Bildung von Jungvölkern (Ablegern)

Création de nuclei
Warum sollte man seine Völker vermehren? Dies kann geschehen, um den Bestand zu vergrößern, die Völker zu erneuern, von der Vitalität junger Königinnen zu profitieren, bevorzugte Völker zu selektionieren usw. In der Natur verfügt die Biene über drei Methoden zur Fortpflanzung: das Schwärmen (natürliche Vermehrung der Bienen), das Umweiseln (Erneuerung einer leistungsschwachen oder alten Königin) und die Nachschaffung (Verlust der Königin). Auch die Imkerin bzw. der Imker hat verschiedene Methoden zur Verfügung, um den Bestand künstlich zu vermehren; diese Verfahren sind mehr oder weniger komplex und reichen von der einfachen Teilung bis zur Königinnenzucht mittels Umlarven (Picking). Ziel ist sowohl für die Biene als auch für die Imkerin bzw. den Imker, eine Königin hervorzubringen, damit diese ein neues Volk begründet.
Jungvölker (Ableger) bilden das Rückgrat einer erfolgreichen Imkerei. Sie entwickeln sich häufig im zweiten Jahr sehr gut, zeigen eine geringe Schwarmneigung und erbringen überdurchschnittliche Honigerträge. Zudem ermöglicht die Bildung von Jungvölkern eine konsequente Selektion: Schwache Völker werden kontinuierlich ausgeschieden. ApiService empfiehlt, dass der Anteil junger Völker im Durchschnitt bei 50 % liegt. Eine Imkerin bzw. ein Imker mit 10 Produktionsvölkern wird daher 5–7 Ableger bilden. Der beste Zeitraum für die Bildung von Ablegern liegt zwischen Mai und Juni/Juli (je nach Region).
„Viele Wege führen nach Rom“ bei der Bildung von Ablegern. Kunstschwärme und Ableger können auf unterschiedliche Weise gebildet werden. Nachfolgend werden die folgenden Methoden erläutert:
Bevor man beginnt, sollten zwei Fragen geklärt werden:
- Woher stammt die Königin?
- Wie viel Zeit steht mir zur Verfügung, bis die ersten Arbeiterinnen schlüpfen?
Die Königinnen können stammen:
- aus eigenen Larven oder Eiern
- aus eigenen Weiselzellen: Dabei können die natürlichen Vermehrungsmethoden der Bienen genutzt werden, indem Weiselzellen aus einem Volk verwendet werden, das schwärmen will oder geschwärmt ist. Dies ist praktisch, kann jedoch schwarmfreudige oder teilweise mittelmäßige Völker vermehren.
- aus dem Zukauf von unbegatteten Königinnen: Diese sind preiswert und stammen meist aus der Zucht erfahrener Imkerinnen und Imker mit Selektion. Da sie jedoch von Drohnen aus der Umgebung begattet werden, sind die Nachkommen genetisch nicht rein, die wesentlichen Merkmale der Mutterkönigin bleiben jedoch erhalten.
- aus dem Zukauf begatteter Königinnen: Dabei werden begattete Königinnen von Züchtern mit gewünschten Eigenschaften (krankheitsresistent, leistungsstark, sanftmütig, hygienisch usw.) erworben. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass mit rund 98 % Wahrscheinlichkeit Bienen der gewünschten Linie mit den erhofften Eigenschaften entstehen.
- aus eigener Königinnenzucht: Dabei werden Königinnen aus den eigenen Völkern nachgezogen.
Je nach angewandter Methode kann die Zeitspanne zwischen dem Einrichten der Ablegerkiste und dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen zwischen drei Wochen (bei Zusetzung einer bereits legenden Königin) und sieben bis acht Wochen (bei einfacher Teilung) betragen.
Die Grafik zeigt, dass die Zusetzung einer begatteten Königin die schnellste Methode zur Bildung eines neuen Volkes ist (vorausgesetzt, die Königin wird angenommen). Unmittelbar nach der Annahme oder wenige Tage später beginnt die junge Königin mit der Eiablage.
Bei der Zusetzung einer unbegatteten Königin ist mehr Zeit bis zur ersten Eiablage erforderlich. Der hier beispielhaft angenommene Zeitraum von sieben Tagen entspricht der Zeit, die die junge Königin zur Entwicklung ihrer Fortpflanzungsorgane, zum Begattungsflug und zur Vorbereitung der ersten Eiablage benötigt. Dieser Zeitraum kann je nach Witterungsbedingungen variieren.
Ähnliches gilt für die Zusetzung von Weiselzellen. Der Schlupf der neuen Königinnen hängt vom Alter der eingesetzten Zellen ab. In der Grafik wurde ein Zeitraum von zwei Tagen vor dem Schlupf gewählt; dieser kann je nach Alter der Zellen länger oder kürzer sein.
Wie ersichtlich, dauert es bei der einfachen Teilung am längsten, bis ein neues Volk entsteht. Der Grund ist, dass die Bienen aus einem Ei oder einer maximal drei Tage alten Larve eine neue Königin nachziehen müssen, um das Überleben des Volkes zu sichern.
Siehe auch:
► Erneuerung von Völkern und Königinnen








