Der Löwenzahn
Der Löwenzahn, wissenschaftlich Taraxacum officinale genannt und umgangssprachlich auch als „Löwenzahn“ bekannt, ist eine Blütenpflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es handelt sich um eine ausdauernde krautige Pflanze (mehrjährig), die in nahezu allen Lebensräumen weit verbreitet ist, insbesondere auf nährstoffreichen Böden, im Flachland ebenso wie im Gebirge bis in Höhen von etwa 2500 m. Die Blüte beginnt im April und erreicht ihren Höhepunkt im Mai; sie setzt sich jedoch in abgeschwächter Form bis in den Herbst fort, insbesondere bei trockenen und warmen Sommern.
Im Garten wird er leider oft als Unkraut betrachtet, da er stark wuchert und schwer zu entfernen ist; wird die kräftige, tief im Boden verankerte Pfahlwurzel nicht vollständig entfernt, treibt die Pflanze umso kräftiger wieder aus.
Der Stängel dieser Pflanze ist hohl und trägt keine Blätter; diese sitzen in einer bodennahen Rosette und sind in gezähnte, dreieckige Lappen gegliedert. Der Blütenstand (Anordnung der Blüten am Stängel) besteht aus zahlreichen gelben Einzelblüten, die sowohl männliche (Staubblätter) als auch weibliche (Stempel) Geschlechtsorgane besitzen. Nach der Befruchtung entwickelt sich der Fruchtknoten des Stempels zu einer kleinen trockenen Frucht mit einem Samen, der von einem federartigen, schirmförmigen Haarkranz überragt wird, was die Ausbreitung durch den Wind erleichtert. Die Gesamtheit dieser Samen bildet eine charakteristische weiße, seidige Kugel, die sich bereits bei leichtem Luftzug auflöst.
Der Löwenzahn produziert große Mengen an Nektar und Pollen und ist daher für Bienen von hohem Interesse. Der leuchtend gelb-orangefarbene Pollen wird vor allem am Morgen gesammelt; sein Gehalt an Proteinen und Aminosäuren ist zwar gering, dennoch wird er von den Bienen reichlich eingetragen, da er zu den ersten massenhaft verfügbaren Blüten des Frühjahrs gehört.
Auch der Nektar wird überwiegend am Morgen gesammelt; sein Zuckergehalt ist relativ hoch, entscheidend für seine imkerliche Bedeutung ist jedoch vor allem die hohe Blütendichte. Der Nektar findet sich in allen Blütenhonigen wieder, kann aber in Regionen mit sehr häufigem Vorkommen dieser Pflanze auch einen sortenreinen Honig ergeben, selbst im Wallis unter außergewöhnlichen Bedingungen.
Der Löwenzahnhonig ist leuchtend gelb – wie die Blüte selbst. Aufgrund seines hohen Glukosegehalts kristallisiert er rasch. In der Pollenanalyse, die üblicherweise zur Bestimmung der botanischen Herkunft dient, ist der Anteil von Löwenzahnpollen jedoch sehr gering: Es handelt sich um ein Beispiel für eine Unterrepräsentation des Pollens im Honig. Andere Merkmale (Farbe, Konsistenz, Kristallisationsverhalten, Fruktose-Glukose-Verhältnis usw.) ermöglichen dennoch seine Charakterisierung.
Quellen
Silberfeld, C.; Reeb, Les plantes mellifères, 2016
Agroscope, Wichtige Pollen- und Nektarquellen für Honigbienen in der Schweiz, 2020
Piquée, Les plantes mellifères mois par mois, 2014
Diverse Autoren, Le traité Rustica de l’apiculture, 2002


