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Der Rhododendron

Der Rhododendron ist eine emblematische nektar- und pollenliefernde Pflanze und zählt zu den bedeutendsten Trachtpflanzen der Bergregionen. In der Schweiz sind zwei Arten verbreitet: Rhododendron ferrugineum, der auf sauren Böden wächst, und Rhododendron hirsutum, der kalkhaltige Standorte bevorzugt.

Im Wallis ist die erstgenannte Art überall verbreitet, während die zweite ausschließlich das rechte Rhôneufer besiedelt. Sie wachsen in Höhenlagen zwischen 1400 und 2500 m. Ihre üppige Blüte prägt die subalpine Landschaft und lässt die Weiden in purpurrosa Farben erstrahlen.

Aus der Familie der Ericaceae sind Rhododendron ferrugineum und der bewimperte (oder behaarte) Rhododendron Sträucher mit stark verzweigten, nach unten geneigten verholzten Trieben, die eine dichte, nahezu undurchdringliche Vegetationsschicht bilden. Die Blätter sind immergrün, länglich und ledrig; jene des Rostblättrigen Rhododendrons weisen auf der Unterseite rostfarbene Flecken auf, während die Blätter des Bewimperten Rhododendrons auf beiden Seiten grün sind und behaarte Blattränder besitzen, was ihre jeweilige Bezeichnung erklärt.

Die Blütenstände tragen etwa zehn Blüten, die in kurzen, dichten Dolden angeordnet sind. Die Blütenkrone besteht aus fünf an der Basis verwachsenen Kronblättern und bildet eine Art Röhre, an deren Grund sich der Nektarien befindet – eine auf die Nektarsekretion spezialisierte Drüse –, durch die die Bienen auf der Suche nach der kostbaren Beute eindringen.

Obwohl die Tracht stark von den klimatischen Bedingungen abhängt, kann der Rhododendronnektar selbst in der Schweiz, in den betroffenen Alpenkantonen, insbesondere im Tessin, in Graubünden und im Wallis, einen sortenreinen Honig ergeben. Dieser seltene Honig ist im flüssigen Zustand sehr hell und im festen Zustand nahezu weiß; sein Geschmack ist mild, fruchtig und dezent holzig; seine Kristallisation verläuft langsam und sehr fein. Er enthält zahlreiche Spurenelemente, die ihn zu einem Honig von hohem Wert machen.

Rhododendronhonig wird in der Apitherapie zudem Patienten empfohlen, die sich einer Chemotherapie unterziehen, da er die Nebenwirkungen der Krebsbehandlungen deutlich mindern soll.

Andere Rhododendronarten, die in Kleinasien wachsen, erzeugen hingegen einen für den Menschen giftigen Honig: Xenophon, griechischer Schriftsteller, Philosoph und Politiker des 4. Jahrhunderts vor Christus, berichtet von der Geschichte einer Armee, die nach dem Verzehr dieses Honigs dezimiert wurde!

 

Quellen

T. Silberfeld, C. Reeb, Les plantes mellifères, 2016

Verschiedene Autoren, Giardinaggio senza problemi, Guida completa del Reader’s Digest, 1981

Verschiedene Autoren, Le traité Rustica de l’apiculture, 2002

Miels monofloraux suisses, Alp Forum 2005, Nr. 23f (Neuauflage 2008)

Autor
Isabella Moretti
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