kann.

Oskin et al. (2022) zeigten, dass die thermische Stabilität vor allem von der Dichte und der geometrischen Struktur der Traube abhängt und weniger von den Isolationseigenschaften der Beutenwände. Diese Beobachtungen bestätigen, dass das Volk sich primär über interne Mechanismen selbst reguliert, wobei die räumliche Konfiguration eine entscheidende Rolle spielt.

Neben der Temperatur sind die Kohlendioxidkonzentration (CO₂) und die Luftfeuchtigkeit zentrale Parameter des winterlichen Mikroklimas. Meikle & Weiss (2025) zeigten, dass Temperatur und CO₂ selbst während der Überwinterung zirkadianen Zyklen folgen, was auf eine metabolische Modulation zur Begrenzung des Energieaufwands hindeutet. Newton et al. (2024) zeigten, dass CO₂-Schwankungen als Indikator für Brutaktivität und die Größe der überwinternden Population genutzt werden können. Moderat erhöhte, aber weiterhin vom Volk selbst regulierte Werte scheinen vorteilhaft zu sein: Sie reduzieren übermäßige Ventilation und erhalten eine für die Thermoregulation günstige Luftfeuchtigkeit, während sie zugleich die Vermehrung von Varroa destructor begrenzen (Bahreini & Currie, 2015).

In dieser Perspektive wirkt die Beute wie eine selbstregulierte bioklimatische Kammer. Wärme-, Feuchtigkeits- und Gasaustausch hängen nicht nur von äußeren Bedingungen ab, sondern vor allem von kollektiven Verhaltensweisen und der inneren Morphologie des Volkes. Stabentheiner et al. (2021) betonen, dass die Thermoregulation der Bienen ein emergentes Phänomen ist: Keine einzelne Biene kontrolliert die Temperatur, doch die Gruppe als Ganzes erreicht dies durch multiple, adaptive Rückkopplungen. Diese Eigenschaften erklären die Resilienz der von Seeley (2019) im Arnot Forest beobachteten Wildvölker: Trotz fehlender künstlicher Isolierung halten sie eine thermische Stabilität aufrecht, die mit jener von bewirtschafteten Völkern vergleichbar ist.

Zusammenfassend zeigen die biologischen Grundlagen der Thermoregulation, dass das winterliche Überleben der Bienen vor allem auf endogenen Mechanismen kollektiver Selbstregulation beruht. Eine menschliche Intervention durch externe Isolierung kann den thermischen Komfort nur marginal verbessern – und nur dann, wenn sie die natürlichen Prozesse des Volkes ergänzt und nicht ersetzt.

3. Positive Effekte der Isolierung: empirische Ergebnisse und experimentelle Grenzen

Die Argumente für eine Isolierung der Beuten stützen sich vor allem auf experimentelle Beobachtungen, die eine geringere Energiekonsumtion und ein besseres Winterüberleben zeigen – insbesondere in Regionen mit strengem Klima. St. Clair et al. (2022) führten in Kanada eine Reihe von Versuchen unter kontrollierten Bedingungen durch und zeigten, dass Beuten mit Isolierhüllen eine signifikant niedrigere Wintermortalität und eine durchschnittliche Reduktion des Honigverbrauchs um 12 % aufwiesen. Diese Vorteile waren besonders ausgeprägt bei kleinen Völkern, deren thermische Masse nicht ausreicht, um allein eine stabile Temperatur zu halten.

Die Ergebnisse von Alburaki & Corona (2021) weisen in dieselbe Richtung: Polyurethanbeuten, die stärker isolieren als Holz, begrenzen Wärmeverluste und reduzieren den metabolischen Aufwand der Bienen, ohne dass negative Effekte auf Brut oder Volksgesundheit beobachtet wurden. Die Autorinnen und Autoren betonen jedoch die Notwendigkeit, die Umweltauswirkungen solcher synthetischer Materialien vor einer breiten Einführung zu bewerten. Ökologischere Ansätze wurden von Casado Sanz et al. (2024) vorgeschlagen, die mehrere natürliche Isoliermaterialien (Hanf, Wolle, Kork) mithilfe eines Netzes digitaler Sensoren verglichen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Wolle und Hanf den besten Kompromiss zwischen Wärmerückhalt und Feuchtigkeitsdurchlässigkeit bieten und damit ein für das Volk günstiges hygrometrisches Gleichgewicht bewahren.

Weitere Arbeiten deuten darauf hin, dass Isolierung nicht nur thermisch wirkt, sondern auch die physiologische und behaviorale Dynamik der Bienen beeinflusst. Cook et al. (2021) zeigten, dass Farbe, Zusammensetzung und Sonneneinstrahlung der Beuten die Innentemperaturen signifikant verändern und dadurch den Aktivitätsrhythmus sowie den Beginn der Eiablage im Frühjahr beeinflussen. Eine angemessene Isolierung kann die täglichen thermischen Amplituden verringern, das interne Mikroklima stabilisieren und eine gleichmäßige Brutaufnahme erleichtern, sobald sich die Außenbedingungen verbessern. Diese Effekte können langfristig zu einer Einsparung energetischer Ressourcen führen, insbesondere nach imkerlichen Eingriffen, die die thermische Masse der Beute stören.

Desai & Currie (2016) zeigten in einer groß angelegten Studie zu Winterverlusten in Kanada, dass Isolierung modest, aber positiv zum Überleben der Völker beiträgt, insbesondere wenn die Außenbedingungen instabil sind. Ihre Analyse weist darauf hin, dass die Populationsstärke im Herbst der wichtigste Überlebensfaktor bleibt, Isolierung jedoch in Situationen mit thermischem Stress eine ergänzende Unterstützung bietet. Diese Schlussfolgerungen sind konsistent mit den Beobachtungen von DeGrandi-Hoffman et al. (2025), wonach wärmere Herbstperioden zu einem erhöhten Verbrauch führen und eine Anpassung des thermischen Managements – einschließlich einer modulierbaren Isolierung – erforderlich machen.

Auf mikroklimatischer Ebene beobachteten Meikle, Barg & Weiss (2022), dass Völker Temperatur- und CO₂-Regime relativ konstant halten können, selbst wenn sich die Ventilationsbedingungen ändern. Dieser Befund legt nahe, dass externe Isolierung – wenn sie gut kalibriert ist – diese Stabilität stärken kann, indem sie Temperaturgradienten reduziert, ohne die interne Regulation des Volkes zu behindern.

Insgesamt zeigt die isolierungsfreundliche Literatur, dass ein an den klimatischen Kontext angepasster Wärmeschutz die Energieeffizienz und das Winterüberleben der Völker verbessern kann. Die Vorteile scheinen jedoch von der Populationsgröße, dem verwendeten Material und dem lokalen Klima abhängig zu sein: Isolierung wirkt als Optimierungshebel, nicht als universelle Leistungsgarantie.

4. Risiken und Nebenwirkungen einer übermäßigen Isolierung

Während mehrere Studien die energetischen Vorteile der Isolierung hervorheben, betonen andere ihre Grenzen und potenziellen Nebenwirkungen, wenn sie die natürlichen Mechanismen der Mikroklimaregulation stört. Mitchell (2023) zeigte anhand einer biophysikalischen Modellierung der Wintertraube, dass eine übermäßige Isolierung die Beute in eine „Wärmesenke“ verwandeln kann, also in eine Umgebung, in der die von den Bienen erzeugte Wärme nicht mehr ausreichend abgeführt wird. Diese Akkumulation führt zu erhöhtem physiologischem Stress, häufigerer Ventilation und damit paradoxerweise zu einem höheren Energieverbrauch. Mitchells Modell legt nahe, dass ein Teil des ausgehenden Wärmestroms für die Aufrechterhaltung des Gradienten notwendig ist, der die Luftzirkulation und die Feuchtigkeit reguliert.

Minaud et al. (2024) bestätigten diese Beobachtung experimentell: In Völkern mit hohen Innentemperaturen im Winter war die Mortalität im Frühjahr signifikant höher. Ihre Messungen zeigen, dass die mittlere Temperatur im Kern der Traube ein Frühindikator für ein metabolisches Ungleichgewicht ist; oberhalb von 35 °C wird Brut künstlich aufrechterhalten, was den Reservenverbrauch verlängert und die Bienen erschöpft. Diese Ergebnisse machen ein Paradox sichtbar: Eine zu wirksame Isolierung kann thermisch „komfortable“, biologisch jedoch für die Winterruhe ungeeignete Bedingungen aufrechterhalten.

Auf der verhaltensbiologischen und evolutiven Ebene entwickelten Neumann & Blacquière (2017) das Konzept des „Darwinian beekeeping“, wonach eine Überprotektion der Völker – durch chemische Behandlungen oder physische Eingriffe wie Isolierung – die Prozesse der natürlichen Selektion schwächt. Indem solche Praktiken das Überleben von Individuen oder Linien fördern, die weniger resistent gegen Kälte und Pathogene sind, könnten sie langfristig die genetische Gesamtresilienz der Bienenpopulationen verringern.

Auch indirekte Effekte auf das Mikroklima der Beute wurden berichtet. Sonmez Oskay et al. (2025) weisen darauf hin, dass bestimmte moderne Materialien – insbesondere Polymere und synthetische Schäume – flüchtige Verbindungen freisetzen können, die das chemosensorische Verhalten der Bienen verändern oder mit akariziden Behandlungen interagieren. Zudem kann eine Isolierung, die die Ventilation zu stark begrenzt, die Anreicherung von Feuchtigkeit und CO₂ begünstigen und damit ein Milieu schaffen, das die Entwicklung von Schimmel oder sekundären Pathogenen fördert. Bahreini & Currie (2015) hatten bereits gezeigt, dass CO₂-Niveaus, die nicht vom Volk reguliert werden, respiratorischen Stress auslösen und die Flugaktivität beim Frühjahrsstart verringern können.

Schließlich zeigen mehrere Studien, dass Überisolierung die natürliche Übergangsdynamik zwischen Ruhe- und Aktivitätsphasen verändert. Meikle & Weiss (2025) beobachteten, dass die zirkadianen Zyklen von Temperatur und CO₂, die für die winterliche metabolische Regulation wesentlich sind, in zu hermetischen Beuten tendenziell abgeschwächt werden. Diese Oszillationen tragen jedoch vermutlich zur internen Synchronisation des Superorganismus und zur chemischen Kommunikation innerhalb der Traube bei.  

Illustration 3: Überisolierung ist kontraproduktiv (https://backyardhive.com)

Damit stellen die Argumente gegen Isolierung ihre punktuelle Nützlichkeit nicht grundsätzlich infrage, betonen jedoch die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes. Eine ungeeignete Isolierung – zu dick, nicht atmungsaktiv oder ohne Berücksichtigung des klimatischen und biologischen Kontexts gleichförmig angewandt – kann die Selbstregulationsprozesse stören, die Mortalität erhöhen und die evolutive Anpassung der Völker bremsen. Die Thermoregulation der Bienen ist vor allem ein dynamisches Phänomen; jede externe Intervention muss diese physiologische und verhaltensbezogene Plastizität respektieren.

5. Eine Frage des Kontextes: Klima, Physiologie und imkerliche Praxis

Die Forschungsergebnisse laufen auf eine differenzierte Feststellung hinaus: Wirksamkeit und Relevanz der Isolierung hängen stark vom klimatischen Kontext, der Populationsstärke und dem Beutentyp ab. Die in Regionen mit langem, strengem Winter beobachteten Vorteile lassen sich nicht zwingend auf gemäßigtere Umwelten übertragen. Desai und Currie (2016) zeigten in einer groß angelegten Studie in Kanada, dass Isolierung Winterverluste nur dann reduziert, wenn die Außentemperaturen dauerhaft unter –10 °C bleiben. Oberhalb dieser Schwelle können nicht isolierte, aber starke Völker ihr internes Mikroklima ohne übermäßigen Energieaufwand aufrechterhalten. Die entscheidende Variable ist somit nicht Isolierung an sich, sondern die Kombination aus thermischen Bedingungen, Gruppengröße und verfügbaren Reserven.

Der Klimawandel macht diese Gleichung zusätzlich komplex. DeGrandi-Hoffman et al. (2025) betonen, dass die Verlängerung der Brutperioden im Herbst – bedingt durch die globale Erwärmung – die energetischen Bedürfnisse der Völker grundlegend verändert. Mildere Winter führen zu einer anhaltenden Brutaktivität, erhöhen den Nahrungsverbrauch und die Anfälligkeit gegenüber Parasiten wie Varroa destructor. In diesem Kontext kann eine zu wirksame Isolierung Temperaturen künstlich auf einem Brut-förderlichen Niveau halten und die für die Langlebigkeit der Arbeiterinnen notwendige Winterruhe verhindern. Umgekehrt kann eine leichte Isolierung, die einen moderaten Abfall der Innentemperatur begünstigt, den physiologischen Übergang in die Dormanz fördern und die Brut- und Parasitenproliferation begrenzen (Smoliński et al., 2021).

Die Studien von Newton et al. (2024) ergänzen dies um eine weitere Dimension: Die kontinuierliche Messung von Kohlendioxid (CO₂) erlaubt die Beurteilung der Passung zwischen Ventilation und metabolischer Aktivität. Völker passen CO₂- und Feuchteniveau spontan an Traubendichte und Umgebungstemperatur an und halten so ein internes bioklimatisches Gleichgewicht. Eine schlecht abgestimmte Isolierung stört diese Selbstregulation, während eine atmungsaktive oder partielle Isolierung diese Parameter im Gegenteil stabilisieren kann, ohne sie zu erzwingen. Die Verwendung natürlicher Materialien wie Hanf oder Wolle (Casado Sanz et al., 2024) stellt daher eine interessante Alternative dar, da sie moderate Wärmeleitfähigkeit mit hygrometrischer Austauschfähigkeit verbindet.

Auch lokale imkerliche Praktiken beeinflussen die Sinnhaftigkeit der Isolierung. In windexponierten Regionen oder bei starken thermischen Amplituden kann der Schutz der Seitenwände und des Dachs Temperaturschwankungen und interne Kondensation reduzieren (Cook et al., 2021). In milderen Zonen kann es hingegen vorzuziehen sein, auf eine kontrollierte natürliche Ventilation statt auf übermäßige thermische Abschottung zu setzen. Isolierung wird dann zu einem Instrument kontextueller Mikrosteuerung: Sie sollte je nach Saison, Exposition, Volksstärke und Materialtyp moduliert werden.

Damit ist die Isolierung von Bienenstöcken weder ein universelles Heilmittel noch eine Praxis, die grundsätzlich zu vermeiden wäre. Sie ist Teil einer adaptiven Strategie, in der ein feines Verständnis des lokalen Klimas, des kollektiven Verhaltens der Bienen und ihrer saisonalen Physiologie zentral ist. Ziel ist nicht, die natürliche Thermoregulation zu ersetzen, sondern sie zu unterstützen, wenn externe Bedingungen die Anpassungskapazität des Superorganismus überschreiten. Eine nachhaltige Imkerei beruht auf diesem kontextuellen Ansatz, der auf Beobachtung, Messung und Flexibilität basiert – nicht auf der uniformen Anwendung technischer Lösungen.

6. Evolutive und imkerliche Langfristperspektive

Über thermische und materielle Überlegungen hinaus stellt die Frage der Isolierung die Beziehung zwischen Imker und dem von ihm begleiteten Lebendigen selbst in den Mittelpunkt. Aus evolutionsbiologischer Sicht ist die Thermoregulation des Volkes Ergebnis eines langen Prozesses natürlicher Selektion, der kollektive Verhaltensweisen von bemerkenswerter Effizienz hervorgebracht hat. Seit Millionen von Jahren überleben Bienen extreme Klimaschwankungen ohne künstliche Vorrichtungen. Diese Resilienz beruht auf einer Dynamik kontinuierlicher Anpassung: Anpassung der Traubengröße, Modulation der Brut, Migration in besser isolierte Hohlräume oder kollektive metabolische Regulation entsprechend den Umweltzwängen (Seeley, 2019; Stabentheiner et al., 2021).

In dieser Perspektive sollte menschliche Intervention diese Mechanismen nicht ersetzen, sondern sie mit Augenmaß begleiten. Wie Neumann & Blacquière (2017) erinnern, begünstigt eine „darwinistische“ Imkerei die natürliche Selektion angepasster Linien statt die technische Kompensation von Schwächen. Systematische Isolierung oder übermäßiges Füttern können langfristig den Selektionsdruck reduzieren und die Abhängigkeit der Völker von menschlicher Unterstützung fördern. Umgekehrt sind genetische Vielfalt, Kältetoleranz und Selbstregulationsfähigkeit Stärken, die es zu erhalten – ja zu stärken – gilt, indem korrigierende Eingriffe auf notwendige Fälle begrenzt werden.

Die absolute Priorität jeder Imkerin und jedes Imkers sollte die Gesundheit der Bienen bleiben. Diese Gesundheit entsteht selten durch menschliche Lösungen, die auf die Tierwelt projiziert werden, sondern durch das Verständnis der artspezifischen biologischen und verhaltensbezogenen Besonderheiten. Bienen funktionieren weder nach unseren Bedürfnissen noch nach unseren Rhythmen; sie verkörpern ein Modell kollektiven Gleichgewichts und natürlicher Regulation, das zunächst zu beobachten ist, bevor man es korrigieren will. Naive Parallelen zur menschlichen Physiologie führen häufig zu ungeeigneten Interventionen: Das Volk braucht keinen künstlichen Komfort, sondern eine Umgebung, die seiner eigenen Adaptationsweise förderlich ist.  

Illustration 4: Eine gesunde Bienenpopulation hat immer oberste Priorität. (Foto PatoSan, Pixabay.com)

Die rasche Klimaentwicklung zwingt jedoch dazu, diese Gleichgewichte neu zu denken. Mildere Winter, verlängerte Herbstperioden und kürzere Kälteepisoden verändern die physiologischen Zyklen der Bienen grundlegend (DeGrandi-Hoffman et al., 2025). Imkerinnen und Imker stehen damit vor einer doppelten Herausforderung: die Effekte der Erwärmung zu antizipieren und zugleich die natürliche Anpassung der Völker nicht zu brechen. In diesem Kontext kann Isolierung zu einem Instrument des ökologischen Übergangs werden: nicht, um Praktiken zu standardisieren, sondern um in zunehmend instabilen Umwelten eine maßvolle Flexibilität zu ermöglichen.

Langfristig wird sich imkerliche Nachhaltigkeit weniger durch die Anhäufung technischer Lösungen als durch ein feines Verständnis der Dynamiken des Lebendigen entwickeln. Vertrauen in Selbstregulationsprozesse, das Beobachten von Mikroklimasignalen und fallweise Anpassung von Interventionen bilden die Grundlage eines evolutiven und verantwortungsvollen Ansatzes. Die Beute ist kein Objekt, das zu beherrschen ist, sondern ein Ökosystem, das zu begleiten ist: eine Allianz aus wissenschaftlichem Wissen, sensibler Beobachtung und ökologischer Demut.

7. Schlussfolgerung – Das Gleichgewicht zwischen Intervention und Vertrauen

Die Frage der Beutenisolierung lässt sich nicht in absoluten Kategorien entscheiden. Sie veranschaulicht vielmehr die permanente Spannung zwischen zwei komplementären Logiken: der technischen Intervention, die darauf abzielt, unmittelbare Umweltzwänge zu kompensieren, und dem Vertrauen in die natürliche Fähigkeit der Bienen zur Selbstregulation. Jüngere Arbeiten zeigen, dass das Bienenvolk als Superorganismus über ein ausgefeiltes physiologisches und verhaltensbezogenes Arsenal verfügt, um auch unter extremen Bedingungen ein thermisches, hydrologisches und gasförmiges Gleichgewicht zu halten (Stabentheiner et al., 2021; Meikle & Weiss, 2025). Diese Selbstregulationskraft, Ergebnis einer langen Evolution, bildet das Fundament imkerlicher Resilienz.

Studien, die Isolierung befürworten (St. Clair et al., 2022; Alburaki & Corona, 2021; Casado Sanz et al., 2024), bestätigen, dass ein gut konzipierter Wärmeschutz den Energieverbrauch und die Winterverluste verringern kann, insbesondere bei kleinen Völkern oder in sehr kalten Regionen. Die Arbeiten von Mitchell (2023) und Minaud et al. (2024) erinnern jedoch daran, dass sich diese scheinbare Verbesserung gegen das Volk wenden kann, wenn sie die natürlichen Zyklen von Ruhe und Ventilation stört. Eine übermäßige Isolierung kann das physiologische Gleichgewicht der Traube beeinträchtigen, die Frühjahrsmortalität erhöhen und die natürliche Selektion der widerstandsfähigsten Linien bremsen (Neumann & Blacquière, 2017).

Die jüngere Literatur plädiert daher für einen kontextuellen und evolutiven Ansatz: Isolierung sollte nicht als universelle Norm verstanden werden, sondern als modulierbares Werkzeug je nach Klima, Populationsstärke, Beutentyp und imkerlichen Zielen. In kalten Klimaten kann eine partielle und atmungsaktive Isolierung die Thermoregulation unterstützen, ohne sie zu zwingen. In gemäßigten Zonen sollte der Schwerpunkt auf natürlicher Ventilation und der Selektion angepasster Linien liegen. Diese Flexibilität entspricht den Prinzipien der „darwinistischen Imkerei“, die genetische Vielfalt und lokale Anpassung gegenüber technischer Standardisierung priorisiert. Letztlich besteht die erste Verantwortung der Imkerin bzw. des Imkers nicht darin, die Beute zu isolieren, sondern das Volk zu stärken. Gesunde, zahlenmäßig starke und in ihrer Organisation kohärente Bienen schaffen ihr eigenes Mikroklima: Ihre Vitalität ist mehr wert als jede technische Lösung.  

Langfristig besteht die Herausforderung nicht darin, die Beute gegen Kälte abzudichten, sondern die Symbiose zwischen Biene, Habitat und Klima zu stärken. Isolierung ist in dieser Perspektive nicht als Schild zu verstehen, sondern als Dialog: eine subtile Abstimmung zwischen Schutz und Freiheit. Dieses Vertrauen in die Resilienz des Lebendigen zu kultivieren und zugleich seine Anpassung zu begleiten, ist vermutlich der vielversprechendste Weg zu einer nachhaltigen Imkerei, die mit den Prinzipien der Evolutionsbiologie und dem Respekt vor natürlichen Dynamiken übereinstimmt.

Seit nahezu hundert Millionen Jahren haben Bienen Eiszeiten, klimatische Drift und Umbrüche der Erde überstanden, indem sie ihre kollektive Organisation ohne andere Hilfe als die eigene angepasst haben. Unsere Art, erst vor kaum zweihunderttausend Jahren erschienen, ist in dieser langen Geschichte des Lebendigen nur ein Augenblick.

Sich dieser zeitlichen Vorrangigkeit zu erinnern heißt zu verstehen, dass den Bienen zu vertrauen auch bedeutet, die adaptive Weisheit anzuerkennen, die Millionen Jahre Evolution in ihr Verhalten eingeschrieben haben. Wahre Nachhaltigkeit entsteht aus diesem Vertrauen: jenem, das den Menschen mit einem älteren und unendlich erfahreneren Lebendigen verbindet.

8. Imkerliche Praxis und operative Empfehlungen

Vor jeder Isoliermaßnahme sollte die absolute Priorität der Imkerin bzw. des Imkers darin bestehen, die Stärke und Gesundheit der Völker vor dem Winter sicherzustellen. Eine kompakte Population, die mindestens vier bis sechs gut mit Bienen besetzte Wabenräume einnimmt, verfügt über eine ausreichende thermische Trägheit, um ihr Mikroklima zu halten und der Kälte zu widerstehen. Schwache Völker bleiben – selbst bei perfekter Isolierung – anfällig für Verhungern, Krankheiten und thermische Dysbalancen. Die Hauptinvestition muss daher in die Vitalität des Bestands fließen: junge, gut begattete Königinnen, ausreichende Vorräte, eine begründete Varroa-Kontrolle und Stressfreiheit vor der Überwinterung.

Die praktische Anwendung des Wissens über kollektive Thermoregulation erfordert anschließend einen vernünftigen Ansatz der Isolierung, angepasst an Klima, Populationsgröße und saisonalen Zyklus. Das allgemeine Ziel bleibt, Winterverluste zu reduzieren und den Honigverbrauch zu begrenzen, ohne die natürliche Thermoregulation des Superorganismus zu stören.

Wann isolieren?

Eine externe Isolierung ist vor allem in Regionen gerechtfertigt, in denen die Temperaturen dauerhaft unter –10 °C fallen, oder wenn die Beuten kalten, anhaltenden Winden ausgesetzt sind. In gemäßigten Zonen genügt eine leichte, atmungsaktive Isolierung, oder sogar nur ein Schutz gegen Wind und Niederschlag.

Empfohlene Materialien

Natürliche Isoliermaterialien – Schafwolle, Hanf oder Kork – bieten einen ausgezeichneten Kompromiss zwischen Wärmedämmung und Feuchtigkeitsdurchlässigkeit, fördern ein gutes hygrometrisches Gleichgewicht und eine ausreichende „Atmung“ der Beute (Casado Sanz et al., 2024). Diese erneuerbaren und biologisch abbaubaren Materialien fügen sich harmonisch in eine nachhaltige Imkerei ein, die Umwelt und Wohlbefinden der Bienen respektiert.  

Illustration 5: Natürliche Materialien sind zu bevorzugen (https://backyardhive.com)

Synthetische Materialien wie Polystyrol oder Polyurethan weisen zwar eine hohe thermische Wirksamkeit auf, doch ihre geringe Permeabilität kann zu Überhitzung, übermäßiger Kondensation und physiologischem Stress für die Bienen führen (Mitchell, 2023; Sonmez Oskay et al., 2025). Zudem können bestimmte Baustoffe – Kunststoffschäume, Verbundplatten oder aluminiumhaltige Folien – unter Wärmeeinwirkung flüchtige Verbindungen freisetzen, die die chemische Kommunikation oder die Mikroflora der Beute beeinträchtigen könnten. Herstellung und Entsorgung werfen zudem Fragen der Nachhaltigkeit und des Recyclings auf, die den Prinzipien einer ökologischen Imkerei widersprechen.

Eine sorgfältige Isolierung des Innendeckels, ausgeführt mit natürlichen und atmungsaktiven Materialien bei gleichzeitig wirksamer Ventilation, ist die ausgewogenste Praxis: Die Beute muss „atmen“.

Isolierung kleiner Völker und von Ablegern

Kleine Populationen besitzen eine reduzierte thermische Masse; sie verlieren Wärme schneller und profitieren daher eindeutig von einer verstärkten Isolierung. Die Strategie besteht darin, das zu beheizende Volumen zu reduzieren (Wärmeschied und zusammengeschobene Waben), seitlich und oben eine Isolierung hinzuzufügen (Wolle, Kork, Alu-Blasenfolie) und eine leichte Ventilation beizubehalten, um Kondensation und Schimmel zu vermeiden. Ziel ist, die kollektive Thermoregulation zu unterstützen, ohne den für die Winterruhe notwendigen Aktivitätsrückgang zu verhindern.

Frühjahrsentwicklung fördern

Im Frühjahr kann eine gut modulierte Isolierung die Wiederaufnahme der Brut beschleunigen. Der Einsatz von hochleistungsfähigen Isoliertrennwänden (PIHP) um das Brutnest herum, ab dem Ende des Winters, fördert eine stabile Temperatur um 34 °C und eine Homogenität der Brut. Diese Maßnahme unterstützt die Entwicklung der Ammenbienen und die Bildung von Zuchtablegern. Die Isolierung sollte jedoch schrittweise entfernt werden, sobald die Außentemperatur 15 °C überschreitet, um übermäßige Wärme und eine vorzeitige Brutstimulation zu vermeiden, die zu Schwarmstimmung führen kann.

Risiken einer zu wirksamen Isolierung

Eine „zu warme“ Beute erhält eine verlängerte Winteraktivität aufrecht: kein Brutstopp, übermäßiger Verbrauch der Vorräte, kontinuierliche Reproduktion von Varroa destructor und vorzeitige Ermüdung der Winterbienen. Diese Effekte entsprechen den Beobachtungen von Minaud et al. (2024), die hohe Innentemperaturen mit erhöhter Frühjahrsmortalität in Verbindung bringen. Die zentrale Empfehlung bleibt daher, ein Gleichgewicht anzustreben: eine vollständige Winterruhe zu begünstigen statt einen permanenten künstlichen Komfort.

Winterfütterung

Die Gabe von Futterteig (Candi) kann bei Hungerrisiko nützlich sein, insbesondere bei Kälterückfällen gegen Ende des Winters. Sie sollte jedoch auf nachgewiesene Bedarfsfälle beschränkt und nicht systematisch praktiziert werden. Flüssigfutter (Sirup), das zu stark stimuliert, ist zu vermeiden. Übermäßige Fütterung birgt mehrere Risiken:

  1. unbeabsichtigte Selektion von Populationen, die vom Menschen abhängig sind;
  2. Schwächung der natürlichen Selektion von Linien, die an das lokale Klima angepasst sind;
  3. Weitergabe einer „assistierten“ Genetik, die langfristig weniger nachhaltig ist (Neumann & Blacquière, 2017).

Zusammenfassung der Empfehlungen

Ziel Empfohlene Strategie Risiken bei falscher Anwendung
Winterverluste reduzieren Partielle, atmungsaktive Isolierung bei unter –10 °C Überhitzung, Feuchtigkeit, Varroa-Proliferation

Kleine Völker unterstützen

Reduziertes Volumen + sanfte Isolierung Kondensation bei zu dichter Beute
Frühjahrsstart fördern Modulierbare PIHP um die Brut Frühe Eiablage, energetische Dysbalance
Futterabriss verhindern Gabe von Candi bei realem Bedarf Selektion abhängiger Populationen

 

Isolierung ist kein universelles Heilmittel: Sie ergänzt die natürliche Thermoregulation, ohne sie zu ersetzen. Priorität müssen Gesundheit und Stärke der Population, genetische Vielfalt und das Vertrauen in die Resilienz des Superorganismus bleiben. Beobachten, anpassen, modulieren – niemals standardisieren.

 

Literatur

Alburaki, M., & Corona, M. (2021). Polyurethane honey bee hives provide better winter insulation than wooden hives. Journal of Apicultural Research, 60(5), 710–718. https://doi.org/10.1080/00218839.2021.1999578

Bahreini, R., & Currie, R. W. (2015). The potential of bee-generated carbon dioxide for control of Varroa mite (Mesostigmata: Varroidae) in indoor overwintering honey bee colonies. Journal of Economic Entomology, 108(5), 2153–2167. https://doi.org/10.1093/jee/tov202

Casado Sanz, M., Prado-Jimeno, R., & Fuentes-Pérez, J. F. (2024). Comparative study of natural fibres to improve insulation in wooden beehives using sensor networks. Applied Sciences, 14(13), 5760. https://doi.org/10.3390/app14135760

Cook, D., Blackler, A., McGree, J., & Hauxwell, C. (2021). Thermal impacts of apicultural practice and products on the honey bee colony. Journal of Economic Entomology, 114(2), 538–546. https://doi.org/10.1093/jee/toab023

DeGrandi-Hoffman, G., Graham, H., Corby-Harris, V., Chambers, M., Watkins-deJong, E., Ihle, K., & Bilodeau, L. (2025). Adapting overwintering honey bee (Apis mellifera L.) colony management in response to warmer fall temperatures associated with climate change. Insects, 16(3), 266. https://doi.org/10.3390/insects16030266

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Autor
Serge Imboden et Claude Pfefferlé
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