iManagement

Newletter abonnieren

powered by dodeley

Bienenwachs wird seit 10'000 Jahren genutzt

von FRANÇOIS SAVATIER

Auf Tonscherben gefundene Spuren von Bienenwachs deuten darauf hin, dass die Imkerei bereits zu Beginn des Neolithikums beherrscht wurde.

Archäologische und chemische Analysen zeigen, dass Menschen Bienenwachs bereits seit dem frühen Neolithikum systematisch nutzten. Forschende identifizierten charakteristische chemische Signaturen von Bienenwachs in über 80 Keramikscherben aus dem Mittelmeerraum und Europa. Diese Signatur beruht auf einer spezifischen Mischung aus n-Alkanen, Fettsäuren und Estern, die eindeutig auf Bienenwachs zurückzuführen ist.

Die ältesten Nachweise stammen aus Anatolien (heutige Türkei) und datieren auf das 7. Jahrtausend v. Chr., unter anderem aus den Fundstätten Çayönü Tepesi und Çatal Höyük. Weitere Funde belegen eine breite Nutzung von Bienenwachs in Südosteuropa (Balkan) sowie in Mitteleuropa entlang der donauländischen Neolithisierung.

Die Funde deuten darauf hin, dass neolithische Gemeinschaften entweder Honig mitsamt Wachs lagerten oder Wachs gezielt verwendeten – etwa zum Abdichten, Konservieren oder für technische Zwecke. Honig selbst ist archäologisch kaum nachweisbar, da seine Zuckerbestandteile über Jahrtausende nicht erhalten bleiben.

Insgesamt sprechen die Daten dafür, dass die Nutzung von Bienenprodukten weit über die reine „Honigjagd“ hinausging und frühe Formen der Imkerei oder zumindest der gezielten Nutzung wilder Bienenvölker bereits vor rund 10 000 Jahren existierten.

 

Artikel als PDF lesen

 

Siehe auch:

 

Autor
FRANÇOIS SAVATIER
Zurück zur Übersicht