Berberitze
Berberis vulgaris ist der wissenschaftliche Name der Berberitze, eines Strauchs, der seinen Namen einem leicht fermentierten Getränk verdankt, das aus seinen roten Beeren hergestellt wird und an Wein erinnert. Für Imkerinnen und Imker liegt sein Interesse jedoch vor allem in seinen Blüten, die in den Monaten Mai und Juni sehr reichlich Nektar produzieren.
Die Berberitze ist ein Strauch mit aufrechten Zweigen, die an den Blattansätzen lange, dreispitzige Dornen tragen. An diesen Stellen bilden sich auch die Blüten, die zu hängenden, gelben Trauben angeordnet sind. Jedes der sechs Kronblätter trägt zwei längliche Nektarien. Dort holen sich die Bienen den während der Blütezeit im Mai und Juni reichlich produzierten Nektar. Beim Sammeln lösen die Bienen einen für diese Art typischen Mechanismus aus: Durch die Berührung wird eine ruckartige Bewegung des Staubfadens ausgelöst, wodurch der Pollen mit den Narben in Kontakt kommt. Der gelbe Pollen wird ebenfalls in großer Menge produziert und von den Insekten gesammelt.
Die Berberitze ist eine Pflanze, die Sonne oder Halbschatten sowie eher kalkhaltige Böden bevorzugt. Sie ist häufig in Gärten, Steingärten, Hecken oder an Feldrändern anzutreffen. Es gibt zahlreiche Sorten mit immergrünen oder laubabwerfenden Blättern, mit Blüten und Beeren in unterschiedlichen Farbtönen sowie mit Blütezeiten, die sich vom Frühjahr bis in den Sommer erstrecken. Alle zeichnen sich durch eine gute Kälteresistenz aus.
Die kleinen, länglichen roten Beeren reifen im Herbst; sie sind essbar, sehr säuerlich und reich an Vitamin C. Man kann sie frisch oder getrocknet verzehren oder zu Konfitüren verarbeiten. Neben dem bereits erwähnten Getränk lässt sich daraus auch ein Obstbrand herstellen. Kennen Sie den von Walter aus St. Oyen (Acquavite di crespino)?
Quellen
T. Silberfeld, C. Reeb, Die Bienenweidepflanzen, 2016
Verschiedene Autoren, Giardinaggio senza problemi, Guida completa del Reader’s Digest, 1981


